Fahrten Wohnung - Tätigkeit... / 3 Fahrtkostenzuschüsse

Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte waren bis 2018 dem Grundsatz nach lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn. Ab 1.1.2019 ändert sich die lohnsteuerliche Behandlung. Es ist zu unterscheiden zwischen Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge)

  • bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und
  • bei Benutzung anderer Verkehrsmittel, etwa den arbeitnehmereigenen Pkw.

Aufwendungen von Arbeitnehmern, die für ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel im genehmigten Linienverkehr benutzen, kann der Arbeitgeber ab 1.1.2019 lohnsteuerfrei ersetzen. Begünstigt ist der Linienverkehr (ohne Luftverkehr). Taxis sind dadurch von der Steuerbefreiung ausdrücklich ausgenommen. Die Wiedereinführung der Steuerbegünstigung soll den Steuerbürger zum Umsteigen auf den umweltfreundlichen öffentlichen Personenverkehr für die täglichen Fahrten zu seinem Arbeitgeber bewegen.

 

Hinweis

Steuerbefreiung für Privatfahrten im öffentlichen Personennahverkehr

Zusätzlich zu den begünstigten (beruflichen) Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gilt die neue Steuerbefreiung erstmalig auch für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Als eigene Fallgruppe neben den bereits genannten Arbeitgeberzuschüssen und Jobtickets zur beruflichen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sind auch Arbeitgeberleistungen für die private Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Personennahverkehr von der Steuerbefreiungsvorschrift erfasst.

Ab 2019 kann der Arbeitgeber steuerfreie Fahrausweise zur Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zur Verfügung stellen. Die Steuerfreiheit begünstigt nicht nur Einzelfahrscheine für Bus und Bahn, sondern auch Monats- und Jahresfahrausweise. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass der Arbeitgeber diese privaten Bus- und Bahntickets zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn seinem Arbeitnehmer gewährt. Dasselbe gilt für zusätzliche Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers, die er bei privater Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs gewährt.

Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit anderen als öffentlichen Verkehrsmitteln sind wie bisher lohnsteuerpflichtig. Die Lohnsteuerpflicht gilt sowohl für Fahrtkostenzuschüsse bei Fahrten mit dem eigenen Pkw als auch für den geldwerten Vorteil aus einem zur Verfügung gestellten betrieblichen Firmenwagen.

Hiervon abzugrenzen sind Erstattungen von Fahrtkosten, die im Zusammenhang mit einer beruflichen Auswärtstätigkeit anfallen. Diese Aufwendungen können in tatsächlicher Höhe oder – aus Vereinfachungsgründen – mit 0,30 EUR für jeden gefahrenen Kilometer steuerfrei erstattet werden.

Pauschale Versteuerung der Fahrtkostenerstattungen

Der Arbeitgeber kann die lohnsteuerpflichtigen Fahrtkostenzuschüsse, soweit sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden, mit 15 % pauschal versteuern. Dabei ist die Pauschalbesteuerung mit 15 % auf die Entfernungspauschale von 0,30 EUR je Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte begrenzt.

 

Wichtig

Anrechnung steuerfreier und pauschalbesteuerter Arbeitgeberleistungen

Steuerfreie und pauschal besteuerte Arbeitgeberleistungen sind auf die als Werbungskosten anzusetzende Entfernungspauschale anzurechnen. Der Arbeitgeber hat zu diesem Zweck die steuerfreien und die pauschal besteuerten Arbeitgeberleistungen in den Zeilen 17 und 18 der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen.

Ab 2019 gilt dies für sämtliche steuerfreien Sachbezüge aus der unentgeltlichen bzw. verbilligten Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Linienverkehr. Darüber hinaus aber auch für die steuerfreien (Geld-)Zuschüsse, die der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern für diese Fahrten im öffentlichen Personenverkehr zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Die Entfernungspauschale wird wie bisher gekürzt

  • um die mit 15 % pauschal besteuerten Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers bei Benutzung von anderen Verkehrsmitteln, etwa dem eigenen Pkw zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, sowie
  • um den pauschal besteuerten geldwerten Vorteil für die Benutzung eines Dienstwagens zu den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte.

Die betragsmäßige Bescheinigung ist in Zeile 18 der Lohnsteuerbescheinigung vorzunehmen.

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