08.01.2013 | Serie Controlling-Prozesskennzahlen

Kennzahlen zu Kosten-, Leistungs- und Ergebnissteuerung

Serienelemente
Gestaltung des Hauptprozesses Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung
Bild: IGC (Hrsg.): Controlling-Prozesskennzahlen, 2012

Die Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung muss einem hohen Anspruch genügen, um "objektiv" richtige Ergebnisse zeitnah und wirtschaftlich zur Verfügung zu stellen. Die dafür geeigneten Kennzahlen werden in dieser Artikel vorgestellt.

Ziel und Inhalt

Ziel der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung ist die Schaffung von Transparenz durch eine sachgerechte Zuordnung von Kosten, Leistungen und Erlösen auf entsprechende Objekte (z. B. Produkte bzw. Produktgruppen oder ergebnisverantwortliche Einheiten), um Entscheidungen zu unterstützen. Gegenstand der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung ist die Erfassung, Verteilung, Zuordnung, Auswertung und Kontrolle von Kosten, Leistungen und Ergebnissen, die beim betrieblichen Leistungsverzehr bzw. der Leistungserstellung anfallen.

Kennzahlen für die Prozessqualität

Bezeichnung: Prognosequalität

Ziel: Identifikation von (Miss-) Erfolgsfaktoren

Berechnung: Durchschnitt [{DB Nachkalkulation (EUR) – DB Vorkalkulation (EUR))/ DB (EUR) Vorkalkulation * 100]

Einheit: Prozent

Aussage: Indikator für die Qualität in der Vorkalkulation; impliziert die verbindliche Durchführung sowohl einer Vor- als auch Nachkalkulation.

Interpretationshinweis: Grenzplankostenrechnung wird vorausgesetzt; Abweichungen können sich auch aus externen Einflussgrößen ergeben (z. B. unvorhergesehene Einstandspreisentwicklungen).

 

Bezeichnung: Abdeckungsgrad

Ziel: Identifikation von (Miss-) Erfolgsfaktoren

Berechnung: Nachkalkulationen (Anzahl)/ Vorkalkulationen (Anzahl) * 100

Einheit: Prozent

Aussage: Nur bei durchgeführter Nachkalkulation ist eine Identifikation von (Miss-)Erfolgsquellen und ein Lernen aus Fehlkalkulation möglich.

Interpretationshinweis: Kennzahl misst, ob Nachkalkulationen durchgeführt werden; ergänzend ist die inhaltliche Vergleichbarkeit von Vor- und Nachkalkulation zu beachten.

Kennzahl für die Schnelligkeit

Bezeichnung: Durchlaufzeit

Ziel: Zeitnahe Erstellung im Zuge des Periodenabschlusses

Berechnung: Arbeitstage von Start (Fertigstellung Periodenabschluss externen Rechnungswesen) Bis Ende (Vorlage KORE-Bericht)

Einheit: Arbeitstage

Aussage: Die Handlungsfähigkeit des Managements steigt durch zeitnahe Bereitstellung von Kosten-/Ergebnisrechnungsreports.

Interpretationshinweis: Annahme, dass Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z. B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten); um wesentliche Beschleunigungen zu erzielen, sind Vorsysteme (z. B. Betriebsdatenerfassung) in die Optimierung einzubeziehen.

 

Bezeichnung: Reaktionszeit

Ziel: schnelle Verfügbarkeit anlassbezogener Kalkulationen

Berechnung: Arbeitstage von Start (Anforderung) bis Ende (Vorlage Kalkulation)

Einheit: Arbeitstage

Aussage: Je rascher Kalkulationsergebnisse vorliegen, desto höher ist die Kostenrechnung im operativen Geschäft.

Interpretationshinweis: Annahme, dass Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z. B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten); abhängig von der Verfügbarkeit der Daten aus Vorsystemen. 

Kennzahl für die Effizienz 

Bezeichnung: Kapazität (FTE)

Ziel: adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: FTE Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung / FTE Controllerorganisation * 100

Einheit: %

Aussage: Indikator für die Effizienz bzw. relative Bedeutung der Kostenrechnung

Interpretationshinweis: Leistungsanteile im Prozess liegen auch außerhalb der Controller-Organisation (eingeschränkte Messbarkeit bzw. höherer Messaufwand).

Ausgangslage

Das Controlling-Prozessmodell der International Group of Controlling (IGC) umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse. Für diese Hauptprozesse wurden finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen erarbeitet, die die Messung von Qualität, Zeit und Kosten ermöglichen. Die wichtigsten KPIs stellen wir in einer Beitragsserie vor.

Schlagworte zum Thema:  Leistungsrechnung, Kostenrechnung, Controlling-Prozessmodell

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