Fluktuation managen

Zusammenfassung

 

Überblick

Die Fluktuationsquote gibt Auskunft über die "Personalbewegung" im Unternehmen und sie erlaubt Rückschlüsse auf die Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter.

Durch die Analyse der Ursachen kann festgestellt werden, was im Unternehmen positiv und was als störend bewertet wird. Daraus kann ein Konzept erarbeitet werden, in welchem Schritte zur dauerhaften Reduzierung der Fluktuation festgelegt werden.

Die Kenntnis über die Höhe der Fluktuationskosten sensibilisiert für einen bewussten Umgang mit den Mitarbeitern und einen stärkenorientierten Einsatz. Mitarbeiter, die sich wohl fühlen, bleiben ihrem Unternehmen gerne treu und sind leistungsfähig.

1 Definition

Unter Fluktuation werden alle Veränderungen in der Belegschaft bezeichnet, die zu einem Personalabgang führen und die auf Initiative des Arbeitnehmers zurückzuführen sind. Gründe für einen Abgang können sein: Kündigung durch den Arbeitnehmer, Auflösungsvertrag auf Initiative des Arbeitnehmers, alters- oder krankheitsbedingte Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers.

Die durchschnittliche Mitarbeiterbindung pendelt in Deutschland verschiedenen Analysen zufolge zwischen 10-14 %. Dabei liegt die Quote bei jüngeren Mitarbeitern, hochqualifizierten Kräften und im Mittelstand deutlich höher.

2 Relevante Faktoren und Möglichkeiten zur Reduzierung

Für die Fluktuation im Unternehmen können verschiedene Faktoren in Betracht gezogen werden. Im Wesentlichen können diese in drei Bereiche differenziert werden:

  • Betriebliche Faktoren,
  • außerbetriebliche Faktoren,
  • persönliche Faktoren.

In jedem Fall ist es ratsam, bei Austritt eines Mitarbeiters ein Austrittsinterview zu führen, um zu erfahren, welche Gründe zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses geführt haben. Gründe die das Unternehmen betreffen, können meist überprüft und verändert werden so dass zumindest langfristig die Faktoren gemildert bzw. adäquat darauf reagiert werden können.

2.1 Betriebliche Faktoren und Möglichkeiten zur Reduzierung

Die betrieblichen Faktoren können differenziert werden in gesamtbetriebliche und arbeitsplatzbezogene Aspekte.

2.1.1 Arbeitsplatzbezogene Aspekte

  • Tätigkeit,
  • Kompetenzen,
  • Weiterbildungsmöglichkeiten,
  • Entwicklungsperspektiven,
  • Arbeitszeit,
  • Arbeitsmittel,
  • Arbeitsplatz,
  • Zusammenarbeit innerhalb der Abteilung,
  • Verhältnis zum Vorgesetzten,
  • Work-Life-Balance.

Einer Fluktuation aus arbeitsplatzbezogenen Aspekten kann durch einen optimalen Personaleinsatz vorgebeugt werden, d. h. die Mitarbeiter bekommen Aufgaben übertragen, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechen. Auch das Führen mit Zielvereinbarungen dient diesem Ziel. Ein Mitarbeiter, der Freude an der Erledigung seiner Aufgaben hat, ist dauerhaft motiviert. Firmen, die ihre Mitarbeiter fördern, gezielt Weiterbildung durchführen und Entwicklungsperspektiven aufzeigen, klagen selten über eine zu hohe Fluktuation. Ergänzend wirken sich flexible Arbeitszeiten, moderne Arbeitsmittel, ergonomische Arbeitsplätze und gute Zusammenarbeit im Team positiv aus. Der Bedarf, Arbeits- und Privatleben, Freizeit und Erholung in ein ausgewogenes Verhältnis zu bekommen, nimmt stetig zu, der Handlungsbedarf in Unternehmen ist noch groß.

 

Hinweis

Arbeitsplatzzufriedenheit

Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist üblicherweise ausschlaggebend, ob ein Mitarbeiter bei Abwerbungsangeboten Interesse signalisiert oder nicht.

2.1.2 Gesamtbetriebliche Aspekte

  • Produkte und/oder Dienstleistungen,
  • Betriebsgröße,
  • wirtschaftliche Situation,
  • Unternehmensorganisation,
  • Führungsstil,
  • Arbeitsbedingungen,
  • Entgelt und Sozialleistungen,
  • Gesundheitsprävention.
 

Praxis-Tipp

Umfangreiche Betrachtung

Eine umfangreiche Betrachtung des Gesamtunternehmens ist hilfreich, um festzustellen, welche Stellung das Unternehmen am Markt inne hat. Sehr informativ ist, sich mit befreundeten Firmen über die Unternehmensstruktur und die angebotenen Leistungen auszutauschen oder ein Benchmarking durchzuführen.

Auch ein regelmäßiger Blick auf Unternehmensbewertungsportale (z. B. www.Kununu.com) hilft, "blinde Flecken" zu beleuchten.

Mitarbeiter identifizieren sich dann mit einem Unternehmen, wenn sie von den eigenen Produkten und deren Qualität überzeugt sind. Die Wahl, bei einem kleinen, mittelständischen oder Großunternehmen zu arbeiten, ist abhängig von der Persönlichkeitsstruktur der Mitarbeiter und den Vorteilen, die jedes Unternehmen gekonnt präsentiert (und dem Anspruch auch gerecht wird!). Der Trend zu flachen Hierarchien, mehr Verantwortung und partnerschaftlicher Führung führt zu einem guten Betriebsklima. Ein leistungsgerechtes Gehalt, Zielvereinbarungen, Gewährung von fringe benefits, Sozialleistungen und kulanten Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen runden die Maßnahmen ab. Zudem gelten Unternehmen, die sich präventiv mit Gesundheit und langfristiger Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter auseinander setzen, als positiv.

2.2 Außerbetriebliche Faktoren und Möglichkeiten zur Reduzierung

Die überbetrieblichen Faktoren können differenziert werden in überregionale und regionale Faktoren.

2.2.1 Regionale Aspekte

  • Standort
  • Infrastruktur
  • Verkehrsanbindung, -verbindung
  • Attraktivität anderer Unternehmen
  • Attraktivität anderer Branchen

Die Möglichkeit zur Reduzierung der negativen Faktoren ist möglich, indem das eigene Unternehmen sich mit anderen Unternehmen in der Region...

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