Gewerkschaften fordern deutliche Stärkung des öffentlichen Dienstes
Ob Schulen, Ausländerbehörden oder Polizei: Der Flüchtlingszustrom fordert den öffentlichen Dienst.
«Kitas, Sozialdienst, Schulen, Bundesagentur, Jobcenter und viele andere Bereiche brauchen mehr Personal», sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Willi Russ, zweiter Vorsitzender des Beamtenbunds dbb, forderte: «Vor allem Länder und Kommunen brauchen dringend mehr Unterstützung.»
Stellenabbau aus der Vergangenheit wirkt negativ
Laut Bsirske mache sich der Stellenabbau der vergangenen Jahre jetzt besonders schmerzlich bemerkbar. So müsse beispielsweise der soziale Wohnungsbau massiv gestärkt werden, schon heute fehlten Hunderttausende von Wohnungen in den Ballungszentren. «Planung und Umsetzung müssen natürlich mit entsprechenden personellen Ressourcen im öffentlichen Dienst hinterlegt werden.»
Russ sagte, in vielen Bereichen hätten Stellenkürzungen über Jahre hinweg bereits bei «Normalbetrieb» zu einer sehr hohen Belastung der Beschäftigten geführt. Dies räche sich jetzt besonders. Die Herausforderungen für den öffentlichen Dienst durch die Flüchtlinge sind auch ein zentrales Thema der dbb-Jahrestagung in der kommenden Woche in Köln.
Nächste Tarifrunde beginnt im März
Für die anstehende Tarifrunde für Bund und Kommunen komme es angesichts des enormen Anstiegs der Arbeitsverdichtung darauf an, dass der öffentliche Dienst attraktiv bleibt, forderte Bsirske. Die Verhandlungen sollen im März in Potsdam beginnen. «Der Abstand zur Tarifentwicklung in der Gesamtwirtschaft konnte in den vergangenen Jahren bereits verringert werden, aber er ist immer noch nicht ganz beseitigt», sagte der Verdi-Chef. «Rund 20 bis 25 Prozent der im öffentlichen Dienst Beschäftigten scheiden bis 2020 altersbedingt aus – die Konkurrenz um Nachwuchs nimmt weiter zu.»
Gewerkschaft fordert höhere Gehälter und neue Entgeltordnung
Bsirske stimmte auf eine schwierige Tarifrunde ein - mit vier Themen, «die nicht trivial sind und zu einem Paket geschnürt werden müssen». So müsse die Lohnhöhe steigen. Die Kommunen wollten zudem Einschnitte im Leistungsrecht der betrieblichen Altersvorsorge. «Das geht gar nicht», sagte Bsirske. Auf der Zielgeraden seien seit Jahren andauernde Verhandlungen über eine neue Entgeltordnung. «Dieses Kapitel müssen wir abschließen.» Und die Gewerkschaften wollten eine Pflicht zur Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss erreichen.
Russ forderte einen «angemessenen» Abschluss: «Überstunden ohne Ende und am Schluss nichts mehr im Portemonnaie - das wird es mit uns nicht geben.»
-
Besoldungserhöhung für Bundesbeamte fällt geringer aus
1.600
-
Krankmeldung im öffentlichen Dienst
9831
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
9822
-
Urlaubsanspruch auch bei Erwerbsminderungsrente
778
-
Entgelttabelle TVöD/VKA
769
-
Gewerkschaften stimmen der TV-L Tarifrunde 2026 zu
743
-
Entgelttabelle TV-L
609
-
Beschäftigte des Landes Hessen erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt
556
-
Hilfsweise ordentliche Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“
383
-
Zwölftelung des Urlaubsanspruchs im öffentlichen Dienst
373
-
Unwirksame außerordentliche Kündigung einer Oberärztin
23.04.2026
-
Besoldungserhöhung für Bundesbeamte fällt geringer aus
21.04.2026
-
Der Beamtenbund dbb vermeidet Kontakte und Auftritte mit AfD
15.04.2026
-
Zweifel an Verfassungstreue rechtfertigen Entlassung von Polzeikommissaranwärtern
13.04.2026
-
Ausschluss eines Polizeibewerbers wegen Harnstein
08.04.2026
-
Kontakt zum inhaftierten Lebensgefährten: Justizvollzugsbeamtin fristlos entlassen
02.04.2026
-
Vergaben des Bundes nur noch zu Tarifbedingungen
01.04.2026
-
Beschäftigte des Landes Hessen erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt
30.03.2026
-
Polizeihauptkommissar wegen Verstoß gegen Verfassungstreue um zwei Besoldungsgruppen zurückgestuft
23.03.2026
-
Kirchenaustritt ist kein Kündigungsgrund
18.03.2026