Beamtin verweigert ärztliche Untersuchung: Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand rechtmäßig
Dienstherr hatte Anlass, an Dienstfähigkeit von Lehrerin zu zweifeln
Die Beamtin war Lehrerin im Dienst des beklagten Landes. Aufgrund verschiedener dienstlicher Konflikte, die aus Sicht des Dienstherrn Anlass zu Zweifeln an ihrer Dienstfähigkeit gaben, ordnete dieser wiederholt die amtsärztliche Untersuchung der Klägerin an. Die Klägerin kam den Untersuchungsanordnungen nicht nach. Der Beklagte versetzte die Klägerin daraufhin wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand, ohne eine anderweitige Verwendbarkeit der Klägerin zu prüfen. Die nach erfolglos durchgeführtem Vorverfahren erhobene Klage der Beamtin ist in beiden Instanzen ohne Erfolg geblieben.
Aus Verweigerung der ärztlichen Untersuchung kann auf Dienstunfähigkeit geschlossen werden
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision der Beamtin zurückgewiesen: Auch dann, wenn die Folgen der Verweigerung einer ärztlichen Untersuchung nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt sind, kann nach dem Rechtsgedanken der §§ 427, 444 und 446 ZPO von der Verweigerung , sich ärztlich untersuchen zu lassen, auf die Dienstunfähigkeit des Beamten geschlossen werden.
Wichtig: Untersuchungsanordnung muss bestimmte Angaben enthalten
Die Annahme der Beweisvereitelung setzt aber voraus, dass die Untersuchungsanordnung rechtmäßig ist. Hierfür ist unter anderem erforderlich, dass die tatsächlichen Anhaltspunkte, die Zweifel an der Dienstfähigkeit des Beamten begründen, in der Anordnung aufgeführt sind. Der Beamte muss in die Lage versetzt werden zu entscheiden, ob er das Risiko, sich der ärztlichen Untersuchung nicht zu unterziehen, in Kauf nehmen oder ggf. ein gerichtliches Eilverfahren anstrengen möchte.
Art (Fachrichtung) und Umfang der Untersuchung sind in der Anordnung vom Dienstherrn zu bestimmen. Die Festlegung des Umfangs (etwa orientierende Untersuchung / fachärztliche Zusatzbegutachtungen) dient der Beschränkung der Untersuchung auf das für die Feststellung der Dienstunfähigkeit erforderliche Maß. Einer Festlegung des Untersuchungsablaufs oder einzelner Untersuchungsmethoden bedarf es dabei nicht. Ist die Untersuchung rechtmäßig angeordnet worden und hat der Beamte ihr nicht Folge geleistet, darf der Dienstherr von dessen Dienstunfähigkeit ausgehen. In diesem Fall entfällt auch die Pflicht zur Suche nach einer anderweitigen Verwendbarkeit, weil mangels jeglicher ärztlicher Erkenntnisse von einem fehlenden Restleistungsvermögen des Beamten auszugehen ist.
(BVerwG, Urteil v. 27.6.2024, 2 C 17.23)
-
Einigung in der Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder
5.138
-
Entgelttabelle TV-L
1.868
-
Krankmeldung im öffentlichen Dienst
1.7751
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
1.6632
-
TVöD-Tarifrunde für Kommunen und den Bund 2025: Redaktionsverhandlungen abgeschlossen
1.297
-
Entgelttabelle TVöD/VKA
1.188
-
Urlaubsanspruch auch bei Erwerbsminderungsrente
955
-
Hilfsweise ordentliche Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“
694
-
Entgelttabelle TVöD - Sozial- und Erziehungsdienst
601
-
Zwölftelung des Urlaubsanspruchs im öffentlichen Dienst
508
-
Rechtswidrige Abberufung einer Gleichstellungsbeauftragten
19.02.2026
-
Dienstanweisungen zu Schwangerschaftsabbrüchen
19.02.2026
-
Keine höhere Eingruppierung eines freigestellten Personalratsmitglieds
18.02.2026
-
Wahl im Tarifvertrag: Mehr Zeit oder mehr Geld?
17.02.2026
-
Einigung in der Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder
16.02.2026
-
Kündigung wegen Gender-Verweigerung
12.02.2026
-
Richterbund fordert mehr Personal für Verwaltungsgerichte
04.02.2026
-
Luftsicherheitsassistentin darf nicht wegen Tragens eines Kopftuchs abgelehnt werden
03.02.2026
-
CDU-Wirtschaftsflügel will Teilzeit-Anspruch einschränken
27.01.2026
-
Regeln für einen rechtmäßigen Streik im öffentlichen Dienst
22.01.2026