31.01.2013 | Serie Controlling-Prozesskennzahlen

Kennzahlen für das Risikomanagement

Serienelemente
Gestaltung des Hauptprozesses Risikomanagement
Bild: IGC (Hrsg.): Controlling-Prozesskennzahlen, 2012

Das Risikomanagement beinhaltet die Identifikation, Erfassung, Analyse, Bewertung und Kontrolle von Risiken sowie die Ableitung und Verfolgung geeigneter Risikomaßnahmen. Mit diesen Kennzahlen kann das Controlling Qualität, Schnelligkeit und Effizienz des Risikomanagementprozesses bewerten.

Ziel und Inhalt des Risikomanagement

Das Ziel des Risikomanagements besteht in der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands und der Verbesserung der Planungsqualität durch frühzeitige Identifikation und Steuerung positiver und negativer Einflussfaktoren auf den Unternehmenswert.

 Kennzahlen für die Prozessqualität

Bezeichnung: Risikoabweichung

Ziel: Treffergenaue Quantifizierung von Chancen und Risiken

Berechnung: (Ist-Ergebnis (EBIT, EUR) -   wahrscheinlichstes Ergebnis lt. Risikomanagement (risk adjusted EBIT, EUR)) / risk adjusted EBIT (EUR) * 100

Einheit: Prozent

Aussage: Je besser das Risikomanagement funktioniert, desto geringer ist die Abweichung zum tatsächlich realisierten Ergebnis.

Interpretationshinweis: Annahme, dass Aggregation der Wirkung von Risiken auf eine Spitzenkennzahl vorhanden ist; Qualität des Risikomanagements hängt auch vom Zusammenwirken von Führungskräften (Risk Ownern) und Risiko-Controllern ab. 

 

Bezeichnung: Risikoidentifikation

Ziel: Hohe Transparenz von Chancen und Risiken

 

Berechnung: EBIT-Einfluss Ist (identifizierte Risiken, EUR) / EBIT-Einfluss Ist (alle eingetretenen Risiken, EUR) * 100 

Einheit: Prozent

Aussage: Unabhängig von der Chancen-Risiko-Strategie ist ein möglichst hoher Identifikationsgrad anzustreben. 

Interpretationshinweis: Qualität des Risikomanagements hängt auch vom Zusammenwirken von Führungskräften (Risk Ownern) und Risiko-Controllern ab. 

 Kennzahl für die Schnelligkeit

Bezeichnung: Termintreue

Ziel: Zeitnahe und termintreue Informationen

Berechnung: zum vereinbarten Termin vorgelegte Risikoberichte (Anzahl) / Risikoberichte gesamt (Anzahl) * 100

Einheit: Prozent

Aussage: Verbindlichkeit des Reporting-Kalenders.

Interpretationshinweis: Kann auch Indikator für Ressourcenengpässe im Risikomanagement-Prozess oder mangelhafte Kooperation zwischen Risk Ownern und Controllern sein; Risk Owner spielen eine zentrale Rolle in der zeitnahen Risikoidentifikation. 

 Kennzahl für die Effizienz

Bezeichnung: Kapazität (FTE)

Ziel: adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: FTE Risikomanagement / FTE Controllerorganisation * 100

Einheit: %

Aussage: Indikator für die Effizienz bzw. relative Bedeutung des Risikomanagements

Interpretationshinweis: Leistungsanteile im Prozess liegen auch außerhalb der Controller-Organisation (eingeschränkte Messbarkeit bzw. höherer Messaufwand).

Ausgangslage

Das Controlling-Prozessmodell der International Group of Controlling (IGC) umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse. Für diese Hauptprozesse wurden finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen erarbeitet, die die Messung von Qualität, Zeit und Kosten ermöglichen. Die wichtigsten KPIs stellen wir in einer Beitragsserie vor. 

Schlagworte zum Thema:  Risikomanagement, Risikocontrolling, Controlling-Prozessmodell

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