Mindestlohn: Was ist bei Mi... / 3 Durch Entgeltumwandlung 450-EUR-Grenze einhalten

Die Entgeltumwandlung in einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) ist eine Handlungsalternative, wenn

  • ein Minijob im Versicherungsstatus vorliegt und
  • neben dem Minijob kein weiteres Arbeitsverhältnis ausgeübt wird und
  • der zeitliche Umfang einer geringfügigen Beschäftigung nicht eingeschränkt, sondern eher noch erweitert werden soll.

Eine Anhebung der Vergütung auf das aktuelle Mindestlohnniveau führt zu einer Steigerung der Lohn- und Lohnnebenkosten, die durch eine Entgeltumwandlung "abgefangen" werden kann. Entgeltumwandlungen zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung[1] sind – im Gegensatz zur Nutzung bei 450-EUR-Minijobs – bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen weit verbreitet.

Der Anreiz für Arbeitnehmer, dass der Nettoaufwand bei Abschluss einer betrieblichen Altersversorgung vergleichsweise gering ist, kommt bei 450-EUR-Minijobs wegen der vom Arbeitgeber zu tragenden Abgaben nur in geringem Umfang oder gar nicht zum Tragen. Dafür stellt sich jedoch – insbesondere für den Arbeitgeber – ein positiver, anderer Effekt ein: Durch die Entgeltumwandlung kann die Verdienstgrenze von 450 EUR künstlich nach oben verschoben werden, ohne dass der Status eines 450-EUR-Minijobs verloren geht. Die Abgabenlast kann dauerhaft gesenkt werden, weil durch die Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersversorgung bis zu 284 EUR (2020: 276 EUR) monatlich beitragsfrei sind. Dies ist auch für den Arbeitnehmer vorteilhaft. Er erhält sein Gehalt weiterhin brutto für netto und baut sich eine zusätzliche Alterssicherung auf.

 
Praxis-Beispiel

Entgeltumwandlung (bAV) und Minijob

Eine Verkäuferin soll im zweiten Halbjahr 2021 für einen Stundenlohn von 9,60 EUR an 60 Stunden im Monat bei einem Lebensmittelkonzern arbeiten. Einmalzahlungen werden nicht gezahlt. Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt somit 576 EUR (60 Stunden x 9,60 EUR). Die Arbeitnehmerin möchte in einer geringfügig entlohnten Beschäftigung versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung arbeiten. Da sie mit diesem Entgelt aber die für Minijobber maßgebliche 450-Euro-Grenze überschreitet, regt der Arbeitgeber an, dass die Arbeitnehmerin eine bAV abschließt. Sie greift den Vorschlag auf und schließt eine Vereinbarung über eine Entgeltumwandlung in Höhe von 150 EUR zugunsten einer bAV (Direktversicherung) ab.

Die Verkäuferin ist familienversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung und hat sich von der Rentenversicherungspflicht im 450-EUR-Minijob befreien lassen.

Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung

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