Messe wird zur ganzjährigen Community
Auf einer Bühne diskutieren Branchenvertreter über die Zukunft des Wohnungsbaus. Keine hundert Meter weiter sprechen Frauen im REA Women Hub in einer Fishbowl-Runde über den wichtigsten Karrieretipp. Früher war eine Messe vor allem Schaufenster. Heute muss sie Bühne sein.
Die Real Estate Arena (REA) fand am 10. und 11. Juni im fünften Jahr in Hannover statt. Mit neuen Formaten wie Speed-Datings, Matchmaking-Meetups oder dem Investors-Lunch und einem digitalen Networking-Tool hat sie 2026 den Schwerpunkt noch mehr auf Vernetzung gelegt. In Zukunft wolle man noch einen Schritt weitergehen und die REA zu einer ganzjährigen Community-Plattform ausbauen, sagte Projektleiterin Inga Frauendorf.
Messe im Umbruch: Viel Austausch und gezielte Inhalte
Die REA-Macher haben früh erkannt: Die Messewelt ist im Umbruch. Es geht nicht mehr um die reine Ausstellungsfläche, sondern vor allem um Begegnung, Austausch und Diskussion. Die zirka 7.800 Besucher nahmen das an und schauten gezielt nach Inhalten.
Auf insgesamt neun Bühnen wurde ein ganztägiges Programm geboten. Steigende Baukosten, eine unsichere Zinsentwicklung und regulatorische Anforderungen belasten die Immobilienbranche auch weiterhin. Das wurde im Rahmen vieler Panels deutlich.
Haufe-Bühne: Gesetze in der Luft
Auf der Haufe-Bühne diskutierte Dirk Labusch, Chefredakteur der "Immobilienwirtschaft", mit GdW-Präsident Axel Gedaschko und ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.
Laut Gedaschko werden die nächsten zwölf Monate entscheidend sein. Viele Gesetze seien in der Luft. "Wir ahnen bei manchen, wie sie ausgehen. Wir hoffen aber bis zum Schluss, dass sie so ausgehen, dass die Unternehmen bauen können und am Ende bezahlbare Mieten herauskommen", betonte er.
Unternehmen könnten Innovationen und neue Geschäftsmodelle voranbringen, aber der Staat müsse Rahmenbedingungen – wie schnellere Baugenehmigungen und gezielte Förderprogramme – schaffen, ergänzte Özkan.
Orchestrierte Plattformen und Partner-Ökosysteme
Weitere Themen: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Eines der größten Missverständnisse sei, KI allein als Technologie und Effizienztreiber zu betrachten, Führungskräfte müssten Mitarbeitenden vielmehr Orientierung bieten, betonte Sandra Balicki, Managing Partner bei Visario Connect im Live-L’Immo-Podcast mit DW-Chefredakteurin Iris Jachertz, GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser, Tim Schreiber, Vorstand der Braunschweiger Baugenossenschaft, und Prof. Florian Ebrecht von Meravis.
Auch der ERP-Markt steckt in Zeiten von KI in einem Wandel. Die Zukunft gehört orchestrierten Plattformen und Partner-Ökosystemen – nicht länger geschlossenen Monolithen. Darauf konnten sich Jens Kramer von Promos Consult, Oliver Luttmann von Aareon und Dr. Christian Westphal von Crem Solutions im Talk mit Jörg Seifert, Managing Editor der "Immobilienwirtschaft" auf der Haufe-Bühne einigen.
Deutlich wurde vor allem eines: Die Immobilienbranche muss sich auf neue Technologien einstellen. Das zeigte auch der Award Digitalpioniere der Wohnungswirtschaft, der auf der REA verliehen wurde. Der Hauptpreis ging an die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mit Tandempartner Buildplace c/o Form Follows You mit dem Projekt "Intelligentes Bestandsdatenmanagement im Digitalen Zwilling Buildplace".
Neues Logo und neues Markendesign
Viele der 427 Aussteller bieten Unterstützung bei der Digitalisierung an. Offene Standgestaltung, wenige Barrieren und kurze Wege förderten den Austausch auf der Messe. Ein Mitarbeiter von Aurelius lobte die unkomplizierte Vernetzung: "Man trifft Baufachleute aus bestimmten Kommunen ohne aufwändige Terminplanung."
Nicht alles überzeugte. Die Akustik war stellenweise nicht ideal. Kritik gab es vor allem an der Aufteilung der zwei Messehallen. Die Real Future Conference wirkte isoliert vom restlichen Messegeschehen in der zweiten Halle. Eine stärkere Verbindung beider Bereiche wäre wünschenswert.
Die Veranstalter zeigen sich zumindest offen für Veränderungen: Zum fünfjährigen Jubiläum präsentiert die REA ein neues Logo und ein neues Markendesign. Das Rebranding der Marke soll laut der Deutschen Messe Raum für die Weiterentwicklung bestehender und neuer Formate unter einem gemeinsamen Markendach bieten.
Real Estate Arena 2027
Wie das gelingen soll, wird das nächste Jahr zeigen. Das Datum für 2027 steht bereits fest. Am 9. und 10. Juni trifft sich dann die deutsche Bau- und Immobilienwirtschaft wieder auf dem Messegelände in Hannover.
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