| Arbeitsunfähigkeit bei Allergie

Krank wegen Heuschnupfen?

Von wegen "das bisschen Schnupfen": Auch vermeintlich harmlose Allergien können zur Arbeitsunfähigkeit führen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Heuschnupfen gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Jetzt, da es warm wird und alles zu blühen anfängt, leidet jeder fünfte Deutsche unter der "saisonalen Rhinitis". Dies sollten Arbeitgeber nicht verharmlosen: Auch von Heuschnupfen geplagte Mitarbeiter können arbeitsunfähig sein.

Frühlingszeit ist auch Pollenzeit. Für viele Heuschnupfengeplagte bedeutet dies: Niesen, juckende rote Augen und allgemeine Abgeschlagenheit. Sobald die Natur draußen anfängt zu grünen und zu blühen, beginnt für sie die Quälerei. Ist ein von Heuschnupfen betroffener Arbeitnehmer aber deshalb gleich arbeitsunfähig krank?

Nur ein bisschen Niesen-oder wirklich krank?

Nicht alle Mitarbeiter sind am Arbeitsplatz immer voll leistungsfähig – auch an einem "normalen" Tag können Gesundheitsprobleme auftauchen, wegen derer man aber nicht gleich krank oder gar arbeitsunfähig ist. Nehmen die Krankheitssymptome allerdings überhand, kann dies dazu führen, dass die Mitarbeiter nicht mehr in der Lage sind, ihre Arbeit zu verrichten. Dies kann auch bei vermeintlich harmlosen Erkrankungen wie Allergien der Fall sein. Also gelten bei einem Heuschnupfen mit starken Symptomen die gleichen Regelungen wie bei anderen Krankheitsfällen.

Auch Allergien können zu Arbeitsunfähigkeit führen

Per Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist ein Mitarbeiter – egal, ob wegen einer Allergie oder einer anderen Erkrankung – dann arbeitsunfähig, wenn sein Zustand ihn außerstande setzt, die ihm nach dem Inhalt des Arbeitsvertrags obliegende Arbeit zu verrichten, oder wenn er die Arbeitsleistung nur unter der Gefahr erbringen kann, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert (Urteil vom 29. Januar 1992, Aktenzeichen: 5 AZR 37/91).

Beweislast liegt beim Arbeitgeber

Hingegen liegt keine Arbeitsunfähigkeit vor, wenn der Arbeitnehmer auf Grund der Allergie nicht in der Lage ist, den Weg zur Arbeit zurückzulegen. Auch die Erforderlichkeit von Arztbesuchen oder sonstigen medizinischen Behandlungen begründet nicht ohne Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit. Hat der Arbeitgeber Zweifel daran, dass ein Mitarbeiter aufgrund allergischer Reaktionen tatsächlich nicht arbeitsfähig ist, liegt die Beweislast wie in anderen Fällen auch bei ihm.

Wer den Heuschnupfen und andere allergisch bedingte Unpässlichkeiten seiner Mitarbeiter dennoch verharmlost, kann dazu beitragen, dass sich Mitarbeiter aus Pflichtgefühl krank zur Arbeit schleppen. Dieses Phänomen scheint unter Arbeitnehmern durchaus verbreitet zu sein: So haben die Ergebnisse einer Befragung gezeigt, dass sich rund 60 Prozent der Deutschen bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit nicht einmal einen Tag Erholung gönnen.

Folgen eines sogenannten Präsentismus können nachlassende Leistungsfähigkeit und abnehmende Produktivität sein. Hier kann ein Präsentismus-Management wertvolle Dienste leisten.

 

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Schlagworte zum Thema:  Krankheit, Heuschnupfen, Arbeitsunfähigkeit, Präsentismus

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