15.03.2017 | Corpus Sireo/Empirica

Büromieten: Bonn ist teuerste B-Stadt, Aachen verzeichnet das stärkste Plus

Bonn bleibt mit 9,92 Euro als Durchschnittsmiete pro Quadratmeter der teuerste B-Standort.
Bild: Egbert Herold ⁄

Die Büromieten in 14 untersuchten B-Städten sind 2016 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: Im Schnitt um 1,8 Prozent auf 8,42 Euro pro Quadratmeter, wie der Büromarktindex von Corpus Sireo und Empirica zeigt. An den Top-7-Standorten betrug der Anstieg der Miete im selben Zeitraum nur 0,2 Prozent (13,66 Euro). Bonn ist mit 9,92 Euro pro Quadratmeter teuerster Standort unter den B-Städten, Aachen verzeichnet mit 5,6 Prozent das deutlichste Plus.

Untersucht wurden für den "Germany 21: Regionaler Büromarktindex" die B-Städte Aachen, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Essen, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Mainz, Mannheim, Münster, Nürnberg, Wiesbaden.

Auch Catella hat die Mieten für Büros an B-Standorten untersucht und kam zu dem Schluss, dass sie 2016 deutlicher angezogen haben als in den sieben deutschen Städten der A-Kategorie (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart).

Karlsruhe im Fokus

Der regionale Fokus der aktuellen Studie von Corpus Sireo und Empirica lag dieses Mal auf Karlsruhe, das mit 2,9 Millionen Quadratmetern zu den kleinen regionalen Büromärkten zählt. Die Stadt mit rund 240.000 Erwerbstätigen gilt als führende Wirtschaftsmetropole in Baden. Seit dem Jahr 2008 hat das Niveau der Büromieten hier laut Corpus Sireo und Empirica um zwölf Prozent zugelegt.

In Karlsruhe lag die durchschnittliche Büromiete Ende 2016 mit 8,92 Euro pro Quadratmeter laut Corpus Sireo und Empirica rund sechs Prozent über dem Mittelwert der 14 analysierten B-Städte. Die Mieten sind im Jahr 2016 dabei sowohl im preiswerten wie auch im gehobenen Segment gestiegen. Mit einer Spitzenmiete von 13,30 Euro pro Quadratmeter bewegt sich Karlsruhe im Vergleich zu den anderen B-Standorten jedoch nur im mittleren Bereich.

Mieten in Aachen, Hannover, Mannheim und Wiesbaden überdurchschnittlich gewachsen

Outperformer waren in der zweiten Jahreshälfte 2016 im "Germany 21: Regionaler Büromarktindex" Aachen, Hannover, Mannheim und Wiesbaden mit mehr als vier Prozent Anstieg der Angebotsmieten.

An der Spitze liegt Aachen mit einem Plus von 5,6 Prozent auf eine Durchschnittsmiete von 8,71 Euro pro Quadratmeter. Die erzielbare Nettoanfangs-Rendite für Top-Objekte lag im untersuchten Zeitraum in Aachen der Studie zufolge bei fünf Prozent.

Ebenfalls positiv verlief die Entwicklung in Karlsruhe (Rendite: fünf Prozent), Leipzig (Rendite: fünf Prozent) und Nürnberg (Rendite: 4,8 Prozent): Hier stiegen die Büromieten zwischen 2,2 Prozent in Karlsruhe und 3,2 Prozent in Leipzig an. In Hannover lag die Nettoanfangs-Rendite bei 4,7 Prozent, in Mannheim bei fünf Prozent und in Wiesbaden bei 5,1 Prozent.

Leipzig ist der Studie zufolge mit einer Durchschnittsmiete von 7,22 Euro pro Quadratmeter erstmals teurer als Dresden (6,85 Euro; Rendite: fünf Prozent).

Bonn bleibt teuerster B-Bürostandort

In Bonn (Rendite: 4,6 Prozent), Münster (Rendite: fünf Prozent), Dortmund (Rendite: fünf Prozent) und Bremen (Rendite: 5,3 Prozent) stiegen die Mieten nur sehr leicht um bis zu ein Prozent an. Bonn bleibt jedoch den Studienautoren zufolge mit 9,92 Euro als Durchschnittsmiete pro Quadratmeter der teuerste B-Standort.

In Essen (Rendite: fünf Prozent), Mainz (Rendite 5,3 Prozent) und Dresden hingegen sind die Mieten laut Corpus Sireo und Empirica in der zweiten Jahreshälfte 2016 sogar gefallen. In Essen im Schnitt um 1,6 Prozent auf 8,17 Euro, in Mainz um 0,8 Prozent auf 9,57 Euro pro Quadratmeter.

Schlusslicht ist Dresden

Dresden bildet mit 6,85 Euro pro Quadratmeter das Schlusslicht der untersuchten Standorte. In fast allen Segmenten haben die Dresdner Büromieten nachgegeben, im Mittel um 1,1 Prozent.

Die Beratungsgesellschaft PwC sieht aber auch in Mainz, Wiesbaden und Bremen eine Trendwende bei den Kaufpreisen: Nachdem die Preise hier jahrelang gestiegen seien, sind sie demnach jetzt wieder rückläufig.

Berlin performt unter den Top 7 am besten

Die durchschnittlichen Büromieten in den Top-7-Standorten entwickelten sich nach Angaben von Corpus Sireo und Empirica im zweiten Halbjahr 2016 sehr unterschiedlich. Der Markt in Berlin verzeichnete demnach ein starkes Plus von fünf Prozent, kam auf durchschnittlich 12,92 Euro pro Quadratmeter und setzte sich an die Spitze der Top 7, gefolgt von Köln mit einem Mietwachstum von 3,1 Prozent (11,04 Euro). Auch Apleona nennt Berlin Top-Markt, was die Mietpreisentwicklung angeht.

Der Büromarkt Frankfurt schwächelte im "Germany 21: Regionaler Büromarktindex" in der zweiten Jahreshälfte 2016, die Durchschnittsmiete sank um 3,3 Prozent auf 14,99 Euro pro Quadratmeter. Auch in Hamburg sind die Mieten gefallen: um 0,8 Prozent auf durchschnittlich 12,96 Euro. Die Spitzenmiete in München lag der Studie zufolge Ende 2016 bei 34,70 Euro pro Quadratmeter und damit nur noch knapp hinter Frankfurt.

Laut einer Umfrage von JLL ist es am wahrscheinlichsten, dass in den kommenden zwei Jahren die Mieten weiterhin moderat wachsen werden bei unveränderten Renditen.

Schlagworte zum Thema:  Büromarkt, Büromiete, Standort

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