Firmenwagenüberlassung an A... / 2.8.2 1 %-Regelung für E-Bike

Elektrofahrrad als Kraftfahrzeug

Die 1 %-Regelung ist nach ihrem Gesetzeswortlaut eigentlich ausschließlich auf Kraftfahrzeuge anzuwenden, nicht dagegen auf Fahrräder. Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer jedoch ein Elektrofahrrad auch zur privaten Nutzung, ist die 1 %-Methode anwendbar, wenn das E-Bike verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzustufen ist, also ein Kennzeichen sowie eine Versicherung für die Zulassung zum Straßenverkehr benötigt. Hierunter fallen Elektrofahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt. Wie beim Pkw ist es nicht erforderlich, dass das E-Bike im Firmeneigentum steht.

Der geldwerte Vorteil der Privatnutzung berechnet sich auch bei geleasten Elektrofahrrädern nach dem Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung, wenn diese verkehrsrechtlich ein Kraftfahrzeug darstellen. Wird das E-Bike für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt, ist der geldwerte Vorteil um die 0,03 %-Monatspauschale zu erhöhen. Wie beim Firmenwagen ist auch hier die Überlassung im Wege der Entgeltumwandlung steuerlich zulässig. Etwaige Nutzungsentgelte des Arbeitnehmers, z. B. die von ihm getragenen Leasingraten, mindern den geldwerten Vorteil aus der Überlassung des E-Bikes durch den Arbeitgeber.

Die für Elektrodienstwagen vorgesehene Bonusregelung, die pauschale Abschläge für das Batteriesystem vorsieht, sowie die Halbierung des Bruttolistenpreises für Anschaffungen in den Jahren 2019–2021 (voraussichtliche Verlängerung bis 2030) haben auch beim E-Bike Gültigkeit, das begrifflich ein Kraftfahrzeug darstellt. Die 1 %-Regelung ist auf die halbierte unverbindliche Brutto-Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs bzw. Großhändlers anzuwenden. Die Rundung des Bruttolistenpreises auf volle 100 EUR ist erst nach Kürzung der Bemessungsgrundlage vorzunehmen.

Elektrofahrrad als Fahrrad

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Fahrrad oder ein E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist (Motorzuschaltung bis maximal 25 km/h), auch zur privaten Nutzung, kann der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung (inkl. Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte) als monatlicher Durchschnittswert mit 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Brutto-Preisempfehlung des Herstellers angesetzt werden.

Ab 1.1.2019 ist dieser geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder E-Bikes lohnsteuerfrei, wenn die Überlassung betrieblicher (Elektro-)Fahrräder zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Die Steuerbefreiung ist befristet auf den Zeitraum 1.1.2019bis31.12.2021, soll aber bis zum 31.12.2030 verlängert werden.

Werden die (Elektro-)Fahrräder unter Anrechnung der Leasingraten auf das bisherige Gehalt dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt, ist die Steuerbefreiung ausgeschlossen. Modelle der Entgeltumwandlung sind also nach der Gesetzesfassung nicht begünstigt. Überlässt der Arbeitgeber das arbeitnehmerfinanzierte betriebliche (Elektro-)Fahrrad, gilt wie beim Firmenwagen die halbierte Bemessungsgrundlage.

Die 1 %-Regelung ist auf die halbierte unverbindliche Brutto-Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs bzw. Großhändlers anzuwenden, die sich nach Abrundung auf voll 100 EUR ergibt. Die Halbierung der Bemessungsgrundlage wird für ein Job-Rad oder Job-E-Bike angewendet, das im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 erstmals einem Arbeitnehmer überlassen wird und nicht unter die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 37 EStG fällt, weil die Überlassung im Wege der Entgeltumwandlung erfolgt. Unerheblich ist in diesem Fall der Zeitpunkt, zu dem der Arbeitgeber dieses Fahrrad angeschafft, hergestellt oder geleast hat. Bei (Elektro-)Fahrrädern, die bereits vor 2019 als Job-Rad eingesetzt waren, führt der Wechsel des nutzungsberechtigten Arbeitnehmers nicht zu einer Halbierung der Bemessungsgrundlage für die Berechnung des monatlichen Durchschnittswert der Privatnutzung mit 1 %. Es bleibt beim ungekürzten monatlichen Durchschnittswert von 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Brutto-Preisempfehlung des Herstellers.

 

Wichtig

Keine 44-EUR-Grenze bei Ansatz des Durchschnittswerts

  Wird der geldwerte Vorteil nach der Durchschnittswertmethode ermittelt, kann die 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze nicht in Anspruch genommen werden. Dies gilt unabhängig davon, ob der monatliche geldwerte Vorteil für Zeiträume ab 1.1.2019 mit 0,5 % oder 1 % berechnet wird. Ebenso ist die Kürzung des Bruttolistenpreises um die Kosten für das Batteriesystem nicht zulässig. Allerdings umfasst der 1 %-Durchschnittswert beim echten (Elektro-)Dienstfahrrad auch die arbeitstäglichen Fahrten zum Arbeitgeber, sodass die Erfassung eines zusätzlichen Vorteils und damit der 0,03 %-Zuschlag anders als beim Kfz-E-Bike entfällt.

Im Gegensatz zum Firmenwagen umfasst der 1 %-Durchschnittswert für das Dienstfahrrad die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, sodass die Erfassung eines zusätzlichen Vorteils entfällt.

Bei Anwendung der Durchschnittswertbest...

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