27.03.2014 | OFD

Schwerpunkte der Betriebsprüfung 2014

Achtung Betriebsprüfung! Das sind die Schwerpunkte 2014.
Bild: Haufe Online Redaktion

Welche Schwerpunkte die Finanzämter bei ihren Prüfungen setzen, behalten sie in der Regel für sich. In Nordrhein-Westfalen geht man damit offener um. Hier werden die Prüfungsfelder von der OFD veröffentlicht. Und was für NRW gilt, …

Zentrale Schwerpunkte für die Prüfungen in NRW sind 2014 die Vermietung und Verpachtung im Erstjahr sowie die steuerliche Behandlung von Gewinnen und Verlusten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Kapitalgesellschaften (§ 8b KStG).

Darüber hinaus haben die Finanzämter in NRW folgende dezentrale Prüffelder ausgewählt (geordnet nach Steuerarten bzw. Vorschriften oder Themen):

Das wird bei der Einkommensteuer geprüft

  • Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG): Erbauseinandersetzung; Nutzungsumfang/Nutzungsänderungen/Veräußerung von L&F-Flächen; schlafende Landwirte; Liebhaberei; Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen;
  • Gewerbebetriebe und Selbstständige (§§ 15 - 18 EStG): Photovoltaikanlagen; Liebhaberei; Gesellschafterwechsel; Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG); Umwandlungen/Einbringungen; Betriebsaufspaltung; Einnahme-Überschuss-Rechnung; Schuldzinsenabzug (§ 4 Abs. 4a EStG); Branchenspezifische Untersuchungen; Fahrtkosten; Arbeitszimmer; Aufsichtsratsvergütungen; E-Bilanz; Verluste bei beschränkter Haftung (§ 15a EStG); Betriebsveräußerung/-aufgabe (§ 16 EStG); Anteilsveräußerung und Verluste (§ 17 EStG);
  • Arbeitnehmer (§ 19 EStG): ausländischer Arbeitslohn; Überwachung von Pflichtveranlagungen; doppelte Haushaltsführung; Werbungskosten; Werbungskosten bei bestimmten Berufsgruppen;
  • Kapitaleinkünfte (§ 20 EStG): Einnahmen aus Kapitalvermögen; Vollständigkeit der Einnahmen; Besteuerung von Kapitalanlagen;
  • Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG): Hohe Erhaltungsaufwendungen; Leerstand; Absetzung für Abnutzung; Anschaffungsnaher Aufwand; Vermögensübertragung; erstmalige Vermietung; teilentgeltliche Überlassung; Kaufpreisaufteilung;
  • Sonstige Einkünfte und private Veräußerungsgeschäfte (§§ 22, 23 EStG): Renten und andere Leistungen (Alterseinkünftegesetz); private Veräußerungsgeschäfte - Grundstücke (§ 23 EStG); Vollständigkeit der Einnahmen;
  • Sonderausgaben (§ 10 EStG): Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (Bürgerentlastungsgesetz); Schulgeld; Altersvorsorgeaufwendungen/sonstige Vorsorgeaufwendungen (Alterseinkünftegesetz); Dauernde Last und Renten; Datenabgleich;
  • Außergewöhnliche Belastungen (§§ 33, 33a EStG): Heimunterbringung/Pflegekosten; Pflegepauschbetrag; Unterstützung naher Angehöriger; allgemeine außergewöhnliche Belastungen; Unterstützungsleistungen ins Ausland;
  • Tarifvorschriften: Tarifabgrenzung § 32a/§ 32d EStG; Thesaurierungsbesteuerung;

Das wird bei der Gewerbesteuer geprüft wird

Beginn der sachlichen Steuerpflicht; Gewerbeverlust (§ 10a GewStG); Kürzungsvorschriften;

Das wird bei der Körperschaftsteuer geprüft

Verlustabzug nach § 8c KStG; Spendenabzug; Zerlegung; Liquidation; Rechtsbeziehungen Gesellschaft/Gesellschafter; Berücksichtigung Gewinne/Verluste gem. § 8b KStG; Beteiligungsverhältnisse; Betriebsaufspaltung; Pensionsrückstellungen;

Das wird bei der Umsatzsteuer geprüft

Organschaft, Vermietung und Verpachtung; Durchschnittssätze für L&F-Betriebe (§ 24 UStG); Berichtigung Vorsteuerabzug § 15a UStG;

Mit diesen Prüffeldern müssen gemeinnützige Körperschaften rechnen

Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke; Erstattungsüberhänge USt; wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb; Satzungsprüfung; Aufwandsentschädigungen; Honorarzahlungen; Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben; Kosten der Mitgliederpflege; Personalkosten (Lohnsteuer);

Was sonst noch geprüft wird

Erfassung und Überwachung von Beteiligungen; Haftung; Anteilsbewertung; Systemüberprüfungen; Insolvenzen;

Hinweis: Selbstverständlich handelt es sich hier nur um Schwerpunkte. Daraus kann man nicht schließen, dass andere Sachverhalte nicht auch geprüft werden!

Da die Aufstellung nur für NRW gilt, kann man für die anderen Bundesländer keine eindeutigen Aussagen treffen. Es liegt jedoch nahe, dass auch dort ähnliche Bereiche im Mittelpunkt stehen, sodass die Liste gute Anhaltspunkte liefert, worauf man seine Mandanten vorbereiten muss.

Schlagworte zum Thema:  Betriebsprüfung, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Gemeinnützige Körperschaften, Abgabenordnung

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