Tarifergebnis für Uniklinik-Pflegekräfte
Die Große Tarifkommission von Verdi nahm am Mittwoch, 11.4., das bisherige Verhandlungsergebnis mit deutlicher Mehrheit an. Das teilte die Verhandlungsführerin für Verdi, Irene Gölz, in Stuttgart mit. Die Einigung, die 27.000 Beschäftigte an den Kliniken in Heidelberg, Tübingen, Ulm und Freiburg betrifft, sieht unter anderem 120 neue sogenannte Springer-Stellen vor. Außerdem darf niemand mehr in der Nacht alleine auf einer Station arbeiten.
Vertragswerk "auf Bewährung"
Mit der Annahme kann das Vertragswerk in Kraft treten, allerdings zunächst «auf Bewährung», wie Gölz mitteilte. «Ohne ein Sonderkündigungsrecht nach einem halben Jahr hätte die Tarifkommission nicht zugestimmt.» Das spiegele auch die Stimmung in den vier Kliniken wider. Die Beschäftigten seien skeptisch, dass ihre Arbeitgeber jetzt wirklich ernst machten und sie entlasteten. Man werde die Bemühungen sehr im Auge behalten.
Belastung für Pflegekräfte soll reduziert werden
Nach Angaben der Arbeitgeber sollen künftig Belastungsmessungen den Personalbedarf in den laut Verdi zehn bis zwanzig Pflegebereichen pro Standort ermitteln. Wenn bestimmte Personalschlüssel unterschritten werden, kommen die Springer zum Einsatz. Dieses Ausfallmanagement soll dafür sorgen, dass bei Personalausfällen umgehend Abhilfe geschaffen wird.
Die Arbeitgeber sprachen von einem innovativen Ansatz. Udo Kaisers, Leitender ärztlicher Direktor in Ulm, sagte, von den neuen Stellen entfielen 40 auf Heidelberg, 30 auf Freiburg und Tübingen und 20 auf Ulm. Er betonte: «Wir sagen zu, dass wir Belastungen objektiv erfassen und Vorgehensweisen umsetzen, die zur Entlastung beitragen werden.»
Die Ärzte an Uniklinken fallen unter den Tarifvertrag Ärzte, die wissenschaftlichen Mitarbeiter als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.
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