22.01.2013 | Serie Controlling-Prozesskennzahlen

Kennzahlen für das Prozess- und Investitionscontrolling

Serienelemente
Bild: IGC (Hrsg.): Controlling-Prozesskennzahlen, 2012

Projekt- und Investitionscontrolling schaffen Transparenz zu Nutzen, Ergebnissen bzw. Wirtschaftlichkeit sowie der Einhaltung von Qualitäts-, Zeit- und Kostenzielen von Projekten und Investitionen. Die Kennzahlen für diesen Controllingbereich stellen wir heute vor.

Ziel und Inhalt des Projekt- und Investitionscontrollings

Der Controlling-Prozess begleitet sowohl Bewertung, Priorisierung und Auswahl als auch die Planung, Durchführung, Steuerung sowie die Kontrolle der Zielerreichung nach Abschluss von Projekten und Investitionsvorhaben

Kennzahlen für die Prozessqualität  

Bezeichnung: Abdeckungsgrad Investitionsrechnung

Ziel: Verbindliche Durchführung von Investitionsrechnungen

Berechnung: Projekte (Investitionen) ohne Investitionsrechnung (Anzahl) / genehmigte Projekte (Investitionen) gesamt (Anzahl) * 100

Einheit: %

Aussage: je höher der Abdeckungsgrad mit Investitionsrechnungen ist, desto mehr Entscheidungen werden auf Basis quantifizierter Grundlagen getroffen

Interpretationshinweis: Kennzahl misst, ob Investitionsrechnungen durchgeführt werden; ergänzend ist die inhaltliche Qualität der Investitionsrechnung zu beachten.

 

Bezeichnung: Prognosequalität

Ziel: Verlässlichkeit der Kosten- bzw. Renditeprognose

Berechnung: Projekte (Investitionen) mit Ist-Kosten besser oder gleich Budget (Anzahl) / Projekte (Investitionen) gesamt (Anzahl) * 100

Einheit: %

Aussage: Indikator für die Qualität der Investitionsrechnung und die Verbindlichkeit einer Ex-post-Kontrolle

Interpretationshinweis: Dies impliziert die verbindliche Durchführung einer Projektkalkulation (Investitionsrechnung) und deren Ex-post-Kontrolle; Einschränkung über Wertgrenzen auf wichtige Projekte kann zweckmäßig sein; Vergleichbarkeit von Vor- und Nachkalkulation kann durch Projektnachträge, Managemententscheidungen o. ä eingeschränkt sein.

Bezeichnung: Abdeckungsgrad Nachkalkulation

Ziel: Lernen aus abgeschlossenen Projekten (Investitionen)

Berechnung: nachkalkulierte Projekte (Investitionen) (Anzahl) / kalkulierte Projekte (Investitionen) gesamt (Anzahl) * 100

Einheit: %

Aussage: Nur bei durchgeführter Nachkalkulation ist eine Identifikation von (Miss-)Erfolgsquellen und ein Lernen aus Fehlkalkulationen möglich

Interpretationshinweis: Kennzahl misst, ob Nachkalkulationen durchgeführt werden; ergänzend ist die inhaltliche Vergleichbarkeit von Vor- und Nachkalkulation zu beachten.

Kennzahl für Zeit- und Termintreue 

Bezeichnung: Durchlaufzeit

Ziel: rasche Entscheidungsfindung

Berechnung: Durchschnitt: Arbeitstage von Start (Anforderung Investitionsrechnung) bis Ende (Vorlage Investitionsrechnung)

Einheit: AT

Aussage: Die Handlungsfähigkeit des Managements steigt durch zeitnahe zur Verfügung Stellung von Investitionsrechnungen und Business Cases.

Interpretationshinweis: Annahme, dass Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z. B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten); Durchlaufzeit aufgrund der dominant inhaltlichen Ausrichtung des Prozesses ggf. weniger relevant als Durchlaufzeit in anderen Prozessen.

Kennzahl für die Effizienz 

Bezeichnung: Kapazität (FTE)

Ziel: Adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: FTE Projekt-/Investitionscontrolling / FTE Controller-Organisation  * 100

Einheit: %

Aussage: Indikator für die Effizienz bzw. relative Bedeutung des Projekt-/Investitions-Controllings

Interpretationshinweis: Leistungsanteile im Prozess liegen auch außerhalb der Controller-Organisation (eingeschränkte Messbarkeit bzw. höherer Messaufwand).

Ausgangslage

Das Controlling-Prozessmodell der International Group of Controlling (IGC) umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse. Für diese Hauptprozesse wurden finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen erarbeitet, die die Messung von Qualität, Zeit und Kosten ermöglichen. Die wichtigsten KPIs stellen wir in einer Beitragsserie vor.

Schlagworte zum Thema:  Projektcontrolling, Investitionscontrolling, Controlling-Prozessmodell

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