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Bilanzgestaltung

Die Passivseite der Bilanz


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Die Passivseite der Bilanz

Die Passivseite der Bilanz bietet mit den Verbindlichkeiten, den Rückstellungen und dem Eigenkapital wesentliches Potenzial zur Beeinflussung der Bilanzkennzahlen, wenn frühzeitig die Weichen gestellt werden können.

Einfluss der Verbindlichkeiten

Viele Verbindlichkeiten erhöhen die Bilanzsumme. Auf der anderen Seite sind hohe Verbindlichkeiten gut für das Working Capital.

Grundsätzlich sind Verbindlichkeiten, die nicht aufgrund finanzieller Engpässe, sondern durch bewusstes Verhandeln entstehen, gut für das Unternehmen. Sie erhöhen die liquiden Spielräume und stellen einen kostengünstigen Kredit dar. Das wird in Bilanzkennzahlen abgebildet. Darum muss der mögliche Einfluss auf die Bilanzwerte frühzeitig genutzt werden.

  • Im Laufe des Jahres werden in Verhandlungen mit Lieferanten lange Zahlungsziele erreicht.
  • Die Zahlungen zum Jahresende werden exakt geplant. Wichtige Zahlungen mit Skontoerträgen werden auch innerhalb des Jahreswechsels pünktlich erledigt.

Praxis-Hinweis: Sorgfältige Planung der Zahlungen

Planen Sie Ihre Zahlungen sorgfältig und in Absprache mit wichtigen Zahlungsempfängern. Zu extensives Verzögern kann zu Meldungen von Zielüberschreitungen an Wirtschaftsauskunfteien und Versicherungsunternehmen und damit zu schlechter Bonitätseinschätzung durch Kreditversicherer führen.

Gestaltung durch Rückstellungen

Mit Rückstellungen wird der handels- und steuerrechtliche Gewinn des Unternehmens reduziert. Da der Gewinn wie die Rückstellungen auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen wird, kommt es zu einem Passivtausch. Rückstellungen haben Einfluss auf Kapitalkennziffern, da der Gewinn zum Eigenkapital zählt, Rückstellungen nicht.

Rückstellungen müssen für unterschiedlichste Situationen gebildet werden. Dabei kommt es oft am Bilanzstichtag zur unerwarteten Notwendigkeit der Bildung mit entsprechenden Auswirkungen auf Gewinn und Kennzahlen. Ein typisches Beispiel sind unerwartet hohe Guthaben auf Arbeitszeitkonten.

  • Rückstellungen werden nicht erst nach dem Bilanzstichtag errechnet. Es lohnt sich, die Berechnung im Laufe des Jahres immer wieder durchzuführen, um eine zu erwartende Entwicklung aufzuzeigen.
  • Belege für Rückstellungen werden bereits das gesamte Jahr über gesammelt (Bonusvereinbarungen, Reparaturangebote usw.).

Eigenkapital und Eigenkapitalkennziffern

Das Eigenkapital des Unternehmens ist für viele Finanzkennziffern die ausschlaggebende Größe. Um zumindest einen gewissen Einfluss auf die Kennzahlen zu haben, muss bereits frühzeitig eine Planung der Entwicklung des Eigenkapitals erfolgen. In der Regel müssen Veränderungen am Kapital durch Gesellschafterversammlungen beschlossen werden. Diese haben einem Reglement zu folgen, das auch lange Fristen einschließt.

  • Ein im Vorjahr erzielter Gewinn kann ausgeschüttet oder einbehalten werden. Auf den Gewinn im laufenden Jahr können Vorabausschüttungen erfolgen. Das muss während des Jahres beschlossen werden.
  • Ein entstandener Verlust muss eventuell ausgeglichen werden.
  • Ein- und Auszahlungen von Gesellschafterdarlehen müssen langfristig geplant werden. Entsprechende Vorbereitungen sind notwendig.

Ein besonderes Augenmerk verlangen Eigenkapitalkennziffern, die in Kreditverträgen mit den Banken vereinbart sind. Wer sich nicht das gesamte Jahr über damit auseinandersetzt, kann am Bilanzstichtag eine böse Überraschung erleben.

Schlagworte zum Thema:  Verbindlichkeit , Planung , Bilanz
1 Kommentar
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Frank Schoensee

Tue Jul 30 10:03:51 CEST 2013 Tue Jul 30 10:03:51 CEST 2013

Die Ausführungen in diesem Artikel dürften der angesprochenen Klientel bereits seit langem bekannt sein. Die reißerische Aufmachung als "Top-Thema" steht in einem krassen Missverhältnis zur Asussagekraft.