Gefährdungsbeurteilung / 2 Gefährdungs- und Belastungsfaktoren

Bei der Gefährdungsbeurteilung werden die Gefährdungs- und Belastungsfaktoren betrachtet, die zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, zu Arbeitsunfällen oder zu Berufskrankheiten führen können, Dabei werden der Arbeitsplatz, das Arbeitsverfahren und die Arbeitsmittel betrachtet im Hinblick auf:

  • mechanische Gefährdungen,
  • elektrische Gefährdungen,
  • Gefahrstoffe,
  • biologische Arbeitsstoffe,
  • Brand- und Explosionsgefährdungen,
  • thermische Gefährdungen,
  • Gefährdungen durch spezielle physikalische Eigenschaften
  • Gefährdungen durch Arbeitsumgebungsbedingungen,
  • physische Belastung/Arbeitsschwere durch mangelhafte ergonomische Arbeitsbedingungen,
  • psychische Faktoren,
  • sonstige Gefährdungen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung wird dokumentiert, welche Gefährdungen vorliegen, und durch welche Schutzmaßnahme(n) diese Gefährdungen unwirksam gemacht wurden oder – im Fall von konkreten Mängeln – welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Im Endergebnis wird der sichere Zustand von Arbeitsplatz, Arbeitsverfahren und Arbeitsmitteln beschrieben.

Eine Gefährdungsbeurteilung lebt also nicht von der Aussage, dass der derzeitige Systemzustand gefährdungsfrei ist, sondern von der Auflistung der Maßnahmen, die zu diesem sicheren Systemzustand führen oder geführt haben.

 
Wichtig

Psychische Belastungsfaktoren und psychische Belastung

Obwohl psychische Erkrankungen – nach Muskel- und Skelettkrankheiten und Krankheiten des Atmungssystems – derzeit die dritthäufigste Ursache für krankheitsbedingte Ausfalltage sind, wurden psychische Belastungsfaktoren im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bisher eher selten betrachtet. Seit September 2013 werden in § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG auch die psychischen Belastungen bei der Arbeit genannt. Weiterhin wird die Ermittlung der psychischen Belastung nun auch in der Betriebssicherheitsverordnung und der Arbeitsstättenverordnung genannt.

 
Wichtig

Umgang mit möglichen Infektionen durch SARS-CoV-2

Vor dem Hintergrund der Epidemie und der Bekanntmachung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) muss der Arbeitgeber die bestehende Gefährdungsbeurteilung und die festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes hinsichtlich eventuell zusätzlich erforderlicher Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes überprüfen und ggf. aktualisieren. Hierbei sind besonders die Maßnahmen zur Kontaktreduktion im Betrieb (§ 2 Corona-ArbSchV) und die Vorgaben zum Mund-Nase-Schutz (§ 3 Corona-ArbSchV) zu beachten. Hilfestellung geben die branchenspezifischen Konkretisierungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zum Schutz vor SARS-CoV-2. Der Arbeitgeber soll hierbei die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt einbeziehen (vgl. Abschn. 3 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel).

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