Belohnung

Zusammenfassung

 

Begriff

Unter einer Belohnung wird die Vergütung des Arbeitgebers an Arbeitnehmer für Leistungen besonderer Art verstanden. Die Belohnung kann in Geld oder Geldwert bestehen. Im Rahmen von Dienstverhältnissen wird eine Belohnung regelmäßig in der Absicht gewährt, ein bestimmtes Verhalten der Arbeitnehmer zu fördern. In diesem Zusammenhang hat sich der Begriff "Incentive" etabliert, der sich am ehesten mit dem deutschen Begriff "Anreiz" übersetzen lässt.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Belohnungen stellen grundsätzlich Arbeitslohn i. S. d. § 19 EStG dar. Besonderheiten ergeben sich bei der Behandlung von Incentivereisen, die in H19.7 LStH behandelt werden.

Sozialversicherung: Belohnungen aus dem Beschäftigungsverhältnis zählen nach § 14 SGB IV zum Arbeitsentgelt. Belohnungen zur Verhütung von Unfällen, ausgezahlt durch die Unfallversicherungsträger, werden beitragsrechtlich nach § 14 SGB IV i. V. m. § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV und BFH, Urteil v. 22.2.1963, BStBl 1963 III S. 306 beurteilt.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Prämien, Incentives, Preise pflichtig pflichtig
Belohnung für die Verhütung von Katastrophen/Unfällen frei frei

Lohnsteuer

1 Steuerpflichtiger Arbeitslohn

Belohnungen an den Arbeitnehmer sind grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn, wenn sie mit Rücksicht auf das Dienstverhältnis und nicht im ganz überwiegend eigenen betrieblichen Interesse des Arbeitgebers gezahlt werden. Dies gilt auch für Belohnungen an Arbeitnehmer, die durch persönlichen Einsatz oder besonders umsichtiges Verhalten eine Gefahr für Leib und Leben anderer abgewendet oder erheblichen Sachschaden verhindert haben.

Als steuerpflichtiger Arbeitslohn sind somit folgende Belohnungen einzuordnen:

  • Prämien des Arbeitgebers im Rahmen eines Sicherheitswettbewerbs,
  • Prämien für Verbesserungsvorschläge oder Erfindervergütungen,
  • Prämien für besonders gute Leistungen,
  • "Fangprämien" für Ladendiebe, die z. B. ein Kaufhaus seinen Angestellten verspricht,
  • Prämien, die eine Bank für die Meldung oder Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten auslobt,
  • Prämien eines Dritten, wenn sie Entlohnungscharakter für im Rahmen des Dienstverhältnisses erbrachte Leistungen haben.

Vom Arbeitgeber ausgelobte Prämien z. B. im Rahmen eines Verkaufs- oder Ideenwettbewerbs sind grundsätzlich Arbeitslohn. Je nach Art der Prämie erfolgt eine Versteuerung als Bar- oder Sachlohn nach den allgemeinen Grundsätzen.

2 Ausnahmen von der Steuerpflicht

In besonderen Einzelfällen sieht die Finanzverwaltung von der Besteuerung ab. Voraussetzung ist, dass es sich um eine Belohnung für die Verhütung einer Katastrophe handelt und die Gefahrenbekämpfung nicht zum unmittelbaren Aufgabenbereich des Arbeitnehmers gehört.

Nicht durch das Dienstverhältnis veranlasst und damit auch kein steuerpflichtiger Arbeitslohn sind dagegen z. B. Belohnungen der Berufsgenossenschaft für Verdienste bei der Verhütung von Unfällen.

3 Incentivereise als geldwerter Vorteil

3.1 Steuerpflichtiger Arbeitslohn

Nur Incentivereisen mit privatem, touristischem Charakter stellen Arbeitslohn dar. Veranstaltet der Arbeitgeber eine Incentivereise, um bestimmte Arbeitnehmer für besondere Leistungen zu belohnen und zu weiteren Leistungssteigerungen zu motivieren, stellt dies für die Arbeitnehmer einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil dar. Hiervon ist auszugehen, wenn auf den Reisen

  • ein Besichtigungsprogramm angeboten wird, das einschlägigen Touristikreisen entspricht und
  • der berufliche Erfahrungsaustausch zwischen den Arbeitnehmern demgegenüber zurücktritt.

Pauschalbesteuerung der Sachzuwendungen

Der Wert einer Inventivereise kann pauschal mit 30 % versteuert werden, wenn die Pauschalierungsgrenze von 10.000 EUR nicht überschritten wird. Der Wert ergibt sich aus dem Bruttoaufwand des Arbeitgebers; bei einer Incentivereise einschließlich der Bewirtungsaufwendungen.

Erfüllt die vom Arbeitgeber gewährte Incentivereise die Voraussetzungen einer Betriebsveranstaltung, kann stattdessen die Lohnsteuer pauschal mit 25 % erhoben werden. Im Zusammenhang mit der pauschalen Besteuerung des geldwerten Vorteils mit 25 % ist jedoch zu beachten, dass diese Möglichkeit nur bei einer echten Betriebsveranstaltung besteht, die nicht nur bestimmten Hierarchieebenen offensteht.

Lohnzahlung durch Dritte

Erfolgt die Zuwendung durch einen Dritten, liegt ebenfalls steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Finanziert z.  B. ein Automobilhersteller dem Autoverkäufer eines Autohauses als Belohnung für Vertragsabschlüsse eine Incentivereise, muss das Autohaus als Arbeitgeber den Wert der Reise dem Lohnsteuerabzug unterwerfen.

Arbeitnehmer als Organisator und Betreuer

Arbeitslohn ist auch dann beim Arbeitnehmer anzusetzen, wenn er für die Betreuung der Gäste verantwortlich ist und auf der Reise von seinem Ehepartner/Lebenspartner begleitet wird. Ein geldwerter Vorteil entsteht ausnahmsweise dann nicht, wenn der Arbeitnehmer für die organisatorische Durchführung der Reise verantwortlich ist und diese Betreuungsaufgaben das Eigeninteresse des Arbeitnehmers an der Teilnahme des touristischen Programms in den Hintergrund treten lassen.

3.2 Reisen im überwiegend betrieblichen Interesse

Es liegt kein Arbeitslohn vor, soweit die Reise im ganz überwiegenden ...

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