13.12.2012 | Serie Controlling-Prozesskennzahlen

Kennzahlen für operative Planung und Budgetierung

Serienelemente
Bild: IGC (Hrsg.): Controlling-Prozesskennzahlen, 2012

Die operative Planung und Budgetierung schafft ein Orientierungsgerüst für Aktivitäten und Entscheidungen in kurz- bis mittelfristigem Zeithorizont. Für das Unternehmen sowie seine einzelnen Einheiten werden Ziele, Maßnahmen und Ressourcen zugeordnet und finanziell quantifiziert.

Ziele und Inhalte von operativer Planung und Budgetierung
Ziel der operativen Planung und Budgetierung ist es, die aktive und systematische Auseinandersetzung mit Zielen, Maßnahmen und Budgets in den Organisationseinheiten zu fördern. Planungsgegenstände sind u. a. GuV, Bilanz, Cashflow, Umsatz, Kosten, Ergebnis, Investitionen, Projekte, Mengen, Kapazitäten und Mitarbeiter.

Kennzahlen für die Prozessqualität

Bezeichnung: Vorgabenabweichung

Ziel: Anschlussfähigkeit an strategische Planung / Operationalisierung strategischer Vorgaben

Berechnung: (EBIT verabschiedetes Budget - EBIT lt. Jahr 1 der Mehrjahresplanung (EUR)) /  EBIT lt. Jahr 1 der Mehrjahresplanung (EUR) * 100

[Anstelle des EBIT können auch andere Werte verwendet werden]

Einheit: Prozent

Aussage: Je größer die Abweichung zwischen Budget und Jahr 1 der Mehrjahresplanung ist, desto schlechter ist die Datenqualität in einer der beiden Planungen, desto weniger verbindlich ist die Mehrjahresplanung.

Interpretationshinweis: nur bei sequenzieller Planung relevant; große Abweichungen können nur durch Integration der Mehrjahresplanung und der operativen Planung vermieden werden; Einflüsse externer Faktoren sind zu beachten.

Bezeichnung: Anspannungsgrad (Forecast)

Ziel: qualitäts- und anspruchsvolle Zielvereinbarungen

Berechnung: EBIT Budget (EUR) / EBIT Forecast (EUR) * 100
[Anstelle des EBIT können auch andere Werte verwendet werden]

Einheit: Prozent

Aussage: "Sportlichkeit" der Budgetziele, Messung ex ante

Interpretationshinweis: Budget im Vergleich zu jenem Forecast, der der Planung zugrunde liegt; Leistungs- und Mengenbezug stellen die wichtigste Planungsgrundlage dar; Einflüsse externer Faktoren sind zu beachten.

 Kennzahl für die Schnelligkeit 

Bezeichnung: Durchlaufzeit

Ziel: kurzer Planungsprozess

Berechnung: Arbeitstage von Start (Planungsbrief) bis Ende ((AR-)Genehmigung)

Einheit: Arbeitstage

Aussage: Steigerung der Effizienz der Planung durch Verkürzung der Planungsprozesse. Eine Verkürzung des Planungsprozesses erlaubt einen späteren Planungsstart und damit einen valideren Aufsetzpunkt

Interpretationshinweis: diverse Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen wirken auf die Planungsdauer (Komplexität der Organisation bzw. des Geschäfts, Detaillierungsgrad der Planung,...); Annahme, dass Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z. B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten)

Kennzahl für die Effizienz 

Bezeichnung: Relativer Kapazitätsanteil der operativen Planung und Budgetierung in der Controller-Organisation

Ziel: adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: FTE  operative Planung und Budgetierung / FTE Controller-Organisation * 100

Einheit: Prozent

Aussage: Indikator für die Effizienz bzw. relative Bedeutung der operativen Planung und Budgetierung.

Interpretationshinweis: Leistungsanteile im Prozess liegen auch außerhalb der Controller-Organisation (eingeschränkte Messbarkeit bzw. höherer Messaufwand)

Ausgangslage
Das Controlling-Prozessmodell der International Group of Controlling (IGC) umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse. Für diese Hauptprozesse wurden finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen erarbeitet, die die Messung von Qualität, Zeit und Kosten ermöglichen. Die wichtigsten KPIs stellen wir in einer Beitragsserie vor.

Schlagworte zum Thema:  Prozesskennzahlen, Operative Planung, Budgetierung, Controlling-Prozessmodell

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