Exklusivbeitrag: Jetzt kostenlos registrieren und alle Exklusivbeiträge nutzen.
Die neue Ära des Energiemanagements

Technologien und Systeme im Energiemanagement


Technologien und Systeme im Energiemanagement

Um den Energieverbrauch zu bestimmen, sammeln und analysieren Auditoren Daten über ein Gebäude. So erkennen sie Einsparpotenziale und empfehlen entsprechende Maßnahmen. Auch intelligente Gebäudetechnik kann dabei helfen, diese Ziele zu erreichen.

Wer den Energieverbrauch in einem Gebäude optimieren will, muss zunächst herausfinden, wie groß dieser tatsächlich ist. Dafür können Immobilieneigentümer und Unternehmen ein sogenanntes Energieaudit beauftragen.

Qualifiziert sind Auditoren, die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle registriert sind. Sie untersuchen die Gebäude systematisch, bestimmen den Energieverbrauch und identifizieren Einsparmöglichkeiten. Daneben gibt es auch ESG-Audits, bei denen zusätzliche Faktoren wie Klimarisiken einbezogen werden.

Energieaudit und Monitoring

Um ein Audit auszuführen, sammeln sie Daten über das Gebäude, sowohl vom Kunden als auch aus bestehenden Systemen. Dazu gehören etwa die Gebäudegröße, historische Verbrauchswerte oder das Nutzerverhalten. Im nächsten Schritt schauen sich die Auditoren alles vor Ort an.

"Man kann eine Potenzialanalyse auch vom Schreibtisch aus machen, aber wenn man wirklich etwas verändern will, muss man mit den Leuten vor Ort sprechen", sagt Stephan Pletz, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit bei der ESG-Beratung Agradblue. "Nach dieser Begehung wissen wir oft schon, wie viel Potenzial das Gebäude hat und wie gut sich das Facility Management darum kümmert." Anschließend schreiben Pletz und seine Kollegen einen Bericht, in dem sie die Daten analysieren und Maßnahmen empfehlen.

Kollege Moritz Marx betont, wie wichtig der Kontakt zu den Menschen ist, die das Gebäude kennen. "Wir suchen bewusst den Austausch mit den Gebäudemanagern, denn die haben oft auch noch wichtige Einblicke, die uns auf Ideen für Einsparpotenziale bringen."

Auf das Energieaudit folgt das Monitoring, das in der Regel einmal jährlich oder quartalsweise stattfindet. Damit überwachen die Energieberater kontinuierlich Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Dabei halten die Auditoren den aktuellen Status quo fest, schauen, ob alles korrekt läuft, die Messgeräte funktionieren und ob schon eine Verbesserung erreicht ist. "Hierbei achten wir besonders auf operative Details wie sich ändernde Witterungsverhältnisse oder Leerstandsquoten, weil die Daten sonst wegen abweichender Randparameter nicht vergleichbar wären", erklärt Marx.

Intelligente Gebäudetechnik

Oft ist im Zusammenhang mit effizienten Gebäuden von technisch vernetzten Smart Buildings die Rede. Laut Gebäudeenergietechnik-Professor Manuel Lämmle ist Smart Building kein technischer Standard, sondern eher ein Marketing-Begriff. "Dahinter kann sich vieles verbergen", sagt der Experte. "Aber Gebäudeautomation ist tatsächlich ein großer Industriezweig."

Mit Gebäudeautomation sind Technologien gemeint, die Abläufe automatisch steuern, also zum Beispiel die Heizungsregelung oder eine smarte Lichtsteuerung. Die Gebäudeautomation kann mit einem EMS verbunden werden. Dann setzt sie das um, was das EMS plant und analysiert.

In Wohngebäuden werden meistens Home Energy Management Systeme (HEMS) eingesetzt. Die können etwa eine Photovoltaikanlage, einen Batteriespeicher, eine Wärmepumpe und gegebenenfalls ein Elektroauto miteinander verbinden.

"Es geht dabei um die Optimierung elektrischer Energieflüsse", erklärt Lämmle. "Das System steuert die Beladung und Entladung der Batterie und versucht, das Gebäude so effizient zu betreiben, dass möglichst wenig Strom aus dem Netz bezogen werden muss." Bei dynamischen Stromtarifen versuche das HEMS zudem, Strom möglichst dann aus dem Netz zu beziehen, wenn der Preis niedrig ist.

Einsatz von IoT-Geräten zur Energieeinsparung

Um Energiemanagementsysteme einzusetzen, werden verschiedene Geräte benötigt, die in der Regel per Internet miteinander kommunizieren. Häufig ist hier von IoT-Geräten die Rede. IoT steht für "Internet der Dinge" (auf Englisch: Internet of Things), also ein Netzwerk aus physischen Geräten, die über das Internet Daten austauschen.

Für das Energiemanagement in Gebäuden gibt es eine Vielzahl solcher Geräte, darunter smarte Zähler, die Echtzeitdaten über den Stromverbrauch liefern, oder intelligente Thermostate, die die Heiztemperatur an Anwesenheit, Wetter und Nutzerverhalten anpassen. In der Industrie können das Maschinensensoren sein, die den Energieverbrauch der Produktionsanlagen überwachen.

Automatisierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC)

In HVAC-Systemen sind Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen miteinander vernetzt (HVAC: Heating, Ventilation and Air Conditioning). Das ist besonders sinnvoll, weil Raumtemperatur, Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit einander beeinflussen.

So kann ein optimales Raumklima mit größtmöglicher Energieeffizienz in Einklang gebracht werden. Sie sind zum Beispiel in Krankenhäusern essenziell, kommen aber auch in Gewerbegebäuden, Fabriken und Wohngebäuden zu Einsatz.


>> Lesen Sie im nächsten Kapitel "Strategien zur Energieeinsparung in Immobilien"

0 Kommentare
Das Eingabefeld enthält noch keinen Text oder nicht erlaubte Sonderzeichen. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingabe, um den Kommentar veröffentlichen zu können.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion