ESGestrig? Nachhaltigkeit richtig kommunizieren
ESG war vor einigen Jahren in aller Munde. Ist das heute noch ein Thema, mit dem Immobilienunternehmen nach außen gehen sollten – oder inzwischen eher ein erwarteter Standard, der ohnehin umgesetzt wird?
Das hängt stark davon ab, wie ein Unternehmen sich positioniert und wie ESG in Produkte und Lösungen eingebettet ist. Wenn moderne Büroobjekte entwickelt werden und Nachhaltigkeit im Zentrum steht, muss das kommuniziert werden. ESG lässt sich aber auch anders vermitteln – etwa durch den Einsatz besonders umweltfreundlicher Materialien wie speziellen Zement oder Holz, um seriöses Bauen mit ESG-Aspekten zu verbinden.
Die komplette L'Immo-Folge mit Holger Friedrichs und Host Dirk Labusch
|
Wichtig ist, ESG nicht als bloßen Trend zu behandeln. Vielmehr handelt es sich um eine gesellschaftliche Diskussion, die weiter an Bedeutung gewinnt. Auch wenn die mediale Präsenz abnimmt, bleiben ESG-Vorteile für Mieter, Käufer oder Investoren relevant. Deshalb lohnt sich eine gezielte ESG-Kommunikation weiterhin – das Interesse ist da.
Wie hat sich das Kommunikationsbedürfnis von Kunden verändert – spielt Sichtbarkeit durch das Aufkommen von LinkedIn und anderen sozialen Netzwerken heute eine größere Rolle?
Sichtbarkeit allein reicht nicht. Beiträge von Messen oder Veranstaltungen erzeugen Aufmerksamkeit, schaffen aber keine nachhaltige Positionierung – ähnlich wie Pressemitteilungen, die in Nachrichtentickern untergehen. Entscheidend ist eine klare Botschaft, mit der Unternehmen oder Personen verbunden werden. Sichtbarkeit ist dabei nur der erste Schritt.
LinkedIn: Immobilienunternehmen und moderne Kommunikation
In den letzten Jahren hat die persönliche Positionierung an Bedeutung gewonnen. CEOs und Fachleute nutzen eigene Kanäle, um ihre Themen zu steuern. Gleichzeitig verlieren Unternehmensaccounts auf LinkedIn durch neue Algorithmen an Reichweite. Persönliche Profile gewinnen an Strahlkraft und zahlen auf das Unternehmensimage ein. Neben der Presse ist LinkedIn heute der wichtigste Kanal. Der Bedarf, glaubwürdige Botschaften auf den richtigen Plattformen zu platzieren, nimmt spürbar zu.
Lässt sich der Reputationsgewinn durch PR überhaupt messen? Wann gilt ein Einsatz für den Kunden als erfolgreich?
Der Reputationsgewinn lässt sich nur schwer direkt messen – das bleibt eine zentrale Herausforderung in der PR. Wer kontinuierlich mit Medien arbeitet und gute Platzierungen erzielt, spürt den Effekt, doch konkrete Kennzahlen wie neue Aufträge durch PR sind selten. Der Erfolg zeigt sich oft langfristig – etwa wenn Kundenbeziehungen über viele Jahre bestehen bleiben. Das spricht für einen echten Mehrwert, auch wenn der Beitrag einzelner PR-Maßnahmen selten offen benannt wird.
Neu ist, dass Webinare und Social Media genauere Rückschlüsse zulassen – etwa anhand von Reichweite, Reaktionen oder konkreten Kontakten im Anschluss an digitale Formate. Gerade bei klaren Positionierungen zu Themen wie ESG, bezahlbarem Wohnraum oder Innovation lässt sich der kommunikative Erfolg inzwischen besser nachvollziehen.
Dies ist ein redaktionell bearbeiteter Auszug aus dem L'Immo-Podcast mit Holger Friedrichs.
-
Sonder-AfA für Neubau von Mietwohnungen: Tipps & Fallstricke
8066
-
GEIG-Novelle: Was ab 2027 für Ladeinfrastruktur gilt
607
-
Gebäude-AfA: Nachweis für Nutzungsdauer wieder einfacher
4372
-
Energieausweise ab 2027: Was sich alles ändert
428
-
BEHG-Reform 2027: CO2-Preis bleibt bei 55 Euro pro Tonne
3583
-
Hydraulischer Abgleich und Heizungsprüfung 2026
2731
-
E-Rechnung: Was Vermieter wissen müssen
268
-
Einspeisevergütung sichern: Frist läuft Ende 2026 ab
246
-
Kürzungen beim Wohngeld ab Januar 2027
2411
-
CO2-Kosten: Vermieter zahlen deutlich mehr
2127
-
Baden-Württemberg will Mietpreisbremse & Co. verlängern
22.09.2026
-
Union forciert rasches Enteignungsverbot
22.09.2026
-
Wie Frankfurt seinen Immobilienmarkt neu erfinden muss
21.09.2026
-
Mieten, Macht, Volksentscheid: Berlins Wahl wird heiß
18.09.20261
-
Heimlich gefilmt in der Wohnküche: Wann schützt die DSGVO?
17.09.2026
-
Milieuschutz und Zweckentfremdung vor Gericht
17.09.2026
-
Mehr Geld, weniger Wohnungen – Deutschlands Förderdilemma
16.09.20263
-
Digitale Baugenehmigung: Nächster Schritt mit KI-Assistent
16.09.2026
-
Serielles Sanieren: Warum der Markt zögert
15.09.2026
-
Bußgeld plus Rückzahlung: Hubig will Mietpreisbremse schärfen
14.09.20262