Investment: Berlin und München unter den Top 20 weltweit

Berlin und München rangieren laut JLL aktuell unter den Top 20 der globalen Zukunftsmetropolen. Die Städte haben eine besondere Anziehungskraft unter anderem auf Immobilieninvestoren. Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensqualität spielen etwa eine Rolle. Stuttgart gehört zu den Aufsteigern.

Was eine Stadt attraktiv macht, hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert, lautet ein Ergebnis der der Studie "Demand and Disruption in Global Cities", die der Immobiliendienstleister JLL zusammen mit dem Beratungsunternehmen "The Business of Cities" erstellt hat.

Neben wirtschaftlichen Aspekten sind vor allem Faktoren wie Innovation und Nachhaltigkeit zunehmend wichtig geworden. Von den Städten, die anhand von mehr als 500 Kennzahlen bewertet worden sind, haben derzeit London, New York und Paris sowie die asiatischen Metropolen Singapur, Tokio, Seoul und Hongkong die besten Voraussetzungen, um Unternehmen und letztlich auch Immobilieninvestoren aus dem Ausland anzuziehen. Die sogenannten "etablierten Weltstädte" bieten unter anderem eine herausragende Infrastruktur, eine hohe Lebensqualität, Wirtschaftswachstum und prosperierende Arbeitsmärkte.

Besonders gut abgeschnitten haben im Gesamtergebnis der aktuellen Erhebung auch die deutschen Großstädte Berlin (Rang 14) und München (17), die laut JLL zu den "globalen Anwärtern" auf die ersten Plätze gehören. Aufsteiger Stuttgart könnte laut JLL bald folgen. Neben Manchester (Großbritannien), Montreal (Kanada), Lissabon (Portugal) und Philadelphia (USA) gehört die Schwabenmetropole laut JLL zu den Städten weltweit, die es im nächsten Zyklus unter die Top 20 schaffen könnten. Stuttgart wird von den Studienautoren vor allem für Investitionen in die Infrastruktur, die Produktivität der ansässigen Weltunternehmen sowie die Lebensqualität positiv bewertet. 

Berlin ist Technologie-Standort Nummer eins in Europa

Laut der Studie gilt Berlin mit seiner Innovationskraft als bester Technologiestandort auf dem europäischen Kontinent und ist vor allem attraktiv bei jungen Talenten und Studenten. Die deutsche Hauptstadt ist laut Studie "der" Tech-Hub Europas mit einem starken E-Commerce- und Fintech-Sektor und guten Perspektiven auf dem Markt für Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain. Die Büronachfrage ist nahezu auf einem Rekordniveau. JLL geht davon aus, dass die Dynamik am Immobilienmarkt anhalten wird, was weitere Investoren anziehen dürfte.

"Die Analyse zeigt, dass deutsche Städte trotz ihrer im globalen Vergleich eher geringen Einwohnerzahl zur Weltspitze zählen können, wenn sie sich auf ihre Stärken fokussieren und in einzelnen Sparten Innovations- und Führungsarbeit leisten." Timo Tschammler, CEO JLL Germany

Grundlage sei allerdings, dass diese drei deutschen Städte "ihre Hausaufgaben machen", wenn es darum gehe, einen hohen Lebensstandard, eine moderne Infrastruktur sowie ein attraktives Bildungssystem anzubieten, so Tschammler.

München überzeut mit intelligenten Lösungen für urbane Mobilität

München hat laut JLL seit 2017 seine Position als Deutschlands führendes Zentrum für innovative Technologie- und Versicherungsdienstleistungen gefestigt. So hat etwa der Tech-Riese Microsoft seinen Deutschlandsitz in der Bayern-Metropole. Auch der Münchner Büromarkt ist von Unternehmen stark nachgefragt, der Leerstand sank laut JLL auf den niedrigsten Stand seit 2002. Die Spitzenmieten sind hingegen in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen, was auch internationale Immobilieninvestoren anzieht.

In Sachen Anziehungskraft für Investments, Nahverkehr (2018 wurden mehr als 5,5 Milliarden Euro für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zugesagt) und Ansehen durch Investitionen in neue Geschäfts- und Wohnungsmärkte sowie die Entwicklung intelligenter Lösungen für urbane Mobilität, Wohnungs- und Quartiersbewirtschaftung (etwa im Stadtteil Neuaubing-Westkreuz / Freiham) zählt München der Studie zufolge derzeit sogar zu den weltweiten Top 10.

Innovation spielt eine immer größere Rolle bei Investitionsentscheidungen

Lebensqualität, Innovation, Nachhaltigkeit, Führungskultur und Krisenfestigkeit werden für Investitionsentscheidungen immer wichtiger. Die Kriterien müssen der Studie zufolge aber regelmäßig neubewertet werden.

"Was Unternehmen in Städten brauchen, ändert sich immer wieder aufgrund von technologischer Disruption, wachsender Bedenken hinsichtlich des Klimawandels sowie geopolitischer Spannungen." Jeremy Kelly, Director, Global Research bei JLL

Städte, die sich an neue Wirtschaftsmodelle anpassen – als Eckpunkte nennt die Studie Innovationswirtschaft, Konsumwirtschaft, Sharing Economy und Kreislaufwirtschaft – profitieren laut JLL von einer wachsenden Nachfrage nach Immobilien und grenzüberschreitenden Investitionen.

  • Innovationswirtschaft: Das Modell konzentriert sich laut JLL auf zentrale Unternehmensstandorte als Orte der Zusammenarbeit, Innovation, Clustering und Kommerzialisierung. Dieses Modell verlangt flexible Standorte, optimierte Räume und gemischt genutzte Gebäude.
  • Konsumwirtschaft: Das Modell setzt auf Erlebnis und Individualität, um Kundenerwartungen für On-Demand-Services zu steigern, und lebt von benutzerdefinierten Erfahrungen, die durch die Datenerfassung erleichtert werden. Letztlich soll die Menge an Aktivitätsoptionen an Orten mit hoher Infrastruktur erhöht werden.
  • Sharing Economy: Dieses Modell fördert das Entstehen neuer Lebens- und Arbeitsmuster, etwa Co-Working und Co-Living, steigert die Nachfrage von kurzfristigen Mietern nach flexiblen Standorten und fördert die Rendite aus der effektiven Nutzung von Flächen und Vermögenswerten.
  • Kreislaufwirtschaft: Ein Modell, das die Voraussetzung dafür schaffen soll, dass Gebäude betrieblich effizienter, belastbarer und nachhaltiger werden. Durch eine gemeinsame Nutzung und eine längere Nutzungsdauer soll eine höhere Dichte erreicht werden.


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Schlagworte zum Thema:  Investment, Innovation, Immobilienmarkt