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| Lohnsteuerpauschalierung des Fahrtkostenzuschusses

Wie Sie die pauschalierungsfähige Obergrenze richtig berechnen

Welche Strecke ist die richtige? Für die Entfernungspauschale ist es jedenfalls grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Fahrtkostenzuschüsse können bis zur Höhe der Entfernungspauschale mit 15 Prozent lohnversteuert werden. Maßgeblich ist die kürzeste Straßenverbindung - auch wenn sie mit dem verwendeten Verkehrsmittel nicht benutzt werden darf. Lesen Sie im Praxisbeispiel, was das für die Lohnabrechnung bedeutet.

Der Sachverhalt: Bei einem neu eingestellten Mitarbeiter verläuft die kürzeste Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte durch einen mautpflichtigen Tunnel. Deshalb benutzt der Mitarbeiter für die Fahrten mit seinem PKW eine mautfreie Bundesstraße. Die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt durch den Tunnel 10 km, über die Bundesstraße 20 km.

In welcher Höhe können Arbeitgeberzuschüsse pauschal besteuert werden?

Ergebnis

Die Lohnsteuerpauschalierung ist nur bis zu dem Betrag zulässig, den der Mitarbeiter als Werbungs­kosten geltend machen könnte, wenn die Bezüge nicht pauschal besteuert würden - also in Höhe der Entfernungspauschale. Maßgebend ist dabei die kürzeste Straßenverbindung.

Das ist nach der Rechtsprechung die kürzeste Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte auf öffentlichen Straßen, die dem allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr dienen. Dies gilt auch, wenn die Straße mautpflichtig ist oder mit dem vom Arbeitnehmer tatsächlich verwendeten Verkehrsmittel straßenverkehrsrechtlich nicht benutzt werden darf (vgl. BFH, Urteil vom 24. September 2013 - VI R 20/13).

Gebühren für die Benutzung eines Straßentunnels oder einer mautpflichtigen Straße dürfen dagegen nicht neben der Entfernungspauschale berücksichtigt werden (vgl. BMF, Schreiben vom  31. Oktober 2013 - IV C 5 - S 2351/09/10002 :002).

Anzusetzen ist also im Beispiel die Entfernungspauschale für eine Entfernung von 10 km.

Nach den Lohnsteuerrichtlinien kann aus Vereinfachungsgründen zunächst unterstellt werden, dass der Mitarbeiter an 15 Tagen monatlich und damit an 180 Tagen im Jahr Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte unternimmt.

Es ergibt sich folgende Berechnung

Entfernungspauschale (180 Arbeitstage × 10 Kilometer × 0,30 EUR)

540 EUR

Pauschalierbare Fahrtkostenzuschüsse durch den Arbeitgeber

540 EUR

Ergibt einen monatlichen Betrag von

45 EUR

Die Lohnsteuer für den Fahrtkostenzuschuss kann mit 15 % erhoben werden. Die pauschale Lohnsteuer trägt grundsätzlich der Arbeitgeber, er kann sie jedoch auf den Mitarbeiter abwälzen. Der pauschal besteuerte Arbeitslohn ist in der Lohnsteuerbescheinigung einzutragen. Es fallen keine Beträge zur Sozialversicherung an.

Wichtig

Voraussetzung für die 15 %ige Lohnsteuerpauschalierung - zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der pauschalen Lohnsteuer und ggf. der (pauschalen) Kirchensteuer - ist, dass die Fahrtkostenzuschüsse zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

Berücksichtigung verkehrsgünstigerer Strecken

Grundsätzlich kann die Entfernungspauschale nur für die kürzeste Entfernung beansprucht werden. Etwas anderes gilt aber, wenn eine andere Verbindung "offensichtlich verkehrsgünstiger" ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig benutzt wird.

Die vom Mitarbeiter tatsächlich benutzte Straßenverbindung ist dann verkehrsgünstiger als die kürzeste Straßenverbindung, wenn damit eine Zeitersparnis oder sonstige Vorteile aufgrund von Streckenführung, Schaltung von Ampeln o. Ä. verbunden sind (z. B. BFH, Urteil v. 16. November 2011 - VI R 19/11).

In diesen Fällen kann die günstigere Strecke auch der Pauschalierung zugrunde gelegt werden.

Haufe Online Redaktion

Lohnsteuerpauschalierung, Entfernungspauschale, Fahrtkostenzuschuss, Lohnsteuerrichtlinien

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