Lebensräume und Trends: Die Immobilienmärkte der Zukunft

Smart Cities, Mehrzweckimmobilien, generationenübergreifendes Wohnen, Nachhaltigkeit und autonomes Fahren – das könnten die Trends der kommenden 20 Jahre sein. Die Fondsgesellschaft Fidelity International stellt mögliche Zukunftsszenarien und ihre Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft vor.

Fidelity hat sich für das Persepktivenpapier "Immobilien der Zukunft: Wie sich Lebensräume bis 2039 verändern" gedanklich zunächst im Hinblick auf das Thema "Nachhaltigkeit" in das Jahr 2039 versetzt. Im Trend: Neue Materialien, die auf Gebäudeoberflächen Energie sammeln.

  • Gläserne und transparente Photovoltaik-Zellen ersetzen konventionelle Fenster, ohne den Ausblick zu versperren.
  • Die Haustechnik gewinnt Wärmeenergie aus dem Abwasser von Bädern, Spül- und Waschmaschinen zurück.
  • Piezoelektrische Materialien generieren Energie aus mechanischem Druck.
  • Innovative Energietechnologien können aus Büro- und Wohngebäuden kleine Kraftwerke machen und Unternehmen auf Basis der Blockchain-Technologie überschüssigen Strom an soziale Einrichtungen spenden.

Grafik Nachhaltigkeit_Fidelity International
Könnten Energietechnologien der Zukunft aus Büro- und Wohngebäuden sogar kleine Kraftwerke machen?

Autonomes Fahren

Fahrerlose Autos sind da und Elektroautos keine Seltenheit mehr. Im Trend: Eine flächendeckende Infrastruktur, die es möglich macht, autonome Fahrzeuge einzusetzen und E-Autos zu laden.

  • Fahrerlose Taxis können nachts außerhalb der Städte geladen werden und sich mor-gens selbst wieder zum Stadtkern bewegen. Das benötigt weniger Parkplätze.
  • Intelligent gesteuerte Fahrzeuge verursachen weniger Stau.
  • Städteplaner rücken den Fußgänger stärker in den Fokus und veranschlagen mehr Platz für Fahrradwege.
  • Autonome Fahrzeuge beeinflussen auch den Standort von Lagerhallen. Ohne Fahrer spielen Pflichtpausen und Urlaub keine Rolle mehr. Lager werden an entfernten Orten gebaut, Metropolregionen entlastet.

Generationenübergreifendes Wohnen

Eine Möglichkeit, um dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen, ist die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern. Bis zum Jahr 2030 fehlen drei Millionen Senioren-Wohnungen, heißt es etwa in einer Studie des Pestel-Instituts. Im Trend: Speziell entwickelte Apps helfen den Generationen dabei, Bekanntschaft miteinander zu machen.

  • Menschen unterschiedlichen Alters unterstützen einander durch die räumliche Nähe leicht gegenseitig.
  • Durch die Unterstützung der Nachbarn sinkt die Nachfrage nach betreutem Wohnen und staatliche Einrichtungen werden entlastet.
  • Senioren können etwa durch Kinderbertreuung twas zur Gemeinschaft beitragen und werden nicht isoliert.

Mehrzweckimmobilien

Die stetige Urbanisierung sorgt dafür, dass die häufig konkurrierende Nachfrage nach Wohn-, Arbeits- und Freizeitflächen vor allem in den Großstädten weiter steigt. Im Trend: Mehrzweckgebäude, die es möglich machen, an ein und dem selben Ort zu wohnen, zu arbeiten und Kontakte zu pflegen.

  • Immobilienentwickler bieten in Gebäuden flexible Räume für Schreibtische, Meetings, Wellness, Kinderbetreuung, Events und Wohnen an, alles unter einem Dach.
  • Unternehmen setzen stärker auf flexible Arbeitsräume.

Grafik Mehrzweckimmobilien_Fidelity International
Sorgt eine stetige Urbanisierung bis 2039 dafür, dass die Nachfrage nach Wohn-, Arbeits- und Freizeitflächen in einem Gebäude weiter steigt?

Smart Cities

Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) und der 3D-Druck könnten in den kommenden 20 Jahren das Stadtbild stärker beeinflussen. Im Trend: Von Straßenlaternen über Verkehrskontrollen bis hin zu Abfallwirtschaft sowie Strom- und Wasserversorgung oder Kriminalitätsverfolgung: alles wird mit Big Data effizienter betrieben werden. Das Einkaufserlebnis wird in einer Smart City anders aussehen als in der traditionellen Innenstadt.

  • Kameras werden erkennen, wenn ein Verbrechen stattfindet und ein Signal an die Polizei senden. Diese könnte dank einer intelligenten Schaltung der Ampeln ohne Verzögerung zum Ort des Verbrechens fahren.
  • Wenn wir an einem Laden vorbeigehen, sehen wir auf uns zugeschnittene Werbung, basierend auf den Daten aus unseren Smartphones.
  • Im Laden werden mit 3D-Druckern personalisierte Gegenstände hergestellt, bis hin zur passgenauen Jeans; oder Kunden nutzen gebrauchte Gegenstände als Rohmaterial für neue Ware, so könnte etwa eine alte Krawatte mit dem 3D-Drucker in ein neues Paar Socken verwandelt werden.
  •  Tausende von Geräten sind nahtlos vernetzt. Die digitale Infrastruktur ist in alles integriert, von Laternen bis hin zu Gebäuden.

Fazit

Ob so die Zukunft aussehen wird, ist ungewiss. Fidelity zieht das Fazit: Nur wer sich mögliche Zukunftsszenarien vorstellt, kann Entscheidungen treffen, welche die kommenden 20 Jahre beeinflussen könnten.


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