Dienstwagen in der Entgelta... / 2.11.3 Elektrofahrrad als Dienstfahrzeug

Dienstrad, das verkehrsrechtlich als Kfz eingestuft wird

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Elektrofahrrad auch zur privaten Nutzung, ist die 1-%-Methode anwendbar, wenn das E-Bike verkehrsrechtlich als Kfz einzustufen ist, also ein Kennzeichen sowie eine Versicherung für die Zulassung zum Straßenverkehr benötigt. Hierunter fallen Elektrofahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt. Es ist nicht erforderlich, dass das E-Bike im Firmeneigentum steht. Wird das E-Bike auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt, ist der geldwerte Vorteil um die 0,03-%-Monatspauschale zu erhöhen. Wie beim Firmenwagen ist auch hier die Überlassung im Wege der Entgeltsumwandlung steuerlich zulässig. Nutzungsentgelte des Arbeitnehmers, z. B. die von ihm getragenen Leasingraten, mindern den geldwerten Vorteil aus der Überlassung von E-Bikes durch den Arbeitgeber.

 

Wichtig

Bonusregelung für E-Autos gilt auch für Dienstrad

Die für Dienstwagen getroffene Bonusregelung, die pauschale Abschläge für das Batteriesystem bzw. die Halbierung der Bemessungsgrundlage vorsieht, ist auch beim Elektrofahrrad anzuwenden, da dieses auch ein Kfz darstellt.

Die 1-%-Regelung ist ausschließlich auf Kraftfahrzeuge anzuwenden, nicht dagegen auf Fahrräder. Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil der Privatnutzung ist – auch bei geleasten Elektrofahrrädern – der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung, wenn diese verkehrsrechtlich ein Kraftfahrzeug darstellen.

Dienstrad und E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad eingestuft wird

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Dienstrad oder ein E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist, auch zur privaten Nutzung, kann der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung (inkl. Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte) als monatlicher Durchschnittswert mit 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Brutto-Preisempfehlung des Herstellers angesetzt werden.

Überlässt der Arbeitgeber das betriebliche (Elektro-)Fahrrad erstmals im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021, gilt wie beim Firmenwagen die halbierte Bemessungsgrundlage. Die 1-%-Regelung ist auf die halbierte unverbindliche Brutto-Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs bzw. Großhändlers anzuwenden, die sich nach Abrundung auf volle 100 EUR ergibt. Die Halbierung der Bemessungsgrundlage, die im Ergebnis zu einer Absenkung des Prozentsatzes von 1 % auf 0,5 % führt, wird für ein Jobrad angewendet, das im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 erstmals einem Arbeitnehmer überlassen wird. Unerheblich ist in diesem Fall der Zeitpunkt, zu dem der Arbeitgeber dieses Fahrrad angeschafft, hergestellt oder geleast hat. Bei (Elektro-)Fahrrädern, die bereits vor 2019 als Jobrad eingesetzt waren, führt der Wechsel des nutzungsberechtigten Arbeitnehmers nicht zu einer Kürzung der Bemessungsgrundlage.

 

Wichtig

Keine 44-EUR-Grenze bei Durchschnittswertbesteuerung

Wird der geldwerte Vorteil nach der Durchschnittswertmethode ermittelt, kann die 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze nicht in Anspruch genommen werden. Ebenso ist die Kürzung des Bruttolistenpreises um die Kosten für das Batteriesystem nicht zulässig. Allerdings umfasst der 1-%-Durchschnittswert beim echten (Elektro-)Dienstfahrrad auch die arbeitstäglichen Fahrten zum Arbeitgeber, sodass die Erfassung eines zusätzlichen Vorteils und damit der 0,03-%-Zuschlag anders als beim E-Dienstrad entfällt.

Ab 1.1.2019 bleibt der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder E-Bikes, das verkehrsrechtlich kein Kraftfahrzeug ist, lohnsteuerfrei. Die neue Steuerbefreiung für die Überlassung betrieblicher (Elektro-)Fahrräder zur privaten Nutzung ist allerdings davon abhängig, dass sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Entgeltumwandlungen sind nicht begünstigt. Für die Fälle der Barlohnumwandlung gilt weiterhin die bisherige lohnsteuerliche Behandlung, ggf. mit der halbierten Bemessungsgrundlage.

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