Der BFH äußerte sich in 2020 zur Bewertung eines dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zufließenden Sachbezugs in Fällen, in denen eine vergleichbare Ware oder Dienstleistung an Endverbraucher in der Regel nicht vertrieben wird. Für den BFH kann der Sachbezug dann grundsätzlich auch anhand der vom Arbeitgeber aufgewendeten Kosten bemessen werden (BFH, Urteil v. 7.7.2020, VI R 14/18, BStBl 2021 II S. 232). Das Urteil betraf Vorteile aus einem Firmen-Fitness-Programm, mit dem die Arbeitgeberin ihren Arbeitnehmern Trainingsberechtigungen verbilligt zuwendete, die fremden Endverbrauchern am Markt so nicht angeboten wurden.

Dem folgt nun auch die Finanzverwaltung und ergänzt ihr bisheriges BMF-Schreiben vom 16.5.2013 für alle offenen Fälle mit dem BMF-Schreiben v. 11.2.2021 (BStBl 2021 I S. 311). Danach können in solchen Fällen die entsprechenden Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer und sämtlicher Nebenkosten als maßgeblicher Endpreis i. S. des § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG angesetzt werden. Die Vereinfachungsregelung der R 8.1 Abs. 2 Satz 3 LStR greift dann nicht (vgl. Rdnr. 4a neu).

 
Hinweis

In Fällen, in denen eine vergleichbare Ware oder Dienstleistung an Endverbraucher vertrieben wird, ist für die Bewertung des Sachbezugs regelmäßig der um übliche Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis am Abgabeort anzusetzen (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG – laut BFH grundsätzlich der Preis, der im allgemeinen Geschäftsverkehr von Letztverbrauchern für identische bzw. gleichartige Waren tatsächlich gezahlt wird).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Steuer Office Excellence. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Steuer Office Excellence 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge