Fahrten Wohnung - Tätigkeit... / 1.1 Arbeitsort "erste Tätigkeitsstätte"

Die Regelungen zur Anwendung und Berechnung der Entfernungspauschale bleiben durch das gesetzlich geregelte Reisekostenrecht unverändert. Die Gesetzesfassung ist an den neuen Arbeitsortbegriff "erste Tätigkeitsstätte" angepasst worden, der die regelmäßige Arbeitsstätte zum 1.1.2014 abgelöst hat. Überall dort, wo die Entfernungspauschale an die regelmäßige Arbeitsstätte geknüpft war, ist diese im Gesetz auch formal durch den Begriff der ersten Tätigkeitsstätte ersetzt worden.

Folgewirkungen durch das Reisekostenrecht 2014 ergeben sich dort, wo durch die inhaltlich grundlegend geänderte Abgrenzung des dauerhaften Arbeitsortbegriffs die bisherige regelmäßige Arbeitsstätte nicht zugleich die Kriterien der ersten Tätigkeitsstätte erfüllt.

Die Entfernungspauschale berechnet sich seit diesem Zeitpunkt nach der Wegstrecke, die für die arbeitstäglichen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte maßgebend ist. Immer dann, wenn die tatsächliche Arbeitsstätte zugleich auch die erste Tätigkeitsstätte ist, kann der Arbeitnehmer keine Reisekosten erhalten. Die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte unterliegen in diesem Fall der begrenzten Abzugsfähigkeit der Entfernungspauschale von 0,30 EUR pro Entfernungskilometer, die den steuerfreien Arbeitgeberersatz ausschließt und beim Dienstwageninhaber den Ansatz eines zusätzlichen geldwerten Vorteils bewirkt.

 

Wichtig

Prüfung erste Tätigkeitsstätte und regelmäßige Arbeitsstätte

Für die lohnsteuerliche Behandlung von Fahrtkostenzuschüssen durch den Arbeitgeber empfiehlt es sich, nicht unbesehen die Besteuerungspraxis des Vorjahres zu übernehmen. Zunächst ist im Lohnbüro zu prüfen, wo der Arbeitnehmer seine nach den Reisekostenbestimmungen maßgebende erste Tätigkeitsstätte hat und ob diese noch mit der bisherigen übereinstimmt. Steuerfreie Reisekostenvergütungen sind nur für berufliche Einsätze außerhalb dieser dauerhaften betrieblichen Einrichtung zulässig. Der Fahrtkostenersatz für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, z. B. mit dem eigenen Pkw des Arbeitnehmers, ist dagegen lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn, für den in den Grenzen der Entfernungspauschale die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung mit 15 % besteht.

Die gesetzliche Fiktion der Entfernungspauschale für Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte betrifft Fahrten, die den Reisekostenbegriff der beruflichen Auswärtstätigkeit erfüllen. Arbeitnehmer, die keine erste Tätigkeitsstätte haben, aufgrund Anweisung des Arbeitgebers aber dauerhaft denselben Ort bzw. ein weiträumiges Tätigkeitsgebiet aufsuchen müssen, um von dort typischerweise die arbeitstägliche berufliche Tätigkeit aufzunehmen, dürfen für diese Fahrten nur noch die einschränkenden Regelungen der Entfernungspauschale anwenden. Im Übrigen gelten für diese Fahrten jedoch die Reisekostenbestimmungen.

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