Was sind die Performance-Treiber für Industrieunternehmen 2024?
Die vergangenen Jahre waren für Unternehmen nicht einfach. Die Corona-Pandemie war noch kaum bewältigt, als mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges, Lieferkettenproblemen, Inflation und Energiekrise bereits die nächsten Probleme auf die Wirtschaft zukamen. Viele Betriebe spüren außerdem bereits den demographischen Wandel – der Fachkräftemangel macht es Unternehmen immer schwerer, sich personell gut für die Zukunft aufzustellen. Und dann wäre da auch noch das Thema Digitalisierung: Wie kann der digitale Wandel erfolgreich vorangetrieben werden? Und welche Folgen hat dies für die strategische Entwicklung von Unternehmen? Unternehmen müssen also derzeit nicht nur Probleme im Alltagsgeschäft bewältigen – es stellen sich auch viele Grundsatzfragen!
Die Unternehmensberatung Staufen AG hat für die Studie „Performance-Treiber 2024“ insgesamt 209 Industrieunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Trotz vieler Sorgen und Herausforderungen zeigt das Studienergebnis: Die Mehrheit der Befragten blickt optimistisch in die Zukunft und sieht mehr Chancen als Risiken für ihr Unternehmen.
Anhaltender Wandel und großer Druck
Die anhaltenden Krisen und neue wirtschaftlichen Entwicklungen sorgen in der Unternehmenswelt für große Veränderungen. Es überrascht daher nicht, dass Unternehmen unter enormer Anspannung stehen:
- 89 Prozent der befragten Unternehmen spüren einen sehr großen Druck.
- 83 Prozent der Studienteilnehmer geben dabei an, selten in ihrer Geschichte vor so vielfältigen Herausforderungen gestanden zu haben.
- 81 Prozent glauben, dass es kein „Back to normal“ geben wird.
Die zehn größten Herausforderungen
- Fachkräftemangel (62 Prozent)
- Schwierige konjunkturelle Lage (59 Prozent)
- Unternehmenseigene Probleme (39 Prozent)
- Geopolitische Unsicherheiten (38 Prozent)
- Starker internationaler Wettbewerb (37 Prozent)
- Hohe Energiekosten (31 Prozent)
- Druck zur weiteren Digitalisierung (30 Prozent)
- Fehlende Verlässlichkeit am Standort Deutschland (28 Prozent)
- Wegbrechen bestehender Geschäftsmodelle (25 Prozent)
- Klimaschutzmaßnahmen (17 Prozent)
Große Herausforderungen binden Kräfte
Wenn so viele verschiedene Themen die Agenda bestimmen, ist es alles andere als einfach, noch am „großen Ganzen“ zu arbeiten. Wie sollen sich Unternehmen in Zukunft positionieren? Lieferkettenprobleme, insbesondere bedingt durch Engpässe, machen den Betrieben zu schaffen. Hohe Kosten sorgen ebenfalls für Belastungen. So wollen die Firmen vor allem in folgenden Bereichen Kostensenkungsmaßnahmen umsetzen:
- Betriebskosten (75 Prozent)
- Einkauf und Beschaffung (63 Prozent)
- Personalwesen und -ausstattung (31 Prozent).
Viele Unternehmen (76 Prozent) sind momentan so damit beschäftigt, die akuten Probleme zu lösen und für wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, dass kaum Zeit bleibt, die Geschäftsstrategie langfristig zu entwickeln. Lediglich 25 Prozent sind derzeit in der Lage, strategische Entscheidungen konsequent umzusetzen. Doch wie können Unternehmen einen Weg finden, sich für die Zukunft besser aufzustellen und die Performance zu verbessern?
Welche Geschäftsbereiche optimiert werden
Die größten Möglichkeiten für Verbesserungen sehen die Studienteilnehmer vor allem für
- Produktion (55 Prozent),
- Vertrieb (55 Prozent),
- Beschaffung (37 Prozent),
- Forschung und Entwicklung (35 Prozent),
- Logistik (34 Prozent).
Steigerung der Effizienz ist entscheidend
Das größte Potenzial, die Performance zu optimieren, sehen Unternehmen bei der Steigerung der Effizienz in ihren Prozessen (77 Prozent). Hier spielt vor allem die Digitalisierung eine große Rolle (72 Prozent). Viele Abläufe müssen jedoch auch grundsätzlich schlanker gestaltet werden. Der Handlungsbedarf scheint im Bereich der Prozessoptimierung groß zu sein.
Doch auch das Thema Weiterbildung gewinnt an Bedeutung: Über die Hälfte sieht in der Entwicklung der Mitarbeiter einen Hebel zur Performancesteigerung. Weitere Maßnahmen sind insbesondere eine grundsätzliche stärkere Digitalisierung, das Aufbrechen von Silos und die Optimierung von Durchlaufzeiten.
Nachdenklich stimmt jedoch, dass es nur bei 27 Prozent der Befragten einen strukturierten Prozess zur Ergebnisverbesserung gibt.
Wirtschaftlicher Schub durch neue Technologien
Viel Hoffnung setzen Unternehmen in den Einsatz neuer Technologien. So gehen drei von vier Unternehmen davon aus, dass neue Technologien, wie KI und Datenanalysen, ein enormes wirtschaftliches Potenzial für die Branche haben werden. So erwarten die Studienteilnehmer beispielsweise einen Produktivitätsboom, und rasante Veränderungen in der Arbeitswelt.
Datenanalysen werden noch nicht ausreichend genutzt
Daten sind heute eine entscheidende Währung für die Unternehmenswelt. Doch obwohl das Bewusstsein vorhanden ist, wie wertvoll Datenanalysen für die Performance eines Unternehmens sein können (zum Beispiel bei der Identifikation von Schwachstellen), zeigt die Studie, dass der Großteil der Befragten die Potenziale der Datenanalysen noch nicht ausschöpfen. Dennoch spielen Datenanalysen eine immer größere Rolle:
- 64 Prozent entscheiden bereits stärker datenbasiert.
- 60 Prozent stellt bereits einen besseren Datenzugang fest (weniger „Herrschaftswissen“).
- 39 Prozent gelingen bereits schnellere Entscheidungswege.
- Immerhin 18 Prozent haben bereits Hierarchien aufgebrochen.
Fazit
Mehr Effizienz durch Prozessoptimierungen, eine stärkere Digitalisierung und das Ausschöpfen von Potenzialen durch den Einsatz neuer Technologien wird für Industrieunternehmen von entscheidender Bedeutung. Die Studie zeigt, dass der Wandel die neue Normalität wird. Hierauf müssen Unternehmen sich einstellen.
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