Lohnsteuertabelle

Der Arbeitgeber kann die für den Arbeitslohn zu erhebende Lohnsteuer maschinell oder manuell berechnen. Für die manuelle Berechnung werden Lohnsteuertabellen veröffentlicht. Um diese einheitlich erstellen zu können, gibt das Bundesministerium der Finanzen jährlich amtliche Programmablaufpläne zur Erstellung von Lohnsteuertabellen heraus. Diese enthalten bundeseinheitliche Vorgaben für die benötigten Berechnungsschritte. Der Programmablaufplan für 2017 berücksichtigt die gesetzlichen Änderungen beim Einkommensteuertarif, u. a. die Anhebung des steuerfreien Grundfreibetrags auf 8.820 EUR.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

§ 51 Abs. 4 Nr. 1a EStG ist Rechtsgrundlage für den amtlichen Programmablaufplan zur Erstellung der Lohnsteuertabellen. Für das jeweilige Kalenderjahr wird der amtliche Programmablaufplan durch BMF-Schreiben veröffentlicht. Für den Lohnsteuerabzug 2017 vgl. BMF-Schreiben v. 11.11.2016, IV C 5 - S 2361/16/10001.

Lohnsteuer

1 Unterschied Lohn- und Einkommensteuertarif

Die Lohnsteuertabellen sind aus dem Einkommensteuertarif abgeleitet. Wesentlicher Unterschied zwischen Lohnsteuer- und Einkommensteuertarif ist die Berücksichtigung gesetzlicher Frei- und Pauschbeträge. Damit der Lohnsteuerabzug der endgültigen Einkommensteuer möglichst nahekommt, wird die Lohnsteuer nach 6 unterschiedlichen Steuerklassen berechnet, in die verschiedene Frei- und Pauschbeträge eingearbeitet sind, z. B. in

  • Steuerklasse I – V der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR;
  • Steuerklasse I, II und IV der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 EUR (72 EUR in Steuerklasse III);
  • Steuerklasse I – VI die Vorsorgepauschale;
  • Steuerklasse II der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.908 EUR.

Das steuerfreie Existenzminimum 2017 in Höhe von 8.820 EUR für Alleinstehende und 17.640 EUR für Verheiratete mit Steuerklasse III wird als Grundfreibetrag berücksichtigt.

Aus Vereinfachungsgründen wird bei der Erstellung der Lohnsteuertabellen für die Ermittlung der Vorsorgepauschale kein Beitragszuschlag für Kinderlose berücksichtigt.

2 Lohnsteuertabelle bei manueller Berechnung

Maschinelle Lohnabrechnungsprogramme errechnen die Lohnsteuer für jeden Arbeitslohn stufenlos nach einer Tarifformel. Lohnsteuertabellen werden nur noch bei manueller Lohnsteuerberechnung angewendet, wobei folgende Besonderheiten zu beachten sind:

  • In den Tabellen wird die Lohnsteuer jeweils nur für bestimmte Beträge ausgewiesen ("von … bis …"), sog. Tabellenstufen; diese Tabellenstufen betragen jeweils 36 EUR, in der Steuerklasse III 72 EUR.
  • Die Lohnsteuer wird jeweils an der Obergrenze der Tabellenstufe berechnet.

Die manuell berechnete Lohnsteuer ist damit in den meisten Fällen geringfügig höher als bei maschineller Berechnung. Der Unterschiedsbetrag wird regelmäßig durch den vom Arbeitgeber durchgeführten Lohnsteuer-Jahresausgleich ausgeglichen. Alternativ kann der Ausgleich durch eine Veranlagung zur Einkommensteuer erfolgen.

Bemessungsgrundlage ist der Bruttoarbeitslohn

Bemessungsgrundlage für die manuelle Lohnsteuerberechnung ist der steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn, der dem jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zuzuordnen ist. Hiervon abzuziehen sind etwaige auf den Lohnzahlungszeitraum entfallende Freibeträge für Versorgungsbezüge und/oder der Altersentlastungsbetrag. Ferner sind Freibeträge abzuziehen bzw. ein Hinzurechnungsbetrag hinzuzurechnen.

Die Lohnsteuer wird entsprechend dem Lohnzahlungszeitraum nach amtlichen Lohnsteuertabellen berechnet:

  • Monats- und Wochenlohnsteuertabelle für den laufenden Steuerabzug;
  • Tageslohnsteuertabelle bei Teillohnzahlungszeiträumen;
  • Jahreslohnsteuertabelle für sonstige Bezüge.

Der ermittelte Arbeitslohn ist einer Tabellenstufe zuzuordnen. Die Lohnsteuer für den steuerpflichtigen Arbeitslohn ist aus der für die Steuerklasse maßgebenden Spalte der Lohnsteuertabelle abzulesen.

Achtung

Zahl der Kinderfreibeträge

Die als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildete Zahl der Kinderfreibeträge spielt keine Rolle. Sie wird nur bei der Ermittlung des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer berücksichtigt.

3 Allgemeine und besondere Lohnsteuertabelle

Weiter muss der Arbeitgeber entscheiden, ob die allgemeine Lohnsteuertabelle oder die besondere Lohnsteuertabelle anzuwenden ist. Dabei sind folgende Grundsätze maßgebend:

3.1 Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer

Die allgemeine Lohnsteuertabelle ist zu verwenden für Arbeitnehmer, die in allen Sozialversicherungszweigen versichert sind (also Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung entrichten). Dazu gehören auch Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung freiwillig versichert sind.

3.2 Nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer

Die besondere Lohnsteuertabelle wird grundsätzlich angewendet, wenn der Arbeitnehmer privat kranken- und pflegeversichert ist oder in keinem Sozialversicherungszweig (pflicht)versichert ist. Die besondere Lohnsteuertabelle ist anzuwenden für

  • Beamte,
  • Richter,
  • Berufssoldaten,
  • ...

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