24.04.2012 | Top-Thema Beitragspflicht von Abfindungen

Wie werden die Beiträge aus Abfindungen berechnet?

Kapitel
Wichtige Tipps zur korrekten Beitragsberechnung bei Abfindungen
Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn eine Abfindung sozialversicherungsrechtlich als Arbeitsentgelt gilt, müssen grundsätzlich Beiträge in vollem Umfang berechnet werden. Die Abfindungen gelten als Einmalzahlung und sind zeitlich dem letzten Lohnzahlungszeitraum des Beschäftigungsverhältnisses zuzuordnen.

Beitragspflicht bei Auszahlung

Anders als bei laufenden Entgeltzahlungen gilt für Einmalzahlungen allerdings nicht das Entstehungsprinzip, sondern das Zuflussprinzip. Einmalzahlungen sind nur dann beitragspflichtig, wenn diese auch tatsächlich ausgezahlt werden. Der reine Anspruch auf die Einmalzahlung löst für sich gesehen insoweit noch keine Beitragspflicht aus.

Vergleichsberechnung mit dem bereits verbeitragten Entgelt

Wie bei allen Einmalzahlungen ist zu prüfen, ob die Abfindung gemeinsam mit dem laufenden Arbeitsentgelt des Entgeltabrechnungszeitraums die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) des jeweiligen Versicherungszweiges erreicht. Ist das nicht der Fall, ist die Abfindung in voller Höhe beitragspflichtig. Wird die BBG durch die Einmalzahlung überschritten, so ist die anteilige Jahres-BBG zu ermitteln. Die anteilige BBG wird dabei für das laufende Kalenderjahr bis zum Ablauf des Entgeltzeitraums bei demselben Arbeitgeber gebildet.

Märzklausel muss beachtet werden

Bei Zahlung einer Abfindung in der Zeit vom 1.1. bis 31.3. des auf das Ende der Beschäftigung folgenden Kalenderjahres ist eine Vergleichsberechnung vorzunehmen. Die Märzklausel greift dann, wenn die Abfindung in mindestens einem Sozialversicherungszweig weder im Monat der Zahlung, noch aufgrund der anteiligen Jahresbeitragsbemessungsgrenze vom 1.1. bis 31.3. in voller Höhe der Beitragspflicht unterworfen werden kann. In diesen Fällen ist die Abfindung dem Vorjahr zuzuordnen.

Umlagen und Unfallversicherung

Zur Umlage (U1 und U2) sind keine Beiträge aus Abfindungen zu zahlen, da einmalig gezahltes Arbeitsentgelt bei der Berechnung der Umlage nicht zu berücksichtigen ist. In der Unfallversicherung und für die Insolvenzgeldumlage gelten die Regelungen wie für die übrigen SV-Zweige: „Unechte“ Abfindungen sind beitragspflichtig.

Schlagworte zum Thema:  Zuflussprinzip, Einmalzahlung, Märzklausel, Umlageverfahren, Abfindung, Beitragsberechnung

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