Freistellung auch bei Weiterbildung mit sozial- und gesellschaftspolitischen Themen
Ein Mitarbeiter eines Unternehmens beantragte Freistellung für ein Seminar zum Thema „Arbeitnehmer/innen in Betrieb, Wirtschaft und Gesellschaft“. Das Unternehmen sah darin keine politische Weiterbildung im Sinne des Bildungszeitgesetzes und lehnte die Freistellung ab. Hiergegen klagte der Mitarbeiter und bekam in erster Instanz Recht. Über die Berufung entschied das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg.
„Politische Weiterbildung“ im Bildungszeitgesetz ist weit auszulegen
Das Landesarbeitsgericht urteilte, dass der Mitarbeiter für das Seminar freigestellt werden muss. Der Begriff der „politischen Bildung“ im Bildungszeitgesetz ist weit auszulegen und beschränkt sich nicht auf Politik im engsten Sinne. Daher zählen auch sozial- und gesellschaftspolitische Themen hierzu. Als Begründung orientiert sich das Gericht an der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zu den Bildungsgesetzen anderer Länder. Politische Weiterbildung bezweckt demnach „das Verständnis für gesellschaftliche, soziale und politische Zusammenhänge zu verbessern, um damit die in einem demokratischen Gemeinwesen anzustrebende Mitsprache in Staat, Gesellschaft und Beruf zu fördern“.
Hintergrund zur Bildungszeit
Anspruch auf Bildungszeit besteht für Beschäftigte bis zu 5 Arbeitstagen im Jahr. Der Arbeitgeber muss sie dann unter Fortzahlung der Bezüge während der Bildungszeit freistellen. Neben Maßnahmen der politischen Weiterbildung ist auch Bildungszeit für berufliche Weiterbildung sowie für die Qualifizierung zur Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten zu gewähren.
(LArbG Baden-Württemberg, Urteil v. 9.8.2017, 2 Sa 4/17)
-
Gewerkschaften stimmen der TV-L Tarifrunde 2026 zu
2.210
-
Beschäftigte des Landes Hessen erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt
1.867
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
1.6202
-
Krankmeldung im öffentlichen Dienst
1.3091
-
Entgelttabelle TV-L
1.298
-
Entgelttabelle TVöD/VKA
1.065
-
Urlaubsanspruch auch bei Erwerbsminderungsrente
633
-
Entgelttabelle TVöD - Sozial- und Erziehungsdienst
621
-
Hilfsweise ordentliche Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“
547
-
Probezeitkündigung im öffentlichen Dienst - das gilt es zu beachten
452
-
Beschäftigte des Landes Hessen erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt
30.03.2026
-
Polizeihauptkommissar wegen Verstoß gegen Verfassungstreue um zwei Besoldungsgruppen zurückgestuft
23.03.2026
-
Kirchenaustritt ist kein Kündigungsgrund
18.03.2026
-
Gewerkschaften stimmen der TV-L Tarifrunde 2026 zu
13.03.2026
-
Urlaub wird auf der Grundlage von Arbeitstagen berechnet
12.03.2026
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
10.03.20262
-
Polizeikommissarin wegen Änderung des Geschlechtseintrags von Beförderung ausgeschlossen
05.03.2026
-
Mehr Schutz für Gerichtsvollzieher: Notrufpager mit Mithörfunktion und neue Ausrüstung
26.02.2026
-
Thüringen muss AfD-Bewerber für Landesverwaltungsamt anhören
25.02.2026
-
Mehr internationale Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: Anteil ausländischer Mediziner verdoppelt
25.02.2026