Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / a) Notwendiges Betriebsvermögen
 

Rn. 125

Stand: EL 100 – ET: 08/2013

Zunächst die Definition im Urt BFH BStBl II 1997, 247 (so auch R 4.2 Abs 1 EStR 2008; s Rn 52): Danach gehören zum notwendigen BV WG, die dem Betrieb objektiv erkennbar zum unmittelbaren Einsatz daselbst bestimmt sind (BFH BStBl III 1960, 484; BFH/NV 1989, 304; BStBl II 1982, 340). Der StPfl muss sie also auf die Verwendung im BV ausrichten, und dies muss im Interesse der Objektivierung erkennbar sein.

Nicht erforderlich (negative Abgrenzung) sind folgende Tatbestandsmerkmale:

- Ausweis in der Buchführung (s Rn 141);
- tatsächliche Nutzung, sofern die geplante spätere Nutzung objektiv erkennbar ist (BFH BStBl II 1978, 330); anders bei noch nicht entschiedener späterer Verwendung des BV, hier kommt nur ein gewillkürtes BV in Betracht (BFH BStBl II 1991, 829);
- Notwendigkeit für den Betrieb (BFH BStBl II 1991, 829), worüber insb auch das FA nicht zu befinden hat;
- wesentliche Bedeutung;
- Unentbehrlichkeit (BFH BStBl II 1991, 829).
 

Rn. 126

Stand: EL 100 – ET: 08/2013

vorläufig frei

 

Rn. 127

Stand: EL 100 – ET: 08/2013

Hierzu folgende Bsp aus der Rspr, die notwendiges BV bejahen:

- zum Tausch vorgesehene WG, also zB Altgold beim Zahnarzt (BFH BStBl II 1986, 607; 1993, 36; 1991, 13), nicht dagegen Feingold;
- Nutzungsrecht an einem Ladenlokal, das unter Hingabe (Tausch) von betrieblichem Grundbesitz erworben wurde (BFH BStBl II 1990, 128);
- aus einem Tauschverfahren hervorgegangene Grundstücke (BFH BStBl II 1996, 60);
- zur Rettung einer Forderung ersteigertes Grundstück (BFH BStBl II 1988, 424; s Rn 113);
- Darlehensgewährung zur Rettung einer betrieblichen Forderung (BFH BStBl II 1980, 571 für Honorarforderung eines StB);
- Arbeiterwohnhaus (BFH BFH/NV 1989, 95; BStBl II 1977, 315); s Rn 1499 "Werkswohnung";
- branchenübliche Wertpapiergeschäfte eines Bankiers (BFH BStBl II 1976, 588; 1977, 287);
- Silberabfälle eines Röntgenarztes (BFH BStBl II 1986, 907);
- Wertpapiere eines Arztes, wenn diese Bestandteile eines Finanzierungskonzeptes für die Praxis darstellen (BFH v 17.05.2011, VIII R 1/08, BStBl II 2011, 862). Anders allerdings BFH v 08.02.2011, VIII R 18/09, BFH/NV 2011, 1847;
- Fernsehgerät eines Fernsehautors u Regisseurs in seiner Wohnung bei geringer privater Mitnutzung (BFH BStBl II 1971, 17);
- Darlehensgewährung eines Freiberuflers trotz Standeswidrigkeit (BFH BStBl II 1982, 340);
- weitere Fälle von Freiberuflern s Rn 155;
- Erwerb eines GmbH-Anteils als StB-Honorar (BFH BStBl II 2001, 546);
- Pensionsverpflichtung einer PersGes gegenüber ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer (BMF v 29.01.2008, BStBl I 2008, 317 mwN aus der BFH-Rspr);
- Lebensversicherung einer PersGes als Versicherungsnehmer, wenn das durch die gezahlten Prämien aufgebaute Deckungskapital der Rückzahlung von Bankkrediten dient. Versicherte Person kann dabei ein minderjähriges Kind des (Mit-)Unternehmers sein, um den Risikoanteil der Prämie zu minimieren (BFH v 03.03.2011, IV R 45/08, BStBl II 2011, 552). Zur Bewertung s § 6 Rn 243; vgl aber s Rn 130;
- Errichtung und Veräußerung eines Baumarktes durch einen Immobilienmakler (BFH v 07.05.2008, BFH/NV 2008, 1385);
- Übernahme einer Bürgschaft, soweit betrieblich veranlasst (BFH BFH/NV 1988, 22; BStBl II 1987, 257);
- Verpachtung einer Arztpraxis im Gebäude mit Apotheke (FG D'dorf EFG 2001, 1055 rkr);
- Arztpraxisräume, die ein Apotheker im selben Haus (wie die Apotheke) betreibt (BFH v 05.09.2012, X B 129/11, BFH/NV 2013, 37)
- Beteiligung und Forderung eines Architekten an Schweizer Bauträger-AG (BFH BStBl II 1982, 345);
- Beteiligung eines Statikers an Wohnungsbau-AG (BFH BStBl II 1979, 109);
- Beteiligung eines Malermeisters an einer Wohnungsbau-GmbH (BFH BStBl II 1994, 296; BFH/NV 1996, 393);
- Ferienwohnungen bei Einschaltung eines berufsmäßigen Vermittlers (BFH BStBl II 1997, 247);
- als Bücherei an die Trägerkörperschaft vermietetes Gebäude eines Betriebes gewerblicher Art (FG Nbg EFG 2007, 432);
- eigengewerblich genutztes Patent (BFH BStBl II 1970, 317);
- Beteiligung eines Apothekers an Einkaufsgenossenschaft (FG Köln EFG 1997, 597 rkr); anders BFH BStBl II 1998, 301 für den Fall fehlender Vorteile im Warenbezug etc gegenüber Nichtgenossen;
- Beteiligung eines Ingenieurs an einer Technik-Beratungs-GmbH (BFH BStBl II 1976, 380);
- Beteiligung eines Landwirtes an einer Absatzgenossenschaft (BFH BStBl II 1980, 439);
- Beteiligung eines Arztes an GmbH, die in Lizenzen von ihm entwickelte Medikamente vertreibt (BFH BStBl II 2001, 798);
- Beteiligung eines Einzelunternehmens an GmbH, die ihm ihre Betriebsanlagen verpachtet (eine Art "umgekehrte Betriebsaufspaltung", FG SchlH EFG 2006, 1352 rkr);
- Diensterfindungen s Rn 1293;
- uU Beteiligung eines Rechtsanwalts an einer IT-AG (BFH v 26.01.2011, VIII R 19/08).
 

Rn. 128

Stand: EL 100 – ET: 08/2013

Nicht zur Bestimmung der BV-Eigenschaft sind maßgeblich:

- die Finanzierung, also die Herkunft der zur Beschaffung des WG eingesetzten liquiden Mittel (BFH BStBl II 1996, 351); zur Funktion der Finanzieru...

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