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06.12.2013 | Serie Jahreswechsel 2013-2014

Social Media Recruiting: "Es gibt noch Nachholbedarf"

Serienelemente
Bild: Humancaps

Recruiting wird "social", das hat das zu Ende gehende Jahr gezeigt. Die Unternehmen suchen verstärkt nach Bewerbern über Social Media und setzen zudem vermehrt auf Mitarbeiterempfehlungen. Der Trend ist aber noch nicht überall angekommen, wie Berater Lutz Altmann zeigt.

Haufe Online-Redaktion: Social Media haben den Unternehmen neue Möglichkeiten im Recruiting eröffnet. Nutzen die Unternehmen diese Möglichkeiten inzwischen ausreichend oder gibt es noch viel Nachholbedarf?

Lutz Altmann: Wir stehen hier bei den meisten Unternehmen noch gänzlich am Anfang. Nur wenige Unternehmen sind schon auf einem guten Weg im Social Media Recruiting. Daher gibt es definitiv noch Nachholbedarf in den Unternehmen.

Haufe Online-Redaktion: Ein neuer Trend ist das "Social Recruiting". Die Definition davon ist noch uneinheitlich. Was genau verstehen Sie darunter und welche Spielräume eröffnen sich den Recruitern damit?

Altmann: Ich verstehe darunter die direkte Rekrutierung im Social Web, hier insbesondere auf den sozialen Businessnetzwerken Xing und Linkedin. Jedoch ergänzend auch die indirekte und direkte Rekrutierung über soziale Kontakte in Netzwerken, wie Facebook, Google+, Twitter, Youtube oder weitergehend auch über Blogs. Neue Spielräume  für die Recruiter ergeben sich damit durch eine gezielte Erweiterung der Kontaktoptionen in den sozialen Netzwerken und über eigene soziale Kontakte. Denn nur auf diese Art kann man passiv suchende Kandidaten überhaupt erreichen.

Haufe Online-Redaktion: Inwiefern wird Social Recruiting das neue Trendthema in der Personalbeschaffung im kommenden Jahr?

Altmann: Trendthema klingt immer eher wie "eine neue Sau durch das Dorf treiben". Hierbei wird viel Wirbel verbreitet, jedoch in der Praxis zu wenig an einer Optimierung der Prozesse gearbeitet. Das Thema ist im Bewusstsein der Personaler oder zumindest der meisten Personaler angekommen. Jetzt gilt es, dies auch gezielt im Recruiting-Alltag umzusetzen. Daher würde ich eher sagen, Social Recruiting sollte weniger Trendthema denn eher Praxisalltag werden.

Haufe Online-Redaktion: Werden die Unternehmen denn Ihres Erachtens Social Recruiting schon 2014  in die Praxis umsetzen?

Altmann: Nein, ich denke, die Umsetzung in die Praxis wird uns noch in den kommenden Jahren beschäftigen. Viele Unternehmen müssen ihre Recruiting-Strategie und -prozesse noch um den Aspekt "Social" erweitern.

Haufe Online-Redaktion: Was sollte die erste Maßnahme sein, die Personaler im Social Recruiting im Jahr 2014 angehen sollten?

Altmann: Als erste Maßnahme sollten die Personaler eine interne Bestandsaufnahme der Kompetenzen der im Recruiting agierenden Personen vornehmen. Zu den Kernkompetenzen zähle ich hier insbesondere die Kenntnisse zum eigenen Unternehmen, zu Produkten und den einzelnen Leistungsbereichen. Neben dieser Innensicht, die teilweise schon sehr schwach bei einigen Recruitern ausgeprägt ist, gibt es noch das Gespür zum externen Arbeitsmarkt und hier sowohl regional, national als auch international. Nur wer beides kennt, kann auch aktiv und konzeptionell Recruiting für die Zukunft gestalten. Dann gilt es zusätzlich noch den Werkzeugkasten für Social Recruiting dieser Personen weiter gezielt auszubauen.

Lutz Altmann ist Geschäftsführender Gesellschafter von Humancaps Consulting Ltd.. Er berät Unternehmen in den Bereichen Personalmarketing und Personalberatung.

Das Interview führte Kristina Enderle da Silva, Redaktion Personal.

Haufe Online Redaktion

Personalmanagement, Diversity Management, Jahreswechsel, Recruiting, Talent Management, Social Media

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