Fotovoltaik: Einzelfragen und steuerliche Optimierung

Zusammenfassung

 

Überblick

Zwar ist in Deutschland die erste große Boomphase für Fotovoltaikanlagen vorbei, doch angesichts der sicherlich auch künftig weiter steigenden Energiepreise bleibt die Stromerzeugung durch eine eigene Fotovoltaikanlage als bedeutende Alternative bestehen. Daran ändern auch die zuletzt deutlich gesenkten Einspeisevergütungen nichts. Denn zugleich ist der mit einer Fotovoltaikanlage verbundene finanzielle Aufwand durch die gesunkenen Preise der Solarmodule ebenfalls rückläufig, sodass sich eine Anlage nach wie vor amortisiert und eine positive Rendite abwirft.

Das positive wirtschaftliche Ergebnis kann durch eine optimierte Besteuerung noch zusätzlich verbessert werden. Dies betrifft sowohl die ertragsteuerliche als auch die umsatzsteuerliche Behandlung der Stromerzeugung durch eine Fotovoltaikanlage. Der Beitrag geht auf einzelne Punkte und Gestaltungsmöglichkeiten ein. Detailfragen des Steuerrechts werden erläutert und gezielte Hinweise dienen dazu, Fehler zu vermeiden.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Für die Fotovoltaik gibt es keine speziellen steuergesetzlichen Regelungen. Es gelten die allgemeinen Vorschriften für Gewerbetreibende, insbesondere zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb in § 15 EStG, sowie die grundsätzlichen Regeln für Unternehmer in § 2 UStG. Außersteuerlich ist vor allem das Erneuerbare-Energien-Gestz (EEG) maßgebend. BMF-Schreiben und OFD-Verfügungen gehen auf die steuerliche Behandlung ein, und zunehmend liegt auch einschlägige Rechtsprechung vor.

1 Grundlagen

Der mittels einer Fotovoltaikanlage erzeugte Strom wurde in den letzten Jahren stets günstiger, und so kann aktuell der Strom bereits deutlich unter den üblichen Strombezugspreisen erzeugt werden. Deshalb wird die Fotovoltaik auch nur noch in geringem Umfang durch eine garantierte Einspeisevergütung gefördert. Die Förderhöhe sinkt permanent weiter.[1]

Zugleich wird ein möglichst hoher Direktverbrauch – der Verbrauch des erzeugten Stroms im eigenen Haushalt – immer interessanter. Mittlerweile ist ein positives Betriebsergebnis – insbesondere bei nicht ganz optimaler Lage der Fotovoltaikanlage – oftmals nur noch durch eine höhere Quote des direkten Stromverbrauchs und entsprechend geringerer Einspeisung erreichbar. Ein Direktverbrauch in der Größenordnung von 20 bis 30 % der Stromproduktion sollte angestrebt werden.

Doch nicht nur die Höhe der erzielbaren Einspeisevergütung, die Höhe der Herstellungskosten für eine Fotovoltaikanlage oder der Umfang des Direktverbrauchs des erzeugten Stroms entscheiden über deren Wirtschaftlichkeit. Auch die zutreffende, optimale Besteuerung trägt hierzu entscheidend mit bei.

2 Förderung

Zwar liegen die Produktionskosten von Strom aus einer Fotovoltaikanlage bereits weit unter dem marktüblichen Strompreis. Dies berücksichtigt aber nicht, dass der Sonnenstrom nicht ständig zur Verfügung steht. Trotz erheblicher technischer Verbesserungen, deutlich gesunkenen Herstellungskosten und steigenden Energiepreisen kann eine Fotovoltaikanlage derzeit gegenüber den anderen Energiearten insgesamt betrachtet noch nicht konkurrenzfähig Strom erzeugen. Deshalb wird diese Form der Energieerzeugung durch verschiedene Maßnahmen gefördert – wenn auch nicht mehr in dem Umfang wie noch vor wenigen Jahren. Die einzelnen Fördermöglichkeiten werden nachfolgend dargestellt.

2.1 Darlehen

Für die Finanzierung einer Fotovoltaikanlage muss ggf. auf ein Darlehen zurückgegriffen werden. Einige Banken bieten hierzu Sonderkreditprogramme zu reduzierten Zinssätzen an.

Hinzuweisen ist besonders auf die zinsgünstigen KfW-Darlehen. Diese Investitionskredite werden auch zur Erzeugung von Strom aus Fotovoltaik ausgereicht; hierzu ist das Förderprogramm "Erneuerbare Energien – Standard" mit der Programmnummer 270 aufgelegt. Speziell für den Stromspeicher zu einer Fotovoltaikanlage gibt es das Förderprogramm "Erneuerbare Energien – Speicher" mit der Programmnummer 275. Der Antrag auf solch ein Darlehen erfolgt über die jeweilige Hausbank, die als "Vermittler" agiert. Dort können die aktuellen Konditionen der Darlehen erfragt werden; auf der Internetseite der KfW[1] sind die Voraussetzungen für eine Förderung im Detail dargestellt. Der Zinssatz orientiert sich auch an der Bonität des Kreditnehmers, liegt aber regelmäßig unter dem Marktzinssatz.

 

Wichtig

Antrag vor Installation

Es ist unbedingt zu beachten, dass der Antrag auf ein KfW-Darlehen immer vor Beginn der Installation einer Fotovoltaikanlage zu stellen ist. Eine Umschuldung oder Nachfinanzierung abgeschlossener Maßnahmen ist nicht möglich.

Die Auszahlung des Kredits erfolgt nach der Installation der Anlage. Auch hierbei geht der Weg über die Hausbank, welche das Darlehen durchleitet. Die Rückzahlung erfolgt in quartalsweisen Raten, wobei jedoch zu Beginn – je nach Darlehenslaufzeit – 1, 2 oder 3 Jahre tilgungsfrei gewählt werden können.

2.2 Zuschüsse

Sehr vorteilhaft kann ein Zuschuss für eine Fotovoltaikanlage sein. Anders als in der Anfangszeit der Fotovoltaik ist diese Form der Subventionierung aktuell nur noch selten anzutref...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesene beiträge