19.12.2012 | Serie Controlling-Prozesskennzahlen

Kennzahlen für den Forecast

Serienelemente
Aufbau des Hauptprozesses "Forecasting"
Bild: IGC (Hrsg.): Controlling-Prozessmodell, 2011

Ein controlling-gerechter Forecast-Prozess impliziert, dass der Forecast eine planerische Aktivität darstellt. Die Prozessziele des Forecasts ähneln daher jenen der operativen Planung und Budgetierung.

Ziele und Inhalte der strategischen Planung

Ziel des Forecasts ist es, frühzeitig Informationen über zukünftig zu erwartende Abweichungen zu liefern, zielgerichtete Maßnahmen zur Schließung von Ziellücken zu entwickeln sowie schnelle Anpassungen der Umsatz-, Kosten- und Investitionsbudgets etc. bei sich verändernden Rahmenbedingungen zu initiieren. Im Rahmen des Forecasts erfolgt eine Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und deren Auswirkung auf das Unternehmen als Ganzes oder auf einzelne Einheiten. Der Forecast kann sowohl regelmäßig (Standard-Forecast) als auch ad hoc erstellt werden.

Kennzahlen für die Prozessqualität 

Bezeichnung: Forecast-Abweichung

Ziel: hohe Verbindlichkeit und Treffergenauigkeit

(EBIT Ist (EUR) - EBIT Forecast (EUR)) / EBIT Forecast (EUR) * 100

Einheit: Prozent

Aussage: hohe Abweichungen zwischen Ist und Forecast als Indikator für mangelnde Qualität und Verbindlichkeit des Forecasts

Interpretationshinweis: Hohe Abweichungen zwischen Ist und dem (letzten) Forecast dienen als Indikator für mangelnde Qualität und Verbindlichkeit des Forecasts bzw. starke Umfeldänderungen (Auslöser für Ad-hoc-Forecasts). In der Interpretation sind externe und interne Einflussfaktoren auf das Ergebnis zu trennen.

 Kennzahl für die Schnelligkeit 

Bezeichnung: Durchlaufzeit

Ziel: kurzer Forecast-Prozess (Standard-Forecast)

Berechnung: Arbeitstage von Start (Anforderung) bis Ende (Vorlage Forecast)

Einheit: Arbeitstage

Aussage: Steigerung der Effizienz des Forecasts durch Verkürzung der Prozesse; steigende Handlungsfähigkeit des Managements durch zeitnahe Vorlage des Forecasts (im Rahmen des Management Reportings)

Interpretationshinweis: diverse Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen wirken auf die Dauer der Forecast-Erstellung (Detaillierungsgrad, Ausmaß der (De-)Zentralisierung,...); Annahme, dass Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z.B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten).

 Kennzahl für die Effizienz 

Bezeichnung: Relativer Kapazitätsanteil des Forecasts in der Controller-Organisation

Ziel: adäquater Ressourceneinsatz

Berechnung: FTE Forecast / FTE Controller-Organisation  * 100

Einheit: Prozent

Aussage: Indikator für die Effizienz bzw. relative Bedeutung des Forecasts

Interpretationshinweis: Leistungsanteile im Prozess liegen auch außerhalb der Controller-Organisation (eingeschränkte Messbarkeit bzw. höherer Messaufwand). höherer Messaufwand)

Ausgangslage

Das Controlling-Prozessmodell der International Group of Controlling (IGC) umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse. Für diese Hauptprozesse wurden finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen erarbeitet, die die Messung von Qualität, Zeit und Kosten ermöglichen. Die wichtigsten KPIs stellen wir in einer Beitragsserie vor.

Schlagworte zum Thema:  Forecast, Controlling-Prozessmodell

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