07.02.2017 | Top-Thema Märzklausel einfach erklärt

Unterschiedliche Berücksichtigung von Einmalzahlungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht

Kapitel
Einmalzahlungen im Rahmen der Märzklausel werden steuerlich anders beurteilt wie im Recht der Sozialversicherung.
Bild: Marcus Surges

Einmalzahlungen werden sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als im Lohnsteuerrecht. In der Sozialversicherung gilt das Entstehungsprinzip, lohnsteuerrechtlich das Zuflussprinzip. Dies wird insbesondere bei Einmalzahlungen deutlich, bei denen die so genannte Märzklausel greift.

Einmalzahlungen, die von Januar bis März ausgezahlt werden und im laufenden Kalenderjahr nicht voll beitragspflichtig sind, werden sozialversicherungsrechtlich dem Vorjahr zugeordnet. Vergleichbare Regelungen kennt das Steuerrecht nicht.

Sozialversicherung bei Einmalzahlung von Januar bis März

Ist eine im März 2017 ausgezahlte Einmalzahlung im Kalenderjahr 2017 nicht voll beitragspflichtig, ist sie dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres zuzuordnen, im Regelfall dem Dezember 2016. Der Arbeitgeber rechnet die Beiträge zwar erst im März 2017 ab, allerdings auf Basis der im Dezember 2016 geltenden Beitragsgruppen und Beitragssätze. Der bereits abgegebene Beitragsnachweis für Dezember 2016 wird korrigiert. Der beitragspflichtige Teil der Einmalzahlung wird mit einer Sondermeldung (GDA 54) und dem Meldezeitraum "01.12.2016 bis 31.12.2016" gemeldet.

Steuerrechtliche Zuordnung von Einmalzahlungen

Steuerrechtlich gilt das Zuflussprinzip. Die Zahlung erfolgt im März 2017 und ist daher steuerrechtlich auch dem März 2017 zuzuordnen. Lohn- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag sind im März 2017 abzuführen. Der Bruttobetrag der Einmalzahlung und die daraus resultierenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile am Gesamtsozialversicherungsbeitrag sind in die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2017 aufzunehmen. Daher ist das Steuerbrutto im Kalenderjahr 2017 höher als das Sozialversicherungsbrutto.

Beispiel für unterschiedliche Berücksichtigung bei Sozialversicherung und Lohnsteuer

Beispiel: Der Arbeitnehmer ist seit Jahren bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 3.700 EUR. Im März 2017 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 2.500 EUR gewährt.

Lösung: Bei der BBG (KV/PV) 2017 in Höhe von 4.350 EUR verbleibt monatlich eine Differenz von 650 EUR (4.350 EUR - 3.700 EUR). Für die Monate Januar bis März 2017 ergibt dies folglich 1.950 EUR (650 EUR x 3).

Die Einmalzahlung (2.500 EUR) übersteigt die Differenz (1.950 EUR). Folglich ist sie dem letzten Abrechnungsmonat im Vorjahr, also dem Dezember 2016 zuzuordnen. Diese Entscheidung gilt einheitlich für alle Versicherungszweige, obwohl im Hinblick auf die Renten- und Arbeitslosenversicherung bereits die BBG für März 2017 in Höhe von 6.350 EUR zur vollen Beitragspflicht der Einmalzahlung geführt hätte.

Unter Berücksichtigung der monatlichen BBG in der KV/PV im Jahr 2016 ergibt sich monatlich eine Differenz in Höhe von 537,50 EUR (4.237,50 EUR – 3.700 EUR). Für das ganze Jahr 2016 ergibt dies 6.450 EUR (537,50 EUR x 12), so dass die Einmalzahlung voll beitragspflichtig wird.

Unterschiede in SV-Beitragsnachweis und Lohnsteuerbescheinigung

Die Beiträge werden Im März 2017 auf die Basis von Dezember 2016 berechnet. Der Beitragsnachweis für Dezember 2016 wird berichtigt. Die bisher für das Kalenderjahr 2016 übermittelte Jahresmeldung mit 44.400 EUR (3.700 EUR x 12) wird durch eine Sondermeldung vom 01.12.2016 bis 31.12.2016 (GDA 54) mit dem Entgelt 2.500 EUR ergänzt. Insgesamt beträgt das für die Sozialversicherung gemeldete Entgelt damit 46.900 EUR (44.400 + 2.500 EUR). Die Lohnsteuerbescheinigung für 2016 enthält die Einmalzahlung nicht. Darin werden lediglich 44.400 EUR bescheinigt.

Für das Kalenderjahr 2017 verhält es sich umgekehrt. Das in der Lohnsteuerbescheinigung 2017 ausgewiesene Steuerbrutto beträgt inklusive der Einmalzahlung 46.900 EUR. In der Jahresmeldung für die Sozialversicherung werden aber nur 44.400 EUR angemeldet.

Regelmäßige Einmalzahlungen im 1. Quartal

Für Arbeitnehmer, die regelmäßig im 1. Quartal eines Kalenderjahres Einmalzahlungen erhalten, die jeweils dem Vorjahr zugeordnet werden, ergeben sich diese Unterschiede permanent. Für sie sind diese Differenzen häufig nicht mehr nachvollziehbar.

Schlagworte zum Thema:  Einmalzahlung, Märzklausel

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