Dienstwagen in der Entgelta... / 2.10.3 Elektrofahrrad als Dienstfahrzeug

2.10.3.1 Dienstrad, das verkehrsrechtlich als Kfz eingestuft wird

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Elektrofahrrad auch zur privaten Nutzung, ist die 1-%-Methode anwendbar, wenn das E-Bike verkehrsrechtlich als Kfz einzustufen ist, also ein Kennzeichen sowie eine Versicherung für die Zulassung zum Straßenverkehr benötigt. Hierunter fallen Elektrofahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt.[1] Es ist nicht erforderlich, dass das E-Bike im Firmeneigentum steht. Wird das E-Bike auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt, ist der geldwerte Vorteil um die 0,03-%-Monatspauschale zu erhöhen. Wie beim Firmenwagen ist auch hier die Überlassung im Wege der Entgeltumwandlung steuerlich zulässig. Nutzungsentgelte des Arbeitnehmers, z. B. die von ihm getragenen Leasingraten, mindern den geldwerten Vorteil aus der Überlassung von E-Bikes durch den Arbeitgeber.

 
Wichtig

Steuererleichterung für E-Autos gilt auch für Dienstrad

Die für E-Dienstwagen getroffene Steuerermäßigung, die pauschale Abschläge für das Batteriesystem bzw. die Halbierung der Bemessungsgrundlage oder ab 2020 die Kürzung auf 25 % vorsieht, ist auch beim Elektrofahrrad anzuwenden, da dieses auch ein Kfz darstellt. Für ein Elektrofahrrad, das erstmals ab 1.1.2019 überlassen wird, ist der Bruttolistenpreis zu halbieren bzw. ab 1.1.2020 zu vierteln.[2]

Die 1-%-Regelung ist ausschließlich auf Kraftfahrzeuge anzuwenden, nicht dagegen auf Fahrräder. Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil der Privatnutzung ist – auch bei geleasten Elektrofahrrädern – der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung, wenn diese verkehrsrechtlich ein Kraftfahrzeug darstellen.

2.10.3.2 Dienstrad und E-Bike, die verkehrsrechtlich als Fahrrad eingestuft werden

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Dienstrad oder ein E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist, auch zur privaten Nutzung, kann der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung (inkl. Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte) als monatlicher Durchschnittswert mit 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Brutto-Preisempfehlung des Herstellers angesetzt werden.[1]

2.10.3.3 Lohnsteuerfreies "zusätzliches" Dienstrad

Seit 1.1.2019 ist dieser geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder E-Bikes lohnsteuerfrei, wenn die Überlassung betrieblicher (Elektro-)Fahrräder zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt.[1] Die Steuerbefreiung ist befristet bis zum 31.12.2030.[2] Die Steuerfreiheit tritt auch für Fahrräder und E-Bikes ein, die der Arbeitgeber bereits vor 2019 dem Arbeitnehmer unter Beachtung der Zusätzlichkeitsvoraussetzung überlassen hat. Eine Anrechnung auf die Entfernungspauschale ist nicht vorgesehen. Sie wird gesetzlich auch bei Benutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ausdrücklich ausgeschlossen. Fährt der Arbeitnehmer mit dem vom Arbeitgeber überlassenen (Elektro-)Fahrrad zu seiner ersten Tätigkeitsstätte, kann er zusätzlich zur Steuerfreiheit die Entfernungspauschale in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen.

Die Steuerbefreiung ist nicht auf die Überlassung eines (Elektro-)Fahrrades beschränkt. Überlässt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer mehrere betriebliche Fahrräder unter Beachtung der Zusätzlichkeitsvoraussetzung, kann er für jedes einzelne Fahrrad und E-Bike die Steuerbefreiung in Anspruch nehmen.

 
Hinweis

Keine Aufzeichnungspflichten bei steuerfreier E-Bike-Überlassung

Für bestimmte steuerfreie Bezüge mit betragsmäßig geringer Bedeutung sieht der Gesetzgeber eine Befreiung von der Aufzeichnungspflicht im Lohnkonto vor. Seit 2020 gilt die Ausnahme von der Eintragungspflicht auch für steuerfreie geldwerte Vorteile aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder E-Bikes.[3]

2.10.3.4 Lohnsteuerpflichtiges Dienstrad im Wege der Barlohnumwandlung

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer im Rahmen einer Entgeltumwandlung ein Jobrad oder ein E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist, auch zur privaten Nutzung, ergibt sich wie bisher ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Werden die (Elektro-)Fahrräder unter Anrechnung der Leasingraten auf das bisherige Gehalt dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt, ist die Steuerbefreiung ausgeschlossen. Modelle der Entgeltumwandlung sind also nach der Gesetzesfassung nicht begünstigt.

Überlässt der Arbeitgeber das arbeitnehmerfinanzierte betriebliche (Elektro-)Fahrrad, gilt wie beim Firmenwagen[1] eine gekürzte Bemessungsgrundlage.

Bemessungsgrundlage

Entsprechend der Regelung zum Elektro-Dienstwagen[2] ist für die private Nutzung (einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Fahrten zum Sammelpunkt oder weiträumigen Tätigkeitsgebiet[3] und Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung) die Bemessungsgrundlage seit 2020 auf 0,25 % des monatlichen Durchschnittswerts zu kürzen.

Für ein Jobrad, das im Wege der Barlohnumwandlung überlassen wir...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge