Entlastungsbetrag für Allei... / 3 Höhe des Entlastungsbetrags

3.1 Grund-Entlastungsbetrag für das erste Kind

Der Grund-Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beträgt 1.908 EUR[1] im Kalenderjahr und wird von der Summe der Einkünfte abgezogen.[2] Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag nicht vorgelegen haben, ermäßigt sich der Entlastungsbetrag um 1/12.[3]

Verwitwete Steuerpflichtige

Verwitwete Steuerpflichtige erhalten den Entlastungsbetrag, wenn sie noch die Voraussetzungen für die Anwendung des Splittingverfahrens zur Einkommensteuer erfüllen; also zeitanteilig im Todesjahr des Ehepartners und im darauffolgenden Kalenderjahr. Der Entlastungsbetrag kann erstmals für den Monat des Todes des Ehegatten gewährt werden. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird in diesem Fall als Freibetrag in der ELStAM-Datenbank eingetragen.[4] Dazu ist ein Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung beim Finanzamt zu stellen.[5] Der Entlastungsbetrag wird den anderen abziehbaren Beträgen hinzugerechnet, für welche die Antragsgrenze von 600 EUR zu beachten ist.[6]

Entlastungsbetrag kann nicht erhöht werden

Auch wenn der andere Elternteil seine Barunterhaltspflicht gegenüber dem Kind verletzt, ist es verfassungsrechtlich unbedenklich, dass dem Alleinerziehenden kein über die gesetzlich vorgesehene Höhe hinausgehender Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gewährt wird.[7]

3.2 Entlastungsbetrag in 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie

Der Entlastungsbetrag von 1.908 EUR erhöht sich für die Kalenderjahre 2020 und 2021 jeweils um 2.100 EUR, er beträgt somit 4.008 EUR.[1] Mit dieser Erhöhung soll den eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Zeiten der Corona-Pandemie und den für Alleinerziehende damit verbundenen besonderen Herausforderungen Rechnung getragen werden.

Der zeitlich begrenzte Erhöhungsbetrag kann für die Kalenderjahre 2020 und 2021 über einen Freibetrag geltend gemacht werden.[2] Der Freibetrag wird bei den ELStAM und bei der Berechnung der Lohnsteuer berücksichtigt. In 2020 wird der zeitlich begrenzte Erhöhungsbetrag nach einer entsprechenden Antragstellung auf die verbleibenden Lohnzahlungszeiträume verteilt. Dadurch ist bereits für 2020 eine steuerliche Entlastung sichergestellt. Wird in 2020 ein Antrag gestellt, muss für 2021 kein weiterer Antrag gestellt werden (2-jährige Gültigkeit des Freibetrags).[3]

[3] Zweites Corona-Steuerhilfegesetz v. 29.6.2020, BGBl 2020 I S. 1512.

3.3 Erhöhungsbetrag bei 2 und mehr Kindern

Der Entlastungsbetrag für das 2. und jedes weitere zu berücksichtigende Kind beträgt 240 EUR jährlich; sog. Erhöhungsbetrag. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen für den Entlastungserhöhungsbetrag nicht vorgelegen haben, ermäßigt sich der Entlastungserhöhungsbetrag um 1/12.[1]

Der Entlastungsbetrag für das 2. und jedes weitere Kind ist nicht in die Steuerklasse II eingearbeitet. Der Erhöhungsbetrag kann vom Steuerpflichtigen beim Wohnsitzfinanzamt als Freibetrag im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren beantragt und als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gebildet werden.

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