Planungsfachkonferenz 2025

BI-Implementierung bei Georg Fischer: Von fragmentierter Planung zur integrierten Management-Suite


Integriertes Performance-Management mit Apollo

Mit dem bisherigen heterogenen Planungsportfolio beim Industriekonzern Georg Fischer waren konsistente Steuerungsimpulse nur bedingt möglich. Fabian Ipsa (Georg Fischer AG) und Dirk Böckmann (Virtivity GmbH) zeigten, wie eine leistungsfähige Steuerungsplattform mit Apollo realisiert wurde. Im Fokus stand der Aufbau integrierter, transparenter Planungs- und Steuerungsprozesse sowie die Sicherstellung einer hohen Akzeptanz im ganzen CFO-Bereich.

Ausgangssituation: Hohe Komplexität und begrenzte Transparenz

Als international tätiger Industriekonzern mit dezentralen Strukturen sah sich Georg Fischer über viele Jahre mit einer heterogenen Planungslandschaft konfrontiert. Für operative Planung, Forecast und Konsolidierung kamen unterschiedliche Excel-basierte Lösungen und Einzelsysteme zum Einsatz. IBM Planning Analytics (TM1) wurde lediglich selektiv als „Einsammellösung“ für Kostenstellenplanungen genutzt. Eine durchgängige Integration der einzelnen Teilpläne fehlte weitgehend. Mittelfristplanung, Budget, GuV- und Liquiditätsperspektive waren nicht miteinander verzahnt, wodurch konsistente Steuerungsimpulse nur eingeschränkt möglich waren. Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass eine weitere Insellösung die bestehenden Herausforderungen nicht lösen würde. Ziel war stattdessen der Aufbau einer integrierten und skalierbaren Plattform, die unterschiedliche fachliche Anforderungen abdeckt und gleichzeitig eine konsistente Datenbasis sicherstellt.

Lösungsansatz: Apollo als integrierte CFO-Suite

Mit Apollo entschied sich Georg Fischer für eine fachlich vorkonfigurierte Lösung auf Basis von IBM Planning Analytics (TM1), die über den Funktionsumfang klassischer Planungstools hinausgeht. Apollo zeichnet sich durch einen modularen Aufbau aus und umfasst im Standard 16 fachlich ausgearbeitete Module, die mit vergleichsweise geringem Customizing-Aufwand implementiert werden können.

In einer Live-Demo stellten Fabian Ipsa, Corporate Controller & FP&A-Architect bei der Georg Fischer AG, und Dirk Böckmann, Geschäftsführer der Virtivity GmbH zentrale Funktionalitäten aus den Bereichen Budget und Forecast vor. Der modulare Aufbau ermöglicht es, zentral in alle relevanten Teilbereiche von Planung und Konsolidierung zu navigieren. Dateneingaben können sowohl über den Web-Client als auch im controllerfreundlichen Excel-Format erfolgen. Die Planungsmasken sind dabei auf Basis eines konsistenten Datenmodells mit Vorschlagswerten und hinterlegten Treiberlogiken vorbelegt, was eine effiziente und nachvollziehbare Planung unterstützt.

Implementierung: Fachlich fundiert und akzeptanzorientiert

Grundlage der Einführung bildete ein umfassendes Fachkonzept, das als Leitplanke für Zielbild, Prozesse und Umsetzung diente. Ein zentrales Ziel war es, von Beginn an eine hohe Akzeptanz in den Fachbereichen sicherzustellen und damit die Basis für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Plattform zu schaffen.

Das Fachkonzept sah einen strukturierten Ansatz für die Umsetzung vor:

  • Zielbild und Governance: Definition der fachlichen Zielsetzung sowie klarer Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Einheitliche Soll-Prozesse: Harmonisierung von Budgetierung, Forecast und Management-Konsolidierung
  • Use Cases und fachliche Logiken: Ableitung konkreter Anwendungsfälle inklusive Kennzahlen und Berechnungslogiken
  • Modulare Umsetzung: Schrittweise Implementierung entlang fachlicher Prioritäten mit messbarem Nutzen

In einer ersten Ausbaustufe lag der Fokus auf Budgetierung, Forecast und Management-Konsolidierung, um schnell sichtbare Erfolge zu erzielen.

Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Virtivity GmbH als Implementierungspartner. Virtivity begleitete das Projekt von der Konzeption bis zum Go-live und brachte umfassendes TM1-Know-how sowie Erfahrung aus vergleichbaren Apollo-Projekten ein. Über Standard-ERP-Konnektoren wurden die Module effizient mit relevanten Daten versorgt, sodass rasch produktiv gearbeitet werden konnte.

Mehrwert: Integrierte Prozesse und hohe Transparenz

Im Vergleich zur zuvor genutzten fragmentierten Planungslandschaft bot Apollo einen deutlich höheren fachlichen Mehrwert. Seit der Implementierung der ersten Module laufen die Planungsprozesse nun deutlich integrierter. Über Breakdown Logiken können zum Beispiel Werte aus dem Forecast und Mittelfristplanung in der Budgetierung genutzt werden. Die Management Konsolidierung auf der Plattform bildet darüber hinaus die Basis für ein integriertes Reporting in der Gruppe, eine Perspektive, die zuvor nur schwer möglich war. Durch integrierte Prozesse, eine konsistente Datenbasis und eine verbesserte Transparenz können manuelle Aufwände deutlich reduziert und Planungs- und Konsolidierungsprozesse spürbar vereinfacht werden.

Diese unmittelbaren Verbesserungen führten zu einer hohen zu einer hohen Akzeptanz über die Controlling- und FP&A-Funktionen hinaus und schufen eine belastbare Grundlage für die weitere Nutzung und den sukzessiven Ausbau der Plattform im gesamten CFO-Bereich.

Ausblick: Schrittweise Weiterentwicklung der Plattform

Aufbauend auf den etablierten Kernprozessen wird Apollo bei Georg Fischer schrittweise über die ursprünglichen Planungsanwendungen hinaus erweitert. Durch den Ausbau des Invest-Moduls zu einem Capital-Invest-Management-System ist Georg Fischer heute in der Lage, Investitionsvorhaben konzernweit einheitlich zu planen, zu bewerten und über ihren gesamten Lebenszyklus nachzuhalten. Die Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Ergebnis, Liquidität und Kapitalbindung werden transparent und können gezielt entlang strategischer Prioritäten gesteuert werden. Bestehende Forecasts wurden darüber hinaus um Predictive-Funktionalitäten und Simulationen erweitert. Abweichungen von Zielpfaden werden somit schneller erkannt, sodass zum Beispiel Gegenmaßnahmen fundierter abgeleitet werden können. Darüber hinaus schafft der Ausbau des Management-Reportings mit zusätzlichen analytischen Perspektiven, wie etwa regionalen Erfolgsanalysen, eine deutlich höhere Transparenz über Performance-Unterschiede. Georg Fischer ist damit in der Lage, Regionen und Einheiten differenziert zu steuern und Managemententscheidungen auf einer konsistenten, integrierten Datenbasis zu treffen.

Fazit: Integrierte Performance-Management-Plattform mit Zukunft

Mit Apollo verfügt Georg Fischer heute über eine integrierte Performance-Management-Plattform, die von einer breiten Nutzerbasis im Finanzbereich getragen wird. Eine konsistente Datenbasis, transparente Prozesse und reduzierte manuelle Aufwände unterstützen eine effiziente Planung und Steuerung. Die hohe Akzeptanz in den Fachbereichen erweist sich dabei als zentraler Erfolgsfaktor für die nachhaltige Nutzung und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lösung.

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