Unterjährige Verbrauchsinformation zum Energiesparen
Eine Novellierung der Heizkostenverordnung (HKVO) verpflichtet Vermieter seit Januar 2022 dazu, Mietern bei fernablesbaren Geräten eine unterjährige Verbrauchsinformation (UVI) für Heizung und Warmwasser zur Verfügung zu stellen.
Eine Umfrage des Energiedienstleisters Techem kommt zu dem Schluss, dass mit dem Instrument nicht nur die Transparenz zu den Verbrauchsdaten gesteigert, sondern auch bewusster mit Energie umgegangen wird.
UVI-Pflicht: Umsetzung wird dringlicher
Bei der quantitativen Onlineumfrage im März 2026 unter 2.000 Mietern und 400 privaten Vermietern standen der Informationsstand, der Informationsbedarf und das Nutzerverhalten im Fokus. Die Grundgesamtheiten der Zielgruppen wurden anhand spezifischer Kriterien definiert.
Rund ein Drittel (34 Prozent) der befragten privaten Vermieter gab an, die Pflicht zur regelmäßigen Bereitstellung der UVI nicht zu kennen. Diese Wissenslücke spiegelt sich laut Techem auch in der praktischen Umsetzung wider: Nur 37 Prozent der befragten Mieter erhalten bislang eine unterjährige Verbrauchsinformation.
Dabei müssen bis zum 1.1.2027 alle nicht fernablesbaren Messgeräte in Wohngebäuden nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Die HKVO verpflichtet Vermieter damit, auf moderne funkbasierte Systeme umzusteigen – und den Mietern eine monatliche Verbrauchsinformation zur Verfügung zu stellen.
Wirksamkeit der unterjährigen Verbrauchsinformation
Die Techem-Umfrage zeigt auch: 50 Prozent der Mieter, die bereits eine UVI erhalten, geben an, dass sie dadurch bewusster mit dem Energieverbrauch umgehen und den Verbrauch besser verstehen (47 Prozent). Mehr Transparenz nehmen 46 Prozent der Teilnehmer wahr und konkrete Sparpotenziale erkennen 45 Prozent. Auch unerwartete Nachzahlungen lassen sich so häufiger vermeiden, sagen 44 Prozent in dieser Gruppe.
Auf Vermieterseite zeigt sich ein ähnliches Bild. Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Vermieter, denen die UVI-Pflicht bekannt ist, empfinden die gesteigerte Transparenz für Mieter als Vorteil. Gleichzeitig bewerten knapp 40 Prozent dieser Personengruppe die UVI nicht nur als regulatorische Pflicht, sondern auch als Chance für mehr Transparenz und Effizienz. Rund 30 Prozent der Vermieter, die die UVI schon eingeführt haben, beobachten bereits einen gesunkenen Energieverbrauch in ihren Gebäuden.
"Die Umfrage zeigt sehr deutlich, wie groß die Lücke zwischen gesetzlichen Vorgaben und tatsächlicher Umsetzung noch ist", sagt Techem-CEO Matthias Hartmann. "Gleichzeitig wird klar: Wo Transparenz geschaffen wird, verändert sich das Verhalten. Die unterjährige Verbrauchsinformation ermöglicht Millionen Haushalten, ihren Energieverbrauch besser zu verstehen und bewusster zu handeln."
Hören Sie zum Thema auch in diese L'Immo-Folge:
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