Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / 2. Erhöhte Bagatellgrenze (§ 48 Abs 2 S 1 Nr 1 EStG)
 

Rn. 195

Stand: EL 120 – ET: 02/2017

Die Erhöhung der Bagatellgrenze auf bis zu 15 000 EUR greift nur ein, wenn der Leistungsempfänger ausschließlich steuerfreie Umsätze nach § 4 Nr 12 S 1 UStG ausführt. Steuerfreie Umsätze gem § 4 Nr 12 S 1 UStG liegen vor

- bei der VuV von Grundstücken, von Berechtigungen, für die die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke gelten, u von staatlichen Hoheitsrechten, die Nutzungen von Grund u Boden betreffen (§ 4 Nr 12 S 1 Buchst a EStG),
- bei der Überlassung von Grundstücken u Grundstücksteilen zur Nutzung auf Grund eines auf Übertragung des Eigentums gerichteten Vertrags o Vorvertrags (§ 4 Nr 12 S 1 Buchst b EStG),
- bei der Bestellung, der Übertragung u der Überlassung der Ausübung von dinglichen Nutzungsrechten an Grundstücken (§ 4 Nr 12 S 1 Buchst c EStG).
 

Rn. 196

Stand: EL 120 – ET: 02/2017

Aus dem Wort "ausschließlich" in § 48 Abs 2 S 1 Nr 1 EStG ergibt sich, dass der Leistungsempfänger bei Eingreifen der erhöhten Bagatellgrenze keine anderen Umsätze tätigen darf, unabhängig davon, ob diese ustpfl o umsatzsteuerfrei zu behandeln sind (Schroen, NWB Fach 3, 11683; Kleiner, INF 2001, 705; Ramackers, BB 2002, Beilage zu Heft 8; aA Weiland in Frotscher, § 48 EStG Rz 37: andere umsatzsteuerfreie Umsätze sind unschädlich; aA Apitz, StBp 2002, 366: bis zu 5 % andere Umsätze sind unschädlich). Erzielt der Leistungsempfänger noch andere Umsätze, greift die allg Bagatellgrenze iHv 5 000 EUR gem § 48 Abs 2 S 1 Nr 2 EStG ein (Tz 48 BMF BStBl I 2002, 1399). Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung, ob das Ausschließlichkeitskriterium erfüllt ist, ist der Zeitpunkt der Zahlung der Gegenleistung.

 

Rn. 197

Stand: EL 120 – ET: 02/2017

Die Begrenzung auf "steuerfreie Umsätze gem § 4 Nr 12 S 1 UStG" bedeutet, dass stpfl Umsätze gem § 4 Nr 12 S 2 UStG (kurzfristige Beherbergung) schädlich sind. Gleiches gilt für die Option gem § 9 Abs 1 UStG (Tz 48 BMF BStBl I 2002, 1399). Greifen diese Vorschriften ein, gilt die allg Bagatellgrenze gem § 48 Abs 2 S 1 Nr 2 EStG (5 000 EUR).

 

Rn. 198

Stand: EL 120 – ET: 02/2017

Im Übrigen gelten die Ausführungen zur allg Bagatellgrenze gem § 48 Abs 2 S 1 Nr 2 EStG entsprechend (s Rn 187 ff).

 

Rn. 199

Stand: EL 120 – ET: 02/2017

vorläufig frei

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