| Mitarbeiterüberwachung

Wann eine Videoüberwachung zulässig sein kann

Interesse des Arbeitgebers an Diebstahlsaufklärung rechtfertigt die Videoüberwachung im Lager.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In einem Raum, der vorwiegend als Lager und nur in geringem Maße als Sozialraum für Mitarbeiter genutzt wird, kann die Videoüberwachung zur Diebstahlsaufklärung zulässig sein. Dies entschied das Arbeitsgericht Oberhausen in seinem Urteil.

Auch in der Mittagspause immer im Blick des Arbeitgebers? Die Mitarbeiterin eines Fußball-Fan-Shops wollte ihre Pause lieber ungestört verbringen, ohne dabei von Kameras gefilmt zu werden. Sie zog vor das Arbeitsgericht, um sich gegen die – in ihren Augen unzulässige – Videoüberwachung des Sozialraums der Mitarbeiter durch ihren Arbeitgeber zu wehren.

Klage auf Unterlassung und Schadensersatz

Die Arbeitnehmerin ist als Verkäuferin in einem Fußball-Fan-Shop im Centro Oberhausen beschäftigt. Der Raum, den die Mitarbeiter als ihren Sozialraum nutzen, wurde durch den Arbeitgeber, den Betreiber des Fan-Shops eines großen Fußballvereins, mit mehreren Kameras überwacht. Die Verkäuferin fühlte sich dadurch gestört und klagte vor dem Arbeitsgericht Oberhausen auf Unterlassung der Videoüberwachung sowie Schadensersatz.

Videoüberwachung zur Diebstahlsaufklärung im Lager "mit Sozialbereich" zulässig

Das Arbeitsgericht hat die Klage der Mitarbeiterin abgewiesen. Als Begründung führte die Kammer aus, dass hier kein reiner Sozialraum, sondern allenfalls ein Lager mit Sozialbereich von Kameras überwacht wurde. Das Interesse des Arbeitgebers an der Diebstahlsaufklärung wurde höher bewertet, als die mögliche Persönlichkeitsverletzung der Arbeitnehmerin.

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Schlagworte zum Thema:  Videoüberwachung, Unterlassungsklage, Schadensersatz

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