Märzklausel bei Einmalzahlungen: Steuer und Sozialversicherung

Einmalzahlungen werden sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als im Lohnsteuerrecht. In der Sozialversicherung gilt das Entstehungsprinzip, lohnsteuerrechtlich das Zuflussprinzip. Dies wird insbesondere bei Einmalzahlungen deutlich, bei denen die Märzklausel greift.

Einmalzahlungen, die von Januar bis März ausgezahlt werden und im laufenden Kalenderjahr nicht voll beitragspflichtig sind, werden sozialversicherungsrechtlich dem Vorjahr zugeordnet. Vergleichbare Regelungen kennt das Steuerrecht nicht.

Sozialversicherung bei Einmalzahlung von Januar bis März

Ist eine im März 2019 ausgezahlte Einmalzahlung im Kalenderjahr 2019 nicht voll beitragspflichtig, ist sie dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres zuzuordnen, im Regelfall dem Dezember 2018. Der Arbeitgeber rechnet die Beiträge zwar erst im März 2019 ab, allerdings auf Basis der im Dezember 2018 geltenden Beitragsgruppen und Beitragssätze. Der bereits abgegebene Beitragsnachweis für Dezember 2018 wird korrigiert. Der beitragspflichtige Teil der Einmalzahlung wird mit einer Sondermeldung (GDA 54) und dem Meldezeitraum "1.12.2018 bis 31.12.2018" gemeldet.

Steuerrechtliche Zuordnung von Einmalzahlungen

Steuerrechtlich gilt das Zuflussprinzip. Die Zahlung erfolgt im März 2019 und ist daher steuerrechtlich auch dem März 2019 zuzuordnen. Lohn- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag sind im März 2019 abzuführen. Der Bruttobetrag der Einmalzahlung und die daraus resultierenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile am Gesamtsozialversicherungsbeitrag sind in die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2019 aufzunehmen. Daher ist das Steuerbrutto im Kalenderjahr 2019 höher als das Sozialversicherungsbrutto.

Beispiel für unterschiedliche Berücksichtigung bei Sozialversicherung und Lohnsteuer

Beispiel: Der Arbeitnehmer ist seit Jahren bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 3.700 EUR. Im März 2019 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 2.600 EUR gewährt.

Lösung: Bei der BBG (KV/PV) 2019 in Höhe von 4.537,50 EUR verbleibt monatlich eine Differenz von 837,50 EUR (4.537,50 EUR - 3.700 EUR). Für die Monate Januar bis März 2019 ergibt dies folglich 2.512,50 EUR (837,50 EUR x 3).

Die Einmalzahlung (2.600 EUR) übersteigt die Differenz (2.512,50 EUR). Folglich ist sie dem letzten Abrechnungsmonat im Vorjahr, also dem Dezember 2018 zuzuordnen. Diese Entscheidung gilt einheitlich für alle Versicherungszweige, obwohl im Hinblick auf die Renten- und Arbeitslosenversicherung bereits die BBG für März 2019 in Höhe von 6.700 EUR zur vollen Beitragspflicht der Einmalzahlung geführt hätte.

Unter Berücksichtigung der monatlichen BBG in der KV/PV im Jahr 2018 ergibt sich monatlich eine Differenz in Höhe von 725 EUR (4.425 EUR – 3.700 EUR). Für das ganze Jahr 2018 ergibt dies 8.700 EUR (725 EUR x 12), so dass die Einmalzahlung voll beitragspflichtig wird.

Unterschiede in SV-Beitragsnachweis und Lohnsteuerbescheinigung

Die Beiträge werden Im März 2019 auf die Basis von Dezember 2018 berechnet. Der Beitragsnachweis für Dezember 2018 wird berichtigt. Die bisher für das Kalenderjahr 2018 übermittelte Jahresmeldung mit 44.400 EUR (3.700 EUR x 12) wird durch eine Sondermeldung vom 1.12.2018 bis 31.12.2018 (GDA 54) mit dem Entgelt 2.600 EUR ergänzt. Insgesamt beträgt das für die Sozialversicherung gemeldete Entgelt damit 47.000 EUR (44.400 + 2.600 EUR). Die Lohnsteuerbescheinigung für 2018 enthält die Einmalzahlung nicht. Darin werden lediglich 44.400 EUR bescheinigt.

Für das Kalenderjahr 2019 verhält es sich umgekehrt. Das in der Lohnsteuerbescheinigung 2019 ausgewiesene Steuerbrutto beträgt inklusive der Einmalzahlung 47.000 EUR. In der Jahresmeldung für die Sozialversicherung werden aber nur 44.400 EUR angemeldet.

Regelmäßige Einmalzahlungen im 1. Quartal

Für Arbeitnehmer, die regelmäßig im 1. Quartal eines Kalenderjahres Einmalzahlungen erhalten, die jeweils dem Vorjahr zugeordnet werden, ergeben sich diese Unterschiede permanent. Für sie sind diese Differenzen häufig nicht mehr nachvollziehbar.

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