Familienrecht







Neugeborenes Baby
Neugeborenes Baby
Sorge- und Umgangsrecht und Lebenswirklichkeit

Familienrechtsreform - unverheiratete Väter bleiben wohl überraschend erst außen vor

Seit Jahren bereitet eine Arbeitsgruppe eine Familienrechtsreform vor, um veränderte Lebenswirklichkeiten besser abzubilden. Die Bundesfamilienministerin will auf den nun vorliegenden Thesen aufbauend einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen. Neben einer Grundsatzreform soll eine Teilreform vorab dringende Themen regeln. Darin will die Ministerin aber - vom Vorschlag abweichend - die nicht verheirateten Väter wenig stärken.




Vorurteile im Recruiting Name
Vorurteile im Recruiting Name
Änderung im Personenstandsgesetz

Die Reihenfolge von Vornamen kann seit dem 1.11.2018 geändert werden

Bei Vornamen ist die Reihenfolge künftig Schall und Rauch: Zum 1.11.2018 trat der neu eingefügte § 45 a des Personenstandsgesetzes (PStG) in Kraft. Danach kann nun die Reihenfolge der eigenen Vornamen selbst festlegt werden. Hierzu bedarf es lediglich einer Erklärung auf dem Standesamt. Eine Begründung für die Änderung benötigt man, im Gegensatz zum behördlichen Namensänderungsverfahren, nicht.


Close-up of the scales of justice
Close-up of the scales of justice
Kindesunterhalt

Unterhaltsvergleich hat gegenüber familienrechtlichem Ausgleichsanspruch keine Sperrwirkung

Zahlt ein Elternteil alleine den Unterhalt des gemeinsamen Kindes, hat er gegenüber dem anderen Elternteil, welcher ebenfalls unterhaltspflichtig war, aber wegen Auszug des Kindes keinen Naturalunterhalt mehr leistet, einen Erstattungsanspruch. Dies wird auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass der allein Unterhaltleistende eine Verpflichtung aus einem gerichtlichen Vergleich erfüllt, entschied der BGH.




Fragezeichen
Fragezeichen
Ergänzungspflegschaft

Auskunftsrecht eines Elternteils über Therapie des Kindes bei entzogener Gesundheitssorge

Ein Auskunftsanspruch über die persönlichen Verhältnisse des Kindes kann bei entzogener Gesundheitssorge auch gegenüber einem als Ergänzungspfleger bestellten Jugendamt geltend gemacht werden. Der Anspruch kann jedoch entfallen, wenn die Gefahr besteht, dass er dem Kindeswohl widerspricht. Dies ist der Fall, wenn zu befürchten ist, dass die Auskunft missbraucht wird, um Einfluss in dem entzogenen Sorgerechtsbereich zu nehmen.








Junge denkt nach, Zeigefinger vor dem Mund
Junge denkt nach, Zeigefinger vor dem Mund
Reform des Sachverständigenrechts

Gesetz für qualifiziertere Gutachter in Familienrechtsverfahren noch in 2016

Obwohl familienrechtliche Gutachter Vorlagen für existenzielle Lebensentscheidungen für Eltern und Kinder liefern, gab es bisher keine verbindlichen Standards für Gutachten in familienrechtlichen Prozessen. In den Medien wurden fragwürdige Gutachten bei schwer nachvollziehbaren Entscheidungen häufig thematisiert. Nun soll noch in diesem Jahr ein Gesetz in Kraft treten, das strengere Anforderungen an die Qualifikation und Organisation dieser Sachverständigen stellt.



Geldmünzen
Geldmünzen
Zeit und Recht

Deutschen Gerichte tun sich noch schwer mit der Morgengabe

Auch im Familienrecht stellt sich die Frage, wieweit das Zusammenleben verschiedener Kulturen gelingt - etwa bei anderen Rechten und Sitten im Rahmen der Eheschließung. Die Verpflichtung, für den Vollzug der Ehe die Zahlung einer Geldsumme (Morgengabe) in Aussicht zu stellen, ist nach einer Entscheidung des AG Baden-Baden sittenwidrig. Anderer deutsche Gerichte sehen das anders. Das Abendland tut sich etwas schwer mit der Morgengabe.





Trennung Photo durchgerissen
Trennung Photo durchgerissen
Praxis-Tipp

Zuordnung von gesamtschuldnerisch festgesetzten Vorauszahlungen in Trennungsfolgejahren

Zahlt ein Ehegatte gesamtschuldnerisch festgesetzte Vorauszahlungen, dienen diese der Tilgung der zu erwartenden Steuerschulden beider Ehegatten, unabhängig davon, ob die Eheleute später zusammen oder getrennt (seit 2013 Einzelveranlagung von Ehegatten) veranlagt werden. Bislang war nicht eindeutig geklärt, ob dies auch dann gilt, wenn die Voraussetzungen für eine Ehegattenveranlagung nicht mehr vorliegen.   




Junge denkt nach, Zeigefinger vor dem Mund
Junge denkt nach, Zeigefinger vor dem Mund
Elterliche Sorge

Ohne tragfähige soziale Beziehung der Eltern kein gemeinsames Sorgerecht

Bei zu unterschiedlichen Lebenswelten kommt ein gemeinsames Sorgerecht manchmal nicht in Betracht. Ein entsprechender Antrag eines Vaters, der als Aussteiger lebte, keinen Unterhalt zahlte und der Mutter Drohbriefe schickte, wurde abgelehnt. Eine tragfähige soziale Beziehung und damit eine am Kindeswohl orientierte Verständigung sei hier nicht möglich, entschied das OLG Karlsruhe im Sinne der Mutter.


Bauarbeiter schleppt Ziegelstapel
Bauarbeiter schleppt Ziegelstapel
Nichteheliche Lebensgemeinschaft

Ausgleichsansprüche des früheren Partners für Umbau des Elternhauses der Ex-Lebensgefährtin?

Bestehen nach gescheiterter Lebensgemeinschaft Ausgleichsansprüche des Partners für in den Umbau des Elternhauses der Lebensgefährtin erbrachte Leistungen? Laut BGH kann jedenfalls nicht von einem Kooperationsvertrag zwischen Eltern und ehemaligem Lebensgefährten ausgegangen werden, der Arbeitsleistungen erbringt, um langfristig in das umgebaute Haus einzuziehen.