Märzklausel bei Einmalzahlungen: Steuer und Sozialversicherung

Einmalzahlungen werden sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als im Lohnsteuerrecht. In der Sozialversicherung gilt das Entstehungsprinzip, lohnsteuerrechtlich das Zuflussprinzip. Dies wird insbesondere bei Einmalzahlungen deutlich, bei denen die Märzklausel greift.

Einmalzahlungen, die von Januar bis März ausgezahlt werden und im laufenden Kalenderjahr nicht voll beitragspflichtig sind, werden sozialversicherungsrechtlich dem Vorjahr zugeordnet. Vergleichbare Regelungen kennt das Steuerrecht nicht.

Sozialversicherung bei Einmalzahlung von Januar bis März

Ist eine im März 2022 ausgezahlte Einmalzahlung im Kalenderjahr 2022 nicht voll beitragspflichtig, ist sie dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres zuzuordnen, im Regelfall dem Dezember 2021. Der Arbeitgeber rechnet die Beiträge zwar erst im März 2022 ab, allerdings auf Basis der im Dezember 2021 geltenden Beitragsgruppen und Beitragssätze. Der bereits abgegebene Beitragsnachweis für Dezember 2021 wird korrigiert. Der beitragspflichtige Teil der Einmalzahlung wird mit einer Sondermeldung (GDA 54) und dem Meldezeitraum "1. Dezember 2021 bis 31. Dezember 2021" gemeldet.

Steuerrechtliche Zuordnung von Einmalzahlungen

Steuerrechtlich gilt das Zuflussprinzip. Die Zahlung erfolgt im März 2022 und ist daher steuerrechtlich auch dem März 2022 zuzuordnen. Lohn- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag sind im März 2022 abzuführen. Der Bruttobetrag der Einmalzahlung und die daraus resultierenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile am Gesamtsozialversicherungsbeitrag sind in die Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2022 aufzunehmen. Daher ist das Steuerbrutto im Kalenderjahr 2022 höher als das Sozialversicherungsbrutto.

Beispiel für unterschiedliche Berücksichtigung bei Sozialversicherung und Lohnsteuer

Beispiel: Der Arbeitnehmer ist seit Jahren bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 3.850 Euro. Im März 2022 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 3.200 Euro gewährt.

Lösung: Bei der BBG (KV/PV) 2022 in Höhe von 4.837,50 Euro verbleibt monatlich eine Differenz von 987,50 Euro (4.837,50 Euro - 3.850 Euro). Für die Monate Januar bis März 2022 ergibt dies folglich 2.962,50 Euro (987,50 Euro x 3).

Die Einmalzahlung (3.200 Euro) übersteigt die Differenz (2.962,50 Euro). Folglich ist sie dem letzten Abrechnungsmonat im Vorjahr, also dem Dezember 2021 zuzuordnen. Diese Entscheidung gilt einheitlich für alle Versicherungszweige, obwohl im Hinblick auf die Renten- und Arbeitslosenversicherung bereits die BBG für März 2022 in Höhe von 7.050 Euro zur vollen Beitragspflicht der Einmalzahlung geführt hätte.

Unter Berücksichtigung der monatlichen BBG in der KV/PV im Jahr 2021 ergibt sich monatlich eine Differenz in Höhe von 987,50 Euro (4.837,50 Euro – 3.850 Euro). Für das ganze Jahr 2021 ergibt dies 11.850 Euro (987,50 Euro x 12), sodass die Einmalzahlung voll beitragspflichtig wird.

Unterschiede in SV-Beitragsnachweis und Lohnsteuerbescheinigung

Die Beiträge werden im März 2022 auf der Basis von Dezember 2021 berechnet. Der Beitragsnachweis für Dezember 2021 wird berichtigt. Die bisher für das Kalenderjahr 2021 übermittelte Jahresmeldung mit 46.200 Euro (3.850 Euro x 12) wird durch eine Sondermeldung vom 1. Dezember 2021 bis 31. Dezember 2021 (GDA 54) mit dem Entgelt 3.200 Euro ergänzt. Insgesamt beträgt das für die Sozialversicherung gemeldete Entgelt damit 49.400 Euro (46.200 Euro + 3.200 Euro). Die Lohnsteuerbescheinigung für 2021 enthält die Einmalzahlung nicht. Darin werden lediglich 46.200 Euro bescheinigt.

Für das Kalenderjahr 2022 verhält es sich umgekehrt. Das in der Lohnsteuerbescheinigung 2022 ausgewiesene Steuerbrutto beträgt inklusive der Einmalzahlung 49.400 Euro. In der Jahresmeldung für die Sozialversicherung werden aber nur 46.200 Euro angemeldet.

Regelmäßige Einmalzahlungen im 1. Quartal

Für Arbeitnehmende, die regelmäßig im 1. Quartal eines Kalenderjahres Einmalzahlungen erhalten, die jeweils dem Vorjahr zugeordnet werden, ergeben sich diese Unterschiede permanent. Für sie sind diese Differenzen häufig nicht mehr nachvollziehbar.

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Schlagworte zum Thema:  Einmalzahlung, Märzklausel, Jahreswechsel