Immobilienverwaltung 2026

Starkes Wachstum, überlastetes Personal

Immobilienverwaltungen wachsen deutlich stärker als der Mittelstand – aber 62 Prozent der Unternehmen sind personell überlastet und trennen sich immer öfter von unrentablen WEGs. Zentrale Ergebnisse aus dem VDIV-Branchenbarometer 2026 im Überblick.

Mehrfamilienhaus Wohnhaus modern WEG Mietshaus

Die mehr als 1.000 Unternehmen, die sich an der Umfrage für das Branchenbarometer 2026 des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) beteiligt haben, sind wirtschaftlich auf Wachstumskurs: Im Durchschnitt erhöhten sie den Umsatz im vergangenen Jahr um starke 7,7 Prozent. Für 2026 rechnen die Immobilienverwaltungen mit einem weiteren Plus von sieben Prozent.

Gleichzeitig können viele Verwaltungen die zunehmenden fachlichen, regulatorischen und organisatorischen Anforderungen mit den vorhandenen Personalkapazitäten nicht bewältigen und trennen sich von aufwändigen und unrentablen Eigentümergemeinschaften.

Trennung von unrentablen Eigentümergemeinschaften 

Das Betriebsergebnis der vom VDIV befragten Unternehmen stieg 2025 im Mittel um 12,8 Prozent. Die durchschnittliche Umsatzrendite erhöhte sich von 12,8 Prozent auf 13,4 Prozent und liegt damit weit über dem Mittelstandswert von sieben Prozent – das nominale Umsatzwachstum der kleinen und mittleren Unter­nehmen (KMU) lag laut dem aktuellen KfW-Mittelstandspanel nur bei 1,2 Prozent.

Doch Wachstum um jeden Preis verliert der Umfrage zufolge an Bedeutung: Viele Verwaltungen richten den Objektbestand gezielter an Aufwand, Ertrag und verfügbaren Ressourcen aus. Mehr als die Hälfte (57,1 Prozent) will besonders arbeitsintensive Objekte abgeben, etwa jede zweite (49,5 Prozent) Verwaltung plant die Trennung von wirtschaftlich unattraktiven Mandaten. Nur 5,7 Prozent wollen sich nicht verändern.

WEG-Verwaltung bleibt wichtigstes Tätigkeitsfeld

Dabei bleibt die Immobilienverwaltung eine stark mittelständisch geprägte Branche. 90,2 Prozent der befragten Unternehmen betreuen weniger als 3.000 Einheiten, 38,5 Prozent sogar weniger als 400. Das wichtigste Tätigkeitsfeld bleibt die WEG-Verwaltung – hier sind 93,4 Prozent der befragten Unternehmen aktiv. 82,3 Prozent übernehmen außerdem die Verwaltung von Mietobjekten.

Im Durchschnitt bestehen die Unternehmen seit 22,6 Jahren. Knapp drei von zehn Verwaltungen sind sogar länger als 30 Jahre am Markt. Gleichzeitig zeigt sich bei den kleinsten Betrieben eine hohe Gründungsdynamik: Nahezu jede zweite Kleinstverwaltung besteht erst seit höchstens fünf Jahren, heißt es im VDIV-Branchenbarometer.

Vergütungssätze pro Verwaltungseinheit steigen

Die durchschnittliche Vergütung pro Einheit sind 2025 in der WEG-Verwaltung um 2,7 Prozent auf 29,12 Euro gestiegen, in der Mietverwaltung um 3,4 Prozent auf 30,19 Euro.

Für 2026 planen die befragten Unternehmen einen größeren Vergütungsschritt. Die durchschnittlich angestrebte Regelvergütung liegt bei 31,77 Euro pro verwalteter Einheit. Das entspricht einem Zuwachs von 9,1 Prozent.

Die Ergebnisse sprechen laut Verband dafür, dass immer mehr Verwaltungen die Preise an den tatsächlichen Arbeitsaufwand und die gestiegenen Anforderungen anpassen.

Personalengpass: Jede zweite offene Stelle nicht besetzt

Die personellen Reserven vieler Unternehmen sind nach deren Angaben aufgebraucht. Knapp zwei Drittel (62,1 Prozent) der Umfrageteilnehmer sehen sich als überlastet. Nur etwa ein Viertel (23,3 Prozent) bewertet die Auslastung als ausgewogen. Mit steigender Unternehmensgröße nimmt der Anteil der überlasteten Verwaltungen zu.

Der Fachkräftemangel verschärft die Situation. Mehr als die Hälfte der Verwaltungen, die im Jahr 2025 Personal suchten, konnte nicht alle offenen Stellen besetzen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Verwalter: Digitale Prozesse und der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) machen die Weiterbildung der Mitarbeiter wichtiger – dem stehen investive Ausgaben gegenüber.

"Um dauerhaft handlungsfähig zu bleiben, müssen Verwaltungen Leistungen präziser kalkulieren, belastbare Kennzahlen erheben und Vergütungen an den tatsächlichen Aufwand anpassen", sagt VDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler. Die Messbarkeit der Leistung sei entscheidend für die Zukunft der Branche.

VDIV-Branchenbarometer 2026

Die Umfrage für das VDIV-Branchenbarometer 2026 hat vom 4. März bis zum 11. Mai 2026  onlinebasiert stattgefunden. An der mittlerweile 14. Befragung nahmen 1.078 Unternehmen teil. Die komplette Abfrage wurde von 476 Unternehmen vollständig beantwortet. Die ausführlichen Ergebnisse der Studie stehen auf der Webseite des Verbands als E-Book kostenpflichtig zum Download bereit .
 

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Schlagworte zum Thema:  Immobilienverwaltung , Sanierung
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