Investment: Nachfrage nach Co-Living nimmt weltweit zu

Maßgeschneiderte Apartments, flexible Mietverträge, Gemeinschaftsflächen, Services, Events – die Nachfrage nach Co-Living als alternative Wohnform nimmt weltweit zu. Startups wie The Collective aus Großbritannien oder Venn aus Israel wollen nun deutsche Metropolen erobern. Für Partner ist man offen.

The Collective plant in den kommenden Jahren nach eigenen Angaben tausende neue Projekte in den sieben größten deutschen Städten. Neben Berlin, wo auch der deutsche Firmensitz sein soll, stehen Düsseldorf, Frankfurt (Main), Hamburg, Köln, München und Stuttgart im Fokus des Immobilienentwicklers.

Außer Neubauprojekten will das deutsche Team unter der Leitung von Björn Munte (Director Entwicklung) und Niels Berl (Director Investment) auch markante Bestandsgebäude revitalisieren. Man sei auch offen für die Zusammenarbeit mit Entwicklungspartnern, sagt Berl.

Aus Tel Aviv (Israel) hat das Startup Venn mit 80 Mitarbeitern angekündigt, auch in Deutschland Fuß fassen zu wollen, zum Beispiel in Berlin-Friedrichshain, wie das Wirtschaftsmagazin "brandeins" berichtet. Bis 2030 wolle das Unternehmen weltweit in hundert Städten präsent sein; der wichtigste Partner sei die israelische Tochter des New Yorker Investment Funds Bridges, der auf nachhaltiges Wachstum Wert lege. Das Unternehmen selbst setze auf die Sehnsucht nach Geborgenheit in der Großstadt, auf eine Generation, die es gewohnt sei, auch soziale Dienstleistungen per Smartphone zu bestellen, heißt es weiter.

Lokale Ausrichtung im Vordergrund

Wohl auch aus diesem Grund will The Collective in Deutschland eine starke lokale Ausrichtung in den Vordergrund stellen. Ziel sei es, Orte zu schaffen, die aktiv in die Nachbarschaft eingebunden sind ökonomisch, ökologisch und sozial. Die Nachfrage nach Co-Living als flexible und gemeinschaftsorientierte Wohnform nehme weltweit stark zu, insbesondere unter Personen im urbanen Raum, "die sich in einer Übergangsphase ihres Lebens befinden", ist The Collective-Director Munte überzeugt.

Man hoffe, dass die Projekte unter den deutschen Nutzern die gleiche Popularität erreichen werden wie etwa in London. Dort eröffnet "The Collective" im Herbst das bisher größte Vorhaben seit der Gründung: "The Collective Canary Wharf" mit 705 Apartments. Noch in diesem Jahr soll außerdem der erste Standort in New York eröffnet werden, die "Paper Factory".

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2010 von CEO Reza Merchant in London, zunächst als Anbieter für studentisches Wohnen. Mittlerweile ist das Unternehmen einer der weltweit größten Co-Living-Anbieter mit einem Team von 300 Mitarbeitern in London, New York und Berlin. Aktuell entwickelt und betreibt "The Collective" nach eigenen Angaben rund 8.500 Einheiten und verfügt über eine Investitionspipeline von derzeit zirka 900 Millionen US-Dollar.


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