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Einmalzahlungen im Rahmen der Märzklausel werden steuerlich anders beurteilt wie im Recht der Sozialversicherung. Bild: Marcus Surges

Einmalzahlungen werden sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als im Lohnsteuerrecht. In der Sozialversicherung gilt das Entstehungsprinzip, lohnsteuerrechtlich das Zuflussprinzip. Dies wird insbesondere bei Einmalzahlungen deutlich, bei denen die Märzklausel greift.

Einmalzahlungen, die von Januar bis März ausgezahlt werden und im laufenden Kalenderjahr nicht voll beitragspflichtig sind, werden sozialversicherungsrechtlich dem Vorjahr zugeordnet. Vergleichbare Regelungen kennt das Steuerrecht nicht.

Sozialversicherung bei Einmalzahlung von Januar bis März

Ist eine im März 2018 ausgezahlte Einmalzahlung im Kalenderjahr 2018 nicht voll beitragspflichtig, ist sie dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres zuzuordnen, im Regelfall dem Dezember 2017. Der Arbeitgeber rechnet die Beiträge zwar erst im März 2018 ab, allerdings auf Basis der im Dezember 2017 geltenden Beitragsgruppen und Beitragssätze. Der bereits abgegebene Beitragsnachweis für Dezember 2017 wird korrigiert. Der beitragspflichtige Teil der Einmalzahlung wird mit einer Sondermeldung (GDA 54) und dem Meldezeitraum "1.12.2017 bis 31.12.2017" gemeldet.

Steuerrechtliche Zuordnung von Einmalzahlungen

Steuerrechtlich gilt das Zuflussprinzip. Die Zahlung erfolgt im März 2018 und ist daher steuerrechtlich auch dem März 2018 zuzuordnen. Lohn- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag sind im März 2018 abzuführen. Der Bruttobetrag der Einmalzahlung und die daraus resultierenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile am Gesamtsozialversicherungsbeitrag sind in die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2018 aufzunehmen. Daher ist das Steuerbrutto im Kalenderjahr 2018 höher als das Sozialversicherungsbrutto.

Beispiel für unterschiedliche Berücksichtigung bei Sozialversicherung und Lohnsteuer

Beispiel: Der Arbeitnehmer ist seit Jahren bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 3.700 EUR. Im März 2018 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 2.500 EURgewährt.

Lösung: Bei der BBG (KV/PV) 2018 in Höhe von 4.425 EUR verbleibt monatlich eine Differenz von 725 EUR (4.425 EUR - 3.700 EUR). Für die Monate Januar bis März 2018 ergibt dies folglich 2.175 EUR (725 EUR x 3).

Die Einmalzahlung (2.500 EUR) übersteigt die Differenz (2.175 EUR). Folglich ist sie dem letzten Abrechnungsmonat im Vorjahr, also dem Dezember 2017 zuzuordnen. Diese Entscheidung gilt einheitlich für alle Versicherungszweige, obwohl im Hinblick auf die Renten- und Arbeitslosenversicherung bereits die BBG für März 2018 in Höhe von 6.500 EUR zur vollen Beitragspflicht der Einmalzahlung geführt hätte.

Unter Berücksichtigung der monatlichen BBG in der KV/PV im Jahr 2017 ergibt sich monatlich eine Differenz in Höhe von 650 EUR (4.350 EUR – 3.700 EUR). Für das ganze Jahr 2017 ergibt dies 7.800 EUR (650 EUR x 12), so dass die Einmalzahlung voll beitragspflichtig wird.

Unterschiede in SV-Beitragsnachweis und Lohnsteuerbescheinigung

Die Beiträge werden Im März 2018 auf die Basis von Dezember 2017 berechnet. Der Beitragsnachweis für Dezember 2017 wird berichtigt. Die bisher für das Kalenderjahr 2017 übermittelte Jahresmeldung mit 44.400 EUR (3.700 EUR x 12) wird durch eine Sondermeldung vom 1.12.2017 bis 31.12.2017 (GDA 54) mit dem Entgelt 2.500 EUR ergänzt. Insgesamt beträgt das für die Sozialversicherung gemeldete Entgelt damit 46.900 EUR (44.400 + 2.500 EUR). Die Lohnsteuerbescheinigung für 2017 enthält die Einmalzahlung nicht. Darin werden lediglich 44.400 EUR bescheinigt.

Für das Kalenderjahr 2018 verhält es sich umgekehrt. Das in der Lohnsteuerbescheinigung 2018 ausgewiesene Steuerbrutto beträgt inklusive der Einmalzahlung 46.900 EUR. In der Jahresmeldung für die Sozialversicherung werden aber nur 44.400 EUR angemeldet.

Regelmäßige Einmalzahlungen im 1. Quartal

Für Arbeitnehmer, die regelmäßig im 1. Quartal eines Kalenderjahres Einmalzahlungen erhalten, die jeweils dem Vorjahr zugeordnet werden, ergeben sich diese Unterschiede permanent. Für sie sind diese Differenzen häufig nicht mehr nachvollziehbar.

Schlagworte zum Thema:  Einmalzahlung, Märzklausel

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