Förderprogramme für die Digitalisierung kaum genutzt
Frau Hartmann, wie beurteilen Sie die Wirksamkeit öffentlicher Förderprogramme für Verwalterbüros?
Angela Hartmann: Förderprogramme können Immobilienverwaltungen beim Einstieg in strukturierte Digitalisierungs- und Veränderungsprozesse sinnvoll unterstützen. Entscheidend ist jedoch weniger die Förderquote als die tatsächliche Umsetzbarkeit der Maßnahmen im laufenden Betrieb. Kleine und mittlere Verwaltungen bevorzugen pragmatische, schnell realisierbare Lösungen – selbst dann, wenn diese ohne maximale Förderung auskommen.
Förderprogramme: Bürokratie bremst die Nutzung
Werden solche Programme in relevantem Umfang genutzt?
Bislang eher zurückhaltend. Der Hauptgrund ist der administrative Aufwand für Recherche, Antragstellung und Dokumentation. Viele Verwaltungen starten Digitalisierungsprojekte deshalb unabhängig von verfügbaren Fördermitteln.
Wer sollte Förderprogramme in Anspruch nehmen?
Sinnvoll sind sie vor allem für Verwaltungen, die Digitalisierung strategisch angehen und externe Expertise für Analyse, Priorisierung und Umsetzung benötigen. Besonders profitieren Unternehmen ohne eigene IT- oder Projektressourcen. Förderung entfaltet ihren größten Mehrwert, wenn sie fundierte Entscheidungen und die praktische Begleitung von Veränderungen ermöglicht.
Digitalisierung in Verwaltungen: Förderung nur mit Strategie sinnvoll
Welche Anforderungen müssen IT-Dienstleister im Verwalterumfeld erfüllen?
Sie müssen die branchenspezifischen Anforderungen kennen: hohe Kommunikationsvolumina, regulatorische Rahmenbedingungen und objektbezogene Prozessstrukturen. Entscheidend sind funktionierende Schnittstellen, integrierte Datenflüsse und eine hohe Anschlussfähigkeit an bestehende Abläufe. Technische Leistungsfähigkeit allein genügt nicht – maßgeblich ist die Praxistauglichkeit im Verwaltungsalltag.
Decken Förderprogramme sowohl digitale Grundlagen als auch individuelle Lösungen ab?
In der Regel unterstützen sie die konzeptionelle und organisatorische Vorbereitung von Digitalisierungsmaßnahmen – unabhängig von der eingesetzten Software. Problematisch wird es, wenn Projekte im Tagesgeschäft ins Stocken geraten. Förderprogramme können hier Struktur und Verbindlichkeit schaffen. Denn dauerhaft parallele analoge und digitale Prozesse führen zu ineffizienten "hybriden" Arbeitswelten.
Dieses Interview ist Teil des Beitrags "Geld ist nicht alles" in der Ausgabe 02/26 der "Immobilienwirtschaft". Lesen Sie den vollständigen Beitrag für weitere Einblicke in Fördermöglichkeiten und Digitalisierungsstrategien für Immobilienverwaltungen.
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