16.01.2013 | Serie Controlling-Prozesskennzahlen

Kennzahlen für das Management Reporting

Serienelemente
Gestaltung des Hauptprozesses Management Reporting
Bild: IGC (Hrsg.): Controlling-Prozesskennzahlen, 2012

Aufgabe des Management Reportings ist es, die Entscheidungsfindung im Management zu unterstützen und ergebnisverbessernde Maßnahmen zu initiieren. Bei der Bewertung des Reportings spielt der Umfang der Diskussion zwischen Management und Controlling eine wesentliche Rolle.

Ziel und Inhalt des Management Reportings
Ziel des Management Reportings ist es, entscheidungsrelevante Informationen im Sinne von Zielbezug/-erreichungsgrad empfängerbezogen für die Steuerung des Unternehmens zeitnah zu erstellen und zu liefern.

Finanzielle und nichtfinanzielle Informationen werden in den Dimensionen Ist, Ist Vorjahr, Plan und Forecast in Form von regelmäßigen Standard- sowie Ad-hoc-Berichten zur Verfügung gestellt. Basierend auf Abweichungsanalysen und Zielerreichungsprognosen werden konkrete Vorschläge zur Gegensteuerung mit dem Management erarbeitet. Gegenstände sind u. a. GuV, Managementerfolgsrechnung, Bilanz, Cashflow, Umsatz, Kosten, Ergebnis, Investitionen, Projekte, Mengen, Kapazitäten und Mitarbeiter, bezogen auf die Management-Einheiten im Unternehmen.

Kennzahlen für die Prozessqualität

Bezeichnung: Diskussionsintensität  

Ziel: Partnering im Rahmen des Reportings

Berechnung: Abstimmung zwischen Berichtsempfängern und Controllern

Einheit: Stunden

Aussage: Intensität der Abstimmung (Kooperation) zwischen Berichtsempfängern und Controllern.

Interpretationshinweis: Eine hohe Diskussionsintensität kann neben einem intensiven Partnering zwischen Managern und Controllern auch fehlerhafte Reports oder eine schlechte Datenqualität indizieren. .

Kennzahlen für die Schnelligkeit

Bezeichnung: Termintreue

Ziel: Termintreue Informationen

Berechnung: zum vereinbarten Termin vorgelegte Standardberichte (Anzahl) / Berichte gesamt /Anzahl ) * 100

Einheit: Prozent

Aussage: Verbindlichkeit des Reporting-Kalenders

Interpretationshinweis: Kann auch Indikator für Ressourcenengpässe im Reporting-Prozess oder in den Vorsystemen sein.

 

Bezeichnung: Durchlaufzeit

Ziel: Zeitnahe Informationen

Berechnung: Arbeitstag von Start (Ultimo) bis Ende (Fertigstellung Standardbericht)

Einheit: Arbeitstage

Aussage: Die Handlungsfähigkeit des Managements steigt durch zeitnahe Informationsversorgung.

Interpretationshinweis: Annahme, dass Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z. B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten); um wesentliche Beschleunigungen zu erzielen, sind Vorsysteme (z. B. Finanzbuchhaltung) in die Optimierung einzubeziehen.

 

Kennzahlen für die Effizienz 

Bezeichnung: Kapazität

Ziel: adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: -

Einheit: FTE

Aussage: zur Verfügung stehende Ressourcen im Management Reporting

Interpretationshinweis: Plausibilisierung ist nur über Vergleich mit geplantem Ressourceneinsatz möglich; Priorisierung des Ressourceneinsatzes hängt vom Entwicklungsstand (z. B. Automatisierungsgrad) und der unternehmensspezifischen Bedeutung der Prozesse ab.

 

Bezeichnung: Kapazität (FTE)

Ziel: adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: FTE Management Reporting / FTE Controllerorganisation * 100

Einheit: %

Aussage: Indikator für die Effizienz bzw. relative Bedeutung der Management Reporting

Interpretationshinweis: Leistungsanteile im Prozess liegen auch außerhalb der Controllerorganisation (eingeschränkte Messbarkeit bzw. höherer Messaufwand).

Ausgangslage
Das Controlling-Prozessmodell der International Group of Controlling (IGC) umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse. Für diese Hauptprozesse wurden finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen erarbeitet, die die Messung von Qualität, Zeit und Kosten ermöglichen. Die wichtigsten KPIs stellen wir in einer Beitragsserie vor. 

Schlagworte zum Thema:  Reporting, Berichtswesen, Controlling-Prozessmodell

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