Achtung Betriebsprüfung! Das sind die Schwerpunkte 2017. Bild: Haufe Online Redaktion

Welche Schwerpunkte die Finanzämter bei ihren Prüfungen setzen, ist für Steuerberater und ihre Mandanten eine hochinteressante Information. In den meisten Bundesländern gibt die Finanzverwaltung dies jedoch nicht bekannt. Anders in Nordrhein-Westfalen:

Hier hat die OFD ihre Liste mit den wichtigsten Prüffeldern für 2017 veröffentlicht. Im Jahr 2017 legt die Finanzverwaltung in NRW besonderes Augenmerk auf

  • den Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG, mehr dazu in Ihrem Produkt unter Haufe Index 2923556) und auf 
  • den Verlustabzug bei Körperschaften (§ 8c KStG mehr dazu in Ihrem Produkt unter Haufe Index 8766507).

Neben diesen zentralen - also für alle Finanzämter geltenden - Prüffeldern, wurden folgende dezentrale Schwerpunkte (geordnet nach Steuerarten bzw. Vorschriften oder Themen) für die einzelnen Finanzämter festgelegt:

Das wird bei der Einkommensteuer geprüft

  • Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG): keine Prüfungsschwerpunkte.
  • Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften (§ 17 EStG): Verluste.
  • Gewerbebetriebe und Selbstständige (§§ 15/18 EStG): private PKW Nutzung, Schuldzinsenabzug, Liebhaberei, Raumkosten und Grundstücksaufwendungen.
  • Arbeitnehmer (§ 19 EStG): doppelte Haushaltsführung, Reisekosten, häusliches Arbeitszimmer, Werbungskosten (u. a. der Soldaten und Bundespolizisten), Entfernungspauschale/Firmenfahrzeug, hohe Fahrtkosten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte, 2000er Fälle mit Auslandsbeziehungen.
  • Kapitaleinkünfte (§ 20 EStG): Verluste aus Kapitalvermögen, 2000er Veranlagung, Anzeigepflichten bei Versicherungsverträgen, ausländische thesaurierende Investmentfonds.
  • Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG): Erstjahr, hohe Erhaltungsaufwendungen, Vermögensübertragungen zwischen nahestehenden Personen, Leerstand, Verluste aus Ferienwohnungen.
  • Sonstige Einkünfte und private Veräußerungsgeschäfte (§§ 22, 23 EStG): Umwidmung von Lohnersatzleistungen in Erwerbsminderungsrenten.
  • Sonderausgaben (§ 10 EStG): Ausbildungskosten, Schulgeld, Beiträge an Versorgungswerke, Rentenversicherung, Kirchensteuer auf Abgeltungssteuer
  • Außergewöhnliche Belastungen (§§ 33, 33a EStG): Heim- und Pflegekosten, Unterhaltsleistungen, Unterstützungsleistungen.
  • Tarifvorschriften: Thesaurierungsbesteuerung.

Das wird bei der Gewerbesteuer geprüft wird

Gewerbeverluste bei Wechsel der Mitunternehmerschaft.

Das wird bei der Körperschaftsteuer geprüft

Liquidationsbesteuerung, Beteiligungsverhältnisse, Überprüfung und Pflege des Gesellschafterbestandes von Kapitalgesellschaften.

Das wird bei der Umsatzsteuer geprüft

Vorsteuerberichtigung, Vermietungen.

Mit diesen Prüffeldern müssen gemeinnützige Körperschaften rechnen

Honorarleistungen, Mittelverwendung Satzungsprüfung in Neugründungs- und Bestandsfällen, Spenden, Verluste aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, Besteuerungsgrenze,  Zuordnung der Umsätze, gemeinnützige Zwecke gem. § 52 Abs. 2 Nr. 13 AO.

Was sonst noch geprüft wird

Zuzug aus dem Ausland, Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Hinweis: Bei den o. g. Prüffeldern handelt es sich um die Schwerpunkte. Die Prüfer dürfen also (und werden i. d. R. auch) andere Sachverhalte aufgreifen!

Die Aufstellung gilt zwar nur für Bereich der OFD Nordrhein-Westfalen, dennoch kann sie auch für die anderen Bundesländer Anhaltspunkte liefern, worauf die Prüfer besonders achten. Steuerberater können und sollten ihre Mandanten entsprechend vorbereiten.

Liste der Prüffelder für das Kalenderjahr 2017 der OFD NRW

Schlagworte zum Thema:  Betriebsprüfung, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Gemeinnützige Körperschaften, Abgabenordnung

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