Märzklausel bei Einmalzahlungen: Steuer und Sozialversicherung

Einmalzahlungen werden sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als im Lohnsteuerrecht. In der Sozialversicherung gilt das Entstehungsprinzip, lohnsteuerrechtlich das Zuflussprinzip. Dies wird insbesondere bei Einmalzahlungen deutlich, bei denen die Märzklausel greift.

Einmalzahlungen, die von Januar bis März ausgezahlt werden und im laufenden Kalenderjahr nicht voll beitragspflichtig sind, werden sozialversicherungsrechtlich dem Vorjahr zugeordnet. Vergleichbare Regelungen kennt das Steuerrecht nicht.

Sozialversicherung bei Einmalzahlung von Januar bis März

Ist eine im März 2020 ausgezahlte Einmalzahlung im Kalenderjahr 2020 nicht voll beitragspflichtig, ist sie dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres zuzuordnen, im Regelfall dem Dezember 2019. Der Arbeitgeber rechnet die Beiträge zwar erst im März 2020 ab, allerdings auf Basis der im Dezember 2019 geltenden Beitragsgruppen und Beitragssätze. Der bereits abgegebene Beitragsnachweis für Dezember 2019 wird korrigiert. Der beitragspflichtige Teil der Einmalzahlung wird mit einer Sondermeldung (GDA 54) und dem Meldezeitraum "1. Dezember 2019 bis 31. Dezember 2019" gemeldet.

Steuerrechtliche Zuordnung von Einmalzahlungen

Steuerrechtlich gilt das Zuflussprinzip. Die Zahlung erfolgt im März 2020 und ist daher steuerrechtlich auch dem März 2020 zuzuordnen. Lohn- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag sind im März 2020 abzuführen. Der Bruttobetrag der Einmalzahlung und die daraus resultierenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile am Gesamtsozialversicherungsbeitrag sind in die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2020 aufzunehmen. Daher ist das Steuerbrutto im Kalenderjahr 2020 höher als das Sozialversicherungsbrutto.

Beispiel für unterschiedliche Berücksichtigung bei Sozialversicherung und Lohnsteuer

Beispiel: Der Arbeitnehmer ist seit Jahren bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 3.700 Euro. Im März 2020 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 3.000 Euro gewährt.

Lösung: Bei der BBG (KV/PV) 2020 in Höhe von 4.687,50 Euro verbleibt monatlich eine Differenz von 987,50 Euro (4.687,50 Euro - 3.700 Euro). Für die Monate Januar bis März 2020 ergibt dies folglich 2.962,50 Euro (987,50 Euro x 3).

Die Einmalzahlung (3.000 Euro) übersteigt die Differenz (2.962,50 Euro). Folglich ist sie dem letzten Abrechnungsmonat im Vorjahr, also dem Dezember 2019 zuzuordnen. Diese Entscheidung gilt einheitlich für alle Versicherungszweige, obwohl im Hinblick auf die Renten- und Arbeitslosenversicherung bereits die BBG für März 2020 in Höhe von 6.900 Euro zur vollen Beitragspflicht der Einmalzahlung geführt hätte.

Unter Berücksichtigung der monatlichen BBG in der KV/PV im Jahr 2020 ergibt sich monatlich eine Differenz in Höhe von 837,50 Euro (4.537,50 Euro – 3.700 Euro). Für das ganze Jahr 2019 ergibt dies 10.050 Euro (837,50 Euro x 12), sodass die Einmalzahlung voll beitragspflichtig wird.

Unterschiede in SV-Beitragsnachweis und Lohnsteuerbescheinigung

Die Beiträge werden im März 2020 auf der Basis von Dezember 2019 berechnet. Der Beitragsnachweis für Dezember 2019 wird berichtigt. Die bisher für das Kalenderjahr 2019 übermittelte Jahresmeldung mit 44.400 Euro (3.700 Euro x 12) wird durch eine Sondermeldung vom 1. Dezember 2019 bis 31. Dezember 2019 (GDA 54) mit dem Entgelt 3.000 Euro ergänzt. Insgesamt beträgt das für die Sozialversicherung gemeldete Entgelt damit 47.400 Euro (44.400 Euro + 3.000 Euro). Die Lohnsteuerbescheinigung für 2019 enthält die Einmalzahlung nicht. Darin werden lediglich 44.400 Euro bescheinigt.

Für das Kalenderjahr 2020 verhält es sich umgekehrt. Das in der Lohnsteuerbescheinigung 2020 ausgewiesene Steuerbrutto beträgt inklusive der Einmalzahlung 47.400 Euro. In der Jahresmeldung für die Sozialversicherung werden aber nur 44.400 Euro angemeldet.

Regelmäßige Einmalzahlungen im 1. Quartal

Für Arbeitnehmer, die regelmäßig im 1. Quartal eines Kalenderjahres Einmalzahlungen erhalten, die jeweils dem Vorjahr zugeordnet werden, ergeben sich diese Unterschiede permanent. Für sie sind diese Differenzen häufig nicht mehr nachvollziehbar.

Mehr zum Thema "Einmalzahlung" erfahren Sie auf unserer Themenseite.

Schlagworte zum Thema:  Einmalzahlung, Märzklausel