26.05.2015 | Top-Thema E-Bikes: Überlassung von E-Bikes zur privaten Nutzung von Arbeitnehmern

Überlassung von E-Bikes: Berechnung des geldwerten Vorteils

Kapitel
Die Berechnung des geldwerten Vorteils ist abhängig davon, ob das E-Bike verkehrsrechtlich als Fahrrad oder als Kraftfahrzeug eingeordnet wird.
Bild: MEV Verlag GmbH

Stellt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein E-Bike zur Verfügung, das dieser auch privat nutzen kann, muss der Arbeitgeber den privaten Nutzungsanteil als geldwerten Vorteil nach der 1 %-Methode erfassen. Kapitel 1 befasst sich damit, wie diese private Nutzung steuerlich zu beurteilen ist.

Die steuerliche Behandlung der Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern hat die Finanzverwaltung in gleichlautenden Erlassen der obersten Finanzbehörden der Länder vom 23.11.2012 geregelt. (z. B. FinMin Nordrhein-Westfalen, Erlass v. 23.11.2012, S 2334-66-V B3).

Überlässt danach der Arbeitgeber oder auf Grund des Dienstverhältnisses ein Dritter dem Arbeitnehmer ein Fahrrad zur privaten Nutzung, wird der geldwerte Vorteil mit 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Fahrrads einschließlich Umsatzsteuer festgesetzt.

Der monatliche Durchschnittswert der Privatnutzung umfasst außer Privatfahrten auch Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte und Heimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung.

Hinweis: Ausschluss der Freigrenze für Sachbezüge
Die Freigrenze für Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG (= 44 EUR im Kalendermonat) ist nicht anzuwenden.

Was bei Fahrrädern gilt

Gehört die Nutzungsüberlassung von Fahrrädern zur Angebotspalette des Arbeitgebers (z. B. Fahrradverleihfirmen), ist der geldwerte Vorteil nach § 8 Abs. 3 EStG zu ermitteln, wenn die Lohnsteuer nicht pauschal nach § 40 EStG erhoben wird. Das bedeutet, es kommen die um 4 % geminderten Endpreise zum Ansatz, zu denen der Arbeitgeber die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet. Hierbei ist ein Rabattfreibetrag von 1.080 EUR zu berücksichtigen.

Was bei Elektrofahrrädern gilt

Nach den gleichlautenden Ländererlassen gelten diese Regelungen auch für Elektrofahrräder, wenn diese verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen sind.

Ist ein Elektrofahrrad allerdings verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen, ist für die Bewertung des geldwerten Vorteils § 8 Abs. 2 Sätze 2 bis 5 i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG anzuwenden. Das bedeutet, dass für die Versteuerung der Privatnutzung die 1 %-Regelung zum Ansatz kommt und zusätzlich für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte 0,03 % des Listenpreises je Entfernungskilometer.

Hinweis: Ermittlung des Bruttopreises
Außer dem Preis für das Fahrzeug gehören zum Bruttopreis auch alle fest an- oder eingebauten Zubehörstücke (Ersatzakku, Klickpedale, besondere Gepäckträger). Abnehmbares Zubehör wie Gepäcktaschen und dergleichen gehören nicht hierzu.

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Schlagworte zum Thema:  E-Bike, Privatnutzung, 1%-Regelung, Geldwerter Vorteil

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