Von der Immobilienbranche entwickelt

Neues Open-Source-Tool: Bewertung von Klimarisiken


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Starkregen, Hagel, Überschwemmungen, Hitze, Trockenheit, Waldbrände – ein neues Open-Source-basiertes Tool soll Immobilieninvestoren dabei helfen, die finanziellen Risiken des Klimawandels direkt in die Kalkulationen einzubauen.

Es geht zum einen darum, die Kosten der Dekarbonisierung zu quantifizieren, zum anderen müssen die Risiken und die Kosten des Nichthandelns beziffert werden – auch vor dem Hintergrund, dass sich die Regulierungen hin zur Klimaneutralität verschärfen.

Das neue Open-Source-basierte Tool "Preserve", vorgestellt vom C Change-Programms des ULI Europe, soll Investmentmanagern und Asset Managern dabei helfen, die finanziellen Auswirkungen des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft auf die Performance und den Wert von Immobilien zu bewerten.

Dekarbonisierung und Immobilienmarkt: Pfade und Szenarien vergleichen

"Preserve" wurde in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft für die Integration in bestehende Discounted-Cashflow-(DCF)-Modelle entwickelt. Die Methodik ist laut ULI Europe praxisnah und kann die finanziellen Auswirkungen unterschiedlicher Dekarbonisierungspfade und zukünftiger Marktszenarien vergleichen.

Die Methodik wurde anhand realer Immobilien und Portfolios getestet. "Das Besondere am Tool ist die Zusammenführung von DCF-Verfahren mit der standardmäßigen Bewertung von Klimarisiken, die diese so erst quantifizierbar macht und damit eine bessere Entscheidungsgrundlage für Investmententscheidungen liefert", erklärte Sabine Georgi, Geschäftsführerin des ULI in Deutschland, Österreich, Schweiz.

Das Tool soll die flächendeckende Einführung der C Change Transition Risk Assessment Guidelines auf dem europäischen Immobilienmarkt unterstützen und ist als Branchenstandard konzipiert. Geplant ist, den Anwendungsbereich auf Nordamerika auszuweiten.

Alle Informationen zu "Preserve“ und dem C Change-Programm des ULI Europe

Klimarisiken und Immobilienwerte: in Resilienz investieren

Extremwettereignisse verursachen hohe Schäden, mindern Immobilienwerte und lassen die Versicherungskosten in die Höhe schießen. Laut einer Studie von JLL und Munich RE von Januar 2026 sind zum Beispiel die Prämien für Bürogebäude seit 2018 um durchschnittlich acht bis zwölf Prozent pro Jahr gestiegen – das zeige, dass Handlungsbedarf für Eigentümer bestehe.

"Versicherungskosten sind die am schnellsten wachsende Kostenart für Gewerbeimmobilien. Eigentümer müssen sich damit auseinandersetzen und in die Widerstandsfähigkeit ihrer Gebäude investieren, um Vermögenswerte zu schützen", sagte Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany.

Ein Großteil der Schäden weltweit geht auf das Konto von Extremwettereignissen wie Stürmen, Hagel und Überschwemmungen. Die Deckungslücke bei den Versicherungen lag der Studie zufolge zuletzt bei etwa 60 Prozent – ein Grund sind die hohen Kosten. 

Auch die Banken setzen sich demnach mit den Folgen des Klimawandels auseinander. Der Anteil der Befragten, die den Wetterereignissen ein sehr hohes oder hohes Gewicht bei der Risikobewertung beimessen, wird laut einer Umfrage deutlich steigen. Bei den Gebäudenutzern gab knapp die Hälfte der befragten Unternehmen an, bis 2030 nur noch Immobilien wählen zu wollen, die extremen Wetterverhältnissen standhalten.

"Klimaanpassung in der Immobilienbranche: Werte sichern, Versicherbarkeit erhalten"

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Ranking: Diese Städte sind am stärksten gefährdet

Der Indikator "Klimarisiko 2050", entwickelt von der KA Köln Assekuranz Agentur GmbH, im Städteranking von IW Consult, Wirtschaftswoche und ImmoScout24 zeigt die Vulnerabilität von 71 deutschen Großstädten gegenüber zehn Klimagefahren.

"Städte, die in Hochwasserschutz, Stadtbegrünung und hitzeresistente Infrastrukturen investieren, stärken ihre Widerstandskraft gegenüber Klimarisiken und schützen Bevölkerung und Infrastruktur", erklärte Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. Klimaresilienz werde zu einem wichtigen Faktor bei der Bewertung städtischer Standorte – für Kommunen, Unternehmen und private Haushalte.

Bremerhaven weist das höchste Klimarisiko aller deutschen Großstädte auf (Rang 71). Die Küstenlage macht die Stadt anfällig für Sturm, Starkregen und Sturmflut – alles Gefahren mit besonders hohem Schadensausmaß. Mannheim (Rang 70) und Ludwigshafen (Rang 69) folgen auf den hinteren Rängen. Bremen (Rang 68), Heidelberg (Rang 67) und Rostock (Rang 66) schneiden ebenfalls schlecht ab: Frankfurt am Main (Rang 62) ist die einzige Metropole unter den zehn gefährdetsten Städten.

Am wenigsten gefährdet zeigen sich Remscheid (Rang 1), Bielefeld (Rang 2) sowie Salzgitter und Solingen (beide Rang 3). Die geografische Lage im Binnenland macht Sturmfluten unmöglich. Ähnliches gilt für Aachen (Rang 5), Dortmund (Rang 6), Bottrop (Rang 7), Bochum (Rang 8), Münster (Rang 9) und Wuppertal (Rang 10).

Indikator "Klimarisiko 2050": Ausführliche Informationen und Grafiken 

 

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Schlagworte zum Thema:  Bewertung , Immobilien , Klimawandel
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