Frotscher/Drüen, UmwStG § 3... / 5.3.3 Treuhandverhältnisse
 

Rz. 54

Bei Treuhandverhältnissen ist für die ertragsteuerliche Beurteilung der Umwandlung – im Gegensatz zur Auffassung der Finanzverwaltung[1]- nicht maßgebend der der Umwandlung zivilrechtlich zugunde liegende Rechtsakt. Abzustellen für steuerliche Zwecke ist vielmehr auf die vorrangige Regelung in § 39 Abs. 2 Nr. 1 S. 2 AO.[2] Danach sind die Wirtschaftsgüter dem Treugeber zuzurechnen. § 3 UmwStG ist somit im Rahmen von Treuhandverhältnissen anwendbar, wenn es sich bei dem Treugeber um eine Personengesellschaft oder eine natürliche Person i. S. v. § 3 Abs. 1 S. 1 UmwStG handelt.[3] Wird z. B. eine Kapitalgesellschaft auf eine Personengesellschaft verschmolzen und sind an der Kapitalgesellschaft die natürlichen Personen A und B beteiligt, wobei A die Anteile für den B treuhänderisch hält, liegt eine Verschmelzung einer Kapitalgesellschaft auf eine natürliche Person vor mit der Folge der Anwendbarkeit von §§ 3ff. UmwStG. Dagegen handelt es sich um die Verschmelzung einer Körperschaft auf eine andere Körperschaft, wenn z. B. eine Kapitalgesellschaft, an der die A-GmbH und die B-GmbH beteiligt sind, wobei die A-GmbH die Anteile an der B-GmbH treuhänderisch hält, auf eine Personengesellschaft verschmolzen wird, an der die A-GmbH als Kommanditistin und die B-GmbH als Komplementärin beteiligt sind. Es gelten dann §§ 11ff. UmwStG.

Rz. 55 einstweilen frei

[2] Martini, in Widmann/Mayer, Umwandlungsrecht, § 3 UmwStG Rz. 170ff.; Birkemeier, in Rödder/Herlinghaus/van Lishaut, UmwStG, 3. Aufl. 2019, § 3 UmwStG Rz. 61ff.; Thiel/Eversberg/van Lishaut/Neumann, GmbHR 1998, 397.
[3] Martini, in Widmann/Mayer, Umwandlungsrecht, § 3 UmwStG Rz. 172.

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