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09.02.2016 | Top-Thema Vorsicht Märzklausel bei Einmalzahlung zu Jahresbeginn

Wann kommt die Einmalzahlung ins Vorjahr und wann nicht?

Kapitel
Vergleich: Einmalzahlung und beitragsfreie Differenz zur BBG
Bild: Haufe Online Redaktion

Überschreiten Einmalzahlungen von Januar bis März eines Jahres im Auszahlungsmonat zusammen mit dem laufenden Arbeitsentgelt die monatliche BBG gilt: Sie sind in einem ersten Schritt mit den im laufenden Jahr erzielten bisher beitragspflichtigen Arbeitsentgelten abzugleichen.

Ist eine in den Monaten Januar bis März gezahlte Einmalzahlung im laufenden Kalenderjahr nicht voll beitragspflichtig, wird sie dem letzten Abrechnungsmonat des Vorjahres zugeordnet – in der Regel dem Dezember. So wird allerdings nur verfahren, wenn bei demselben Arbeitgeber eine Beschäftigung bestand.

Beispiel: Im Februar 2016 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 700 EUR gewährt. Das laufend gezahlte Entgelt beläuft sich auf monatlich 3.900 EUR. Weitere beitragspflichtige Einnahmen werden im Januar und Februar nicht erzielt.

Bei der BBG (KV/PV) 2016 in Höhe von 4.237,50 EUR verbleibt monatlich eine Differenz von 337,50 EUR (4.237,50 EUR - 3.900 EUR). Für die beiden Monate Januar und Februar 2016 ergibt dies folglich 675 EUR (337,50 EUR x 2).

Lösung: Die Einmalzahlung (700 EUR) übersteigt die Differenz (675 EUR). Folglich ist sie dem letzten Abrechnungsmonat im Vorjahr zuzuordnen, vorausgesetzt, die Beschäftigung bestand bereits im Vorjahr.

Märzklausel greift: Zuordnung der Einmalzahlung zum Vorjahr

Die Beitragsberechnung aus der Einmalzahlung erfolgt bei einer Zuordnung ins Vorjahr so, als sei sie tatsächlich im Dezember des Vorjahres ausgezahlt worden. Wenn die Beschäftigung im gesamten Vorjahr bestand, wird nun in einem zweiten Schritt ebenfalls geprüft, ob die BBG im Vorjahr bereits vollständig mit beitragspflichtigem Entgelt belegt war oder ob noch eine Differenz besteht.

Die Jahres-BBG und das beitragspflichtige Entgelt sind sich in diesem Fall (bei ganzjährig existierender Beschäftigung für 12 Kalendermonate) gegenüberzu stellen. Alternativ – bei späterer Beschäftigungsaufnahme oder Unterbrechung der Beschäftigung - wird eine anteilige Jahres-BBG herangezogen. Eine Aufstellung der anteiligen BBG-Werte für 2016 finden Sie hier.

Achtung: Ergibt sich bei der Vergleichsberechnung im Vorjahr ein niedrigerer beitragspflichtiger Betrag als im laufenden Kalenderjahr, wird dennoch die Märzklausel angewendet. Dies gilt selbst für den Fall, dass bei Zuordnung zum Vorjahr die Einmalzahlung komplett beitragsfrei bleibt.

Märzklausel greift nicht: Zuordnung zum Auszahlungsmonat

Würde im vorhergehenden Beispiel das monatliche Entgelt 3.800 EUR betragen, verbliebe eine Differenz von 875 EUR (4.237,50 EUR - 3.800 EUR = 437,50 EUR x 2). Die Einmalzahlung (700 EUR) würde dann in vollem Umfang in dem Differenzbetrag (875 EUR) aufgehen. Infolgedessen wäre sie nicht dem Vorjahr zuzuordnen und voll beitragspflichtig.

Wichtig: Wird die anteilige Jahres-BBG für das laufende Kalenderjahr nicht überschritten, ist die Einmalzahlung nicht dem Vorjahr zuzuordnen.

Haufe Online Redaktion

Einmalzahlung, Märzklausel, Sonstige Bezüge

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